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Alle Artikel kategorisiert unter »Achim Heidenreich«

Feuerringe durchsprungen, die Seele angefasst

29.08.22 (Achim Heidenreich) -
Vielleicht hat der erst international sehr erfolgreiche Pianist, danach äußerst produktive und sehr viel aufgeführte Komponist Franz Hummel, 1939 in Altmannstein im Altmühltal als Sohn der Bilder- und Kinderbuchautorin und -illustratorin Lore Hummel geboren und dessen Frühbegabung Richard Strauss, Herbert Knappertsbusch und Eugen Papst erkannten und förderten, ein Werk über nur sich selbst komponiert, sich selbst gewissermaßen als stattliche Klangplastik auskomponiert, als er seinem ersten Violinkonzert 1987 den Titel „Archaeop­teryx“ gab. Sicher, mit der in seinem Geburtsort gefundenen Versteinerung des Urvogels setzte der unermüdliche Tonsetzer und auch Festivalchef Franz Hummel – in den „Sinfonischer Sommer Riedenburg“-Festivals der 1990er Jahre verband er kongenial zeitgenössische Musik mit der Beethovens – seinem Geburtsort im Altmühltal, aus dem ihn wegzudenken schier absurd erschienen wäre, ein klingendes, hochvirtuoses Zeitkunst-Denkmal.

Jahreskonzert der Carl Bechstein Stiftung am Fuße der Wartburg

13.07.21 (Achim Heidenreich) -
Mit dem Ziel, das Klavierspiel nachhaltig zu fördern, engagiert sich die Carl Bechstein Stiftung seit vielen Jahren in der Spitzen- und Breitenförderung von Kindern und Jugendlichen. So stellte die Stiftung deutschlandweit bislang über 220 Schulen kostenlos Klaviere zur Verfügung, um im täglich Umfeld von Kindern geübt und unterrichtet werden kann. Besonders begabte junge Pianisten werden durch Sonderpreise und Stipendien gefördert, etwa beim Carl Bechstein Klavierwettbewerb.

Schönheit für Fortgeschrittene

06.04.18 (Achim Heidenreich) -
Gibt es den idealen Termin für Festivals der klassischeren Art? Im Grenzland zwischen Bayern und Franken, in der pittoresken Renaissancestadt Neuburg an der Donau, westlich von Ingolstadt, haben sich der renommierte Komponist Tobias PM Schneid, der PR-Fachmann Johannes Seifert, die Kulturmanagerin Katrin Beck und die zwei Mitglieder des Münchener Kammerorchesters Stefan Schneider und Kelvin Hawthorne, so scheint es, genau diese Frage gestellt und sind aufgrund von Vermeidung von Terminüberschneidungen mit anderen bereits etablierten Kulturveranstaltungen vor Ort auf die eher durch keine oder Passionsmusik gekennzeichnete Fastenzeit zwischen Fasching und Ostern gekommen.

Donnerblech trifft Viertelton

31.01.18 (Achim Heidenreich) -
Nachhaltigkeit und Partizipation sowie Integration und auch Inklusion sind für Festivalmachende das Gebot der Stunde. Gute Einstudierung mit reichlich Probenzeit und exzellenter Aufführung genügt schon lange nicht mehr, um bei fördernden und finanzierenden Institutionen Etats locker zu machen. Außerdem steht das Nur-Musik-Hören im Konzertsessel seit einiger Zeit im Verdacht ganz passiv das kulturelle Sahnehäubchen von unserem subventionierten Musikleben einfach bloß abzuschöpfen, womöglich noch zu Richard Strauss’ Ballettmusik „Schlagobers“ (Autor schnalzt mit der Zunge). Denn auch das will schließlich gelernt sein, das Hören, sprich: Das Werk braucht Vermittlung und Kontextualisierung, um nicht nur die Kenner und Liebhaber der doch zahlreichen Musik­angebote zu gewinnen, sondern tatsächlich in die Mitte der Bevölkerung und dort zu breiterer Akzeptanz zu gelangen.

