Unmittelbare Brücken bilden

Der Kirchenmusiker Johannes Eppelein


(nmz) -
„Wo die Kirchentürschwelle für viele Menschen zu einer scheinbar unüberwindbaren Hürde geworden ist, baut die Kirchenmusik oft durch ihre Unmittelbarkeit Brücken: Das Evangelium transportiert sich musikalisch niederschwelliger, rein emotional und sinnlich wahrnehmbar.“ Mit dieser Intention, den Menschen musikalisch wie auch mit dem Geist der christlichen Theologie zu erreichen, zu bewegen, zu durchdringen und zu begeistern, verschrieb sich Johannes Eppelein der Kirchenmusik.
Ein Artikel von Oliver Fraenzke

Der Beruf wurde ihm dabei quasi in die Wiege gelegt, denn sein Vater wirkte als evangelischer Pfarrer und leitete hobbymäßig den Kirchenchor, seine Mutter spielte in den Gottesdiensten die Orgel. Früh erkannte Johannes Eppelein seine eigene Liebe zur Musik, spielte bereits mit neun Jahren das Flügelhorn im Posaunenchor der Gemeinde und begleitete bald schon selbst von der Orgel aus die Liturgie. Noch vor dem Abitur gab er seine Kenntnisse als Stimmbildner und Jugendchorleiter weiter. Nach seinem Abschluss im Hauptfach Kirchenmusik an der Hochschule München vertiefte Eppelein seine Kompetenzen durch Studien im Chordirigat und in der Gesangspädagogik. Seit 2017 ist er hauptamtlich als Dekanatskantor in Rosenheim, wodurch er in insgesamt 15 Kirchengemeinden bis nach Ebersberg und in den Landkreis Mühldorf hinein wirkt und derart umfassende Aufgabenbereiche erfüllt, dass die alleinige Aufzählung den Rahmen dieses Portraits sprengen würde.

Zentral bleibt für Eppelein die Arbeit mit Chören, denen er entweder als Leiter vorsteht oder aber als Basssänger das musikalische Fundament bildet. Er gründete verschiedene Vokalformationen für Erwachsene wie für Kinder, organisiert zum Teil auch große Konzertveranstaltungen und programmierte so schon bedeutende Oratorien, Kantaten und umfangreiche a-cappella-Werke. Trotz all der Verpflichtungen und seiner vielseitigen Veranlagung vergisst Johannes Eppelein doch nie, worauf es ihm im Kern tatsächlich ankommt: Seine Ensembles sollen als Team funktionieren, eine musikalische Einheit bilden und in der Musik aufgehen, sie mit Seele erfüllen. Und wenn die Zuhörer, die Musiker oder er selbst Gänsehaut bekommen und die Tränen in die Augen steigen, so hat er sein höchstes Ziel erfüllt.

 

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