Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Burkhard Baltzer«

Ganz still ist’s an Europas Türen

07.03.21 (Burkhard Baltzer) -
In unserem Tübinger Haus herrscht Stille. Hinter Hendriks Tür ist seit Wochen kaum mal ein Dudelsack zu hören. Auch keine Geräusche von Skype-Gesprächen, die Hendrik Morgenbrodt vor allem mit den Bandmitgliedern und -gästen von „Cara“ führt. „Cara“ bedeutet im Irischen „Freund“. Wenn die Freunde auftreten, ist kein Rascheln eines Seidenpapiers zwischen ihnen zu hören, alle sind einander ganz nah, sie musizieren unglaublich präzise und feurig. Die Freundinnen und Freunde in der Band stammen aus Deutschland, Schottland und Irland und sonst woher.

Kulturgeschichtliche Räume öffnen sich

13.02.21 (Burkhard Baltzer) -
Um es gleich anfangs zu sagen: Hätte es die beiden hier beschriebenen Wälzer bereits vor Jahrzehnten gegeben, wäre wohl bis heute ein Numerus-Clausus für das Musikstudium nötig gewesen: Vor schierer Lust, Freude und Neugierde von Studierenden nicht an der Medizin oder am Volkswirtschaftsstudium, sondern an der Musik und den gesellschaftlichen Zusammenhängen, die sie hervorbrachte, beziehungsweise die für ihre Wirkmacht stehen. Denn das ist der große Vorzug der beiden Bände „Musik und Gesellschaft“, die Frieder Reininghaus, Judith Kemp und Alexandra Ziane herausgegeben haben und in denen sie 421 Essays von 107 Autorinnen und Autoren versammeln.

Der Fisch und sein Kopf

12.11.18 (Burkhard Baltzer) -
Fast sah es so aus, als wollte das Bauhaus in Dessau mal selber in den politischen Ring steigen, um sich – befeuert von Zurufen sachsen-anhaltinischer Landes- und Parteienvertretern – eigenhändig eine Niederlage zuzufügen. Wochenlangen negativen Schlagzeilen über eine Konzert-Absage folgte zwar eine Entschuldigung, doch man blieb bei der Absage. Die antifaschistische Punk-Band „Feine Sahne Fischfilet“ darf nun im Anhaltinischen Theater auftreten, das zwischenzeitlich auch schon einmal abgesagt hatte.

Never Give Up

02.04.17 (Burkhard Baltzer) -
In Stuttgart wütet ein Fiesling: Er heißt Polinesso und kippt beinahe das verfaulte englische Theater- und Gesellschaftsmodell des ersten Drittels vom 18. Jahrhundert. Anlass ist der Plan des machtgeilen Polinesso, der mittels einer sexuellen Intrige das Glück des zur Herrschaft bestimmten Tronfolgers von Schottland zu zerstören trachtet und damit das künftige Königspaar an den Rand des Todes treibt. Polinesso selbst will König sein und die Königstochter besitzen. Ausgehend von der klugen Inszenierung dieses Opernstoffs wäre es spätestens jetzt nicht nur eine gemeine, sondern eine echte Teufelstat, wenn dem Stuttgarter Opernhaus samt Chor nicht am 7. Mai die Auszeichnung „International Opera Award“ verliehen würde – gerade wegen dieser jüngsten Premiere von Händels „Ariodante“. Nominiert sind neben Stuttgart die Häuser in Houston, Lyon, Vlaanderen, das Royal Opera House und das Teatro alla Scala.

Jede Menge Tonkunst-Proleten

03.05.16 (Burkhard Baltzer) -
Erschreckende Zahlen steuerten jüngst die Jazzmusikverbände mit einer Studie bei: Das durchschnittliche Einkommen eines deutschen Jazzers liegt bei 12.500 Euro im Jahr. Die Meister des Improvisierens im doppelten Wortsinn sind jedoch nur Teil eines breiten, verarmten Künstler-Proletariats. Den meisten mit Musik befassten Freiberuflern geht es schlecht – und es werden immer mehr. Wenn es nicht zynisch wäre, müsste man von einer Musikerschwemme sprechen, die daran schuld ist. Tatsächlich wächst die Zahl der Absolventinnen und Absolventen von Musikhochschulen, staatlichen wie kirchlichen. Waren es 2001 noch 1645, so machten zuletzt 2.200 ihre Abschlüsse.

Nächtlicher Reigen verschiedener Paare – „The Fairy Queen“ in Stuttgart

04.02.16 (Burkhard Baltzer) -
Ein Fest – und schon im Foyer läuft die Feier aus dem Ruder. Das Hochzeitspaar wahrt zwar die Fassung, doch der Organist trinkt sich so hackedicht, dass seine Lippen kaum mehr den Flaschenhals finden, während eine Partynudel jeden ernsthaften Regieansatz verzappelt . Man ist belustigt und verstört über den Beginn dieser „Fairy Queen“ in Stuttgart, wo Oper und Schauspiel zum zweiten Mal gemeinsam einen „Purcell stemmen“.

Der Musikredakteur, vermutlich freigestellt

27.09.15 (Burkhard Baltzer) -
Würde es dieses Schurkenstück nicht schon geben, müsste es aus Sicht der ARD-Intendanten erfunden werden: Die Abschaffung beziehungsweise Entmündigung der Musikredakteure bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Aufgeschreckt von den dauerdudelnden Privatsendern, ersetzten die öffentlich-rechtlichen irgendwann ihren gesetzlich festgeschriebenen kulturellen Auftrag durch die „Hörer-Demokratie“ – in ihrem Fall durch das Diktat der Quote, was sie zum Beispiel durch „Die größten Hits aller Zeiten“ verleugnen.

„Behandelt sie wie Lehrer!“

02.07.13 (Burkhard Baltzer) -
Berlin ist derzeit Schauplatz eines ungeheuerlichen Vorgangs. Eines Vorgangs zudem, den die im Senat führende SPD zu verantworten hat: Mit der Kündigung hunderter Musikschullehrkräfte verraten die Sozial- und Christdemokraten in diesen Tagen Großteile ihres bildungspolitischen Selbstverständnisses. Am 14. Juni versammelten sich deshalb etwa 500 betroffene Lehrer, Eltern, Gewerkschaftler, Politiker und sympathisierende Musiker vor dem Konzerthaus auf dem Gendarmenmarkt zu einer ersten Demonstration.

Dozenten als Tagelöhner – Lehrbeauftragte an Musikhochschulen kämpfen gegen sittenwidrige Verhältnisse

06.09.11 (Burkhard Baltzer) -
Im Januar 2011 wurde die „Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen“ (bklm) gegründet und die „Frankfurter Resolution“ verabschiedet. Burkard Baltzer, Redakteur der Zeitschrift „Kunst+Kultur“, traf sich mit einer der stellvertretenden Sprecherinnen der Bundeskonferenz, Professor Karola Theill, zum Gespräch.

Die Bestimmung des Menschen

01.10.06 (Burkhard Baltzer) -

Ungewöhnlich, wenn nicht gar einmalig: Ein regierungsamtliches Institut widmet sich psycho-sozialen Fragen des Arbeitsschutzes und holt dazu sogar Kunst und Künstler ins Boot, die erfahrungsgemäß noch mehr Fragen stellen – und wenn überhaupt nur komplexe Antworten finden, die Arbeitsschutzparagraphen sprengen. Gerade ist dort die Ausstellung „Macht Musik“ zu sehen. Dabei geht es weniger um Paragraphen, sondern um einem komplexen Lernort mit vielen Veranstaltungen, auch für Lehrkräfte. Aber eben das ist ein Prinzip der DASA am Rande von Dortmund.

Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: