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Alle Artikel kategorisiert unter »Holger Noltze«

Musikjournalismus? Jetzt! Gerade!

30.11.20 (Holger Noltze) -
Gern erinnere ich mich an die vielen guten Wünsche zum Start der Musikjournalismus-Studiengänge in Dortmund vor zehn Jahren. Ich hatte zur Antrittsvorlesung (etwas über Mozart und die Medien) ein kleines, aber fein besetztes Symposium unter der etwas verschwurbelt formulierten Themensetzung, warum und zu welchem Ende man Musikjournalismus studieren solle, zusammengebracht: eine Reihe hochmögender, prominenter, zweifelsfrei kompetenter Kollegen. Zusammensaß also eine mit allen Wassern des Betriebs gewaschene Herrenrunde, und alle wünschten dem Projekt „Musikjournalismus in Dortmund“ alles Gute. Aber, ich weiß es noch genau: jeder, wirklich jeder verband seine Glückwünsche mit mehr oder weniger deutlichen Zweifeln. Erstens: Ob man das sachverständige, klug vermittelnde, womöglich inspirierende Schreiben, Reden, Handeln über Musik (als Kunst) denn überhaupt lehren, überhaupt lernen könne. Und zweitens: Ob der „Markt“, die „Welt“ derlei überhaupt noch brauche. Wünschenswert, ja, aber realistisch? – Als alle gegangen waren, blieb ich nachdenklich zurück. Was hatten wir uns da vorgenommen?

Die Schanzwerke der alten Welt

26.09.20 (Holger Noltze) -
„Zu Holger Noltzes elegantem Versuch, die Digitalisierung zu reiten“, lese ich als Teaser über Bojan Budisavljevics eleganter Rezension meines Wunderkammer-Buchs (nmz 7-8/2020, S. 17). Erst denke ich, es meint gewiss „retten“ (weil ich mich der schönen neuen Welt des Digitalen womöglich so bedenkenlos retterisch näherte). Am Ende, denke ich, könnte es aber doch, wie es da steht, „reiten“ meinen, denn da finde ich mich, bei allem Wohlwollen und freundlicher Einlässlichkeit des sehr geschätzten Kollegen, doch mit in den Sattel als eine Art Don Quijote der digitalen Welt gesetzt, in der zur Vergeblichkeit verurteilten Aventüre, dem grundsätzlich Falschen nun irgