unüberhörbar 2013/03

Wolf Biermann, Modest Mussorgsky, Sergej Prokofieff, Jean Françaix


(nmz) -
Jean Françaix: Le Gai Paris, Concerto pour clarinette & orchestre, Diverti­mentos, Sonatine etc. (div. Interpreten) +++ Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung; Sergej Prokofieff: Zehn Stücke aus Romeo und Julia +++ Wolf Biermann: In diesem Lande leben wir (Sololieder/Chorwerke), Chamber Choir of Europe
Ein Artikel von Christoph Schlüren, Hans-Dieter Grünefeld, Michael Kube

Jean Françaix: Le Gai Paris, Concerto pour clarinette & orchestre, Diverti­mentos, Sonatine etc. (div. Interpreten) - Indésens Records INDE 045 (KCK)

Nahezu unbemerkt ging im vergangenen Jahr sein 100. Geburtstag vorüber. Dabei gilt Jean Françaix (1912–1997) nicht nur als ein beachtlich produktiver, sondern auch als ein äußerst origineller Komponist – auch wenn dessen internationaler Durchbruch durch den ausgeprägten Snobismus der Avantgarde gezielt verhindert wurde. Denn seine Musik hat genau das, was anderen Partituren mitunter abgeht: absolut idiomatisches Komponieren und lustvolle Spielfreude im ausgeprägt fran­zösischen Tonfall. Wer offenen Ohres Bekanntschaft machen möchte, findet mit dieser CD eine interpretatorisch wie klanglich herausragende Einspielung.
Michael Kube

Modest Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung; Sergej Prokofieff: Zehn Stücke aus Romeo und Julia, Dux 0858 (Note 1)

Beata Bilinska aus Krakau zählt übers Pianistische hinaus zu den kultiviertesten Musikern unserer Zeit, und zu gerne würden wir sie sowohl mit klassischen Sonaten als auch den Sonaten Szymanowskis hören. Hier beglückt sie uns mit einem russischen Programm, das wir orchestral im Ohr haben, und sie artikuliert und charakterisiert wie ein Orchester mit all den Farben und Registern in Mussorgskys Bildern einer Ausstellung und den zehn Stücken aus Prokofieffs Romeo und Julia. In beiden Fällen eine Referenzaufnahme.
Christoph Schlüren

Wolf Biermann: In diesem Lande leben wir (Sololieder/Chorwerke), Chamber Choir of Europe, Ltg.: Gunnar Eriksson,Liederproduktion Altona 27/Indigo 962362

In selektiver Chronologie werden mit dem Album 21 Lieder aus den Jahren 1962 bis 2006 von Wolf Biermann präsentiert. Alternierend zu den a-capella-Versionen für den makellosen Chamber Choir of Europa, die in den Arrangements von Gunnar Eriksson eine gewisse sakrale Bach-Aura haben und bei Stefan Forssén geschmeidig oder modernistisch-dissonant klingen, singt Wolf Biermann mit grimmiger Stimme zur Gitarre die andere Hälfte dieses gelungenen kontrastiven Eigenporträts.
Hans-Dieter Grünefeld

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