Die Macht des Dirigenten ist auch nur ein Mandat

13.06.17 (Achim Heidenreich) -
Seit über zehn Jahren gibt es das „Kritische Orchester“ und seine „Werkstatt für interaktives Dirigieren“ in Berlin, seit diesem Jahr in Trägerschaft des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats. Lothar Strauß, erster Konzertmeister des Orchesters der Berliner Staatsoper, ist der Künstlerische Leiter, Lothar Zagrosek, Vorsitzender des Künstlerischen Beirats des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats, ist der Künstlerische Mentor (Dirigat) des „Kritischen Orches­ters“. Am 19. Juni findet in Berlin das Finale dieser „Werkstatt für interaktives Dirigieren“ statt. Achim Heidenreich traf Lothar Zagrosk in Frankfurt, wo er an der Oper drei Einakter von Ernst Krenek musikalisch einstudierte und leitete.

Wie von dieser Welt

31.05.17 (Achim Heidenreich) -
Provinz ist da, wo sich das Musik-Jet-Set die Klinke in die Hand gibt, also in den großen Städten: So beschrieb der brillante Autor und intellektuelle Musikwissenschaftler Carl Dahlhaus vor genau 40 Jahren – lang, lang ist’s her – den Unterschied zwischen einem gewachsenen Musikleben und dem internationalen Musikbetrieb. Beides habe nichts miteinander zu tun.

Mäandernde Frequenzgänge im Gemischtwarenladen

29.08.14 (Achim Heidenreich) -
„Neue Musik, quo vadis?“ Die einstmals bang gestellte Frage aus postadornitischer Zeit scheint sich angesichts der überaus vital wirkenden 47. Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik in gänzlich – akustisch schwingende – Luft aufgelöst zu haben. Rund 400 Teilnehmer aus gut vierzig Ländern bespielten mit olympischem Eifer siebzehn quer über die Stadt verteilte Bühnen in hochkarätig kuratierten Projekten, Workshops und Lectures. Ensembles, Komponisten und Interpreten sind aber keine Radieschen, Darmstadt mittlerweile jedoch ein marktplatzartiges Win-Win-Geschäftsmodell, in dem die Neue Musik als öffentliches Gut akzeptiert und auch gehandelt wird: Bye, Bye, Elfenbeinturm. Das ist ja erst einmal nichts Schlechtes, solange die Musik gut ist.

Es ist nicht alles Sound, was klingt

31.08.12 (Achim Heidenreich) -
Großer Bahnhof für John Cage: „If you celebrate it, it’s art, if not, it isn’t“, prangt es in unübersehbaren Lettern über der Darmstädter Zugstation, als ob der Kini käme oder die Fußballweltmeister von 1954 auf ihrer Triumph­heimfahrt durch die Lande rollten. Letzteres hatte ja das Netzwerk Neue Musik bereits vorexerziert. Es fehlte nur noch der imaginäre Posaunenchor am Gleis mit Cages Tacet-Komposition „4:33“ und die Erstarrung der Cage-Bewegung zur sinnentleerten Konvention, seit Ernst Bloch Indikator von Spießigkeit, wäre perfekt gewesen.

Im Zeichen der Aufklärung

02.07.12 (Achim Heidenreich) -
Mit der Oper „Die Trauung“, nach Witold Gombrowicz begann 1975 die Karriere des Komponisten Volker David Kirchner. Weitere erfolgreiche Bühnenwerke, aber auch zahlreiche Instrumentalkompositionen folgten. Am 25. Juni 2012 wurde Volker David Kirchner siebzig Jahre alt, Anlass für ein Gespräch, das Achim Heidenreich mit dem Komponisten geführt hat.

Kürten wie Kassel: Die neue Ökonomie von Musiktagen

15.12.10 (Achim Heidenreich) -
Musikfeste sind touristisch attraktiv und somit ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor - wenn sie gut laufen. Zuweilen muss Musik die Wirtschaft sogar ersetzen. In den mittlerweile auch nicht mehr ganz so neuen Bundesländern manchmal flächendeckend: Zwischen Nussknacker- und Flunderland findet Kultur ganz konkret durchökonomisiert statt.
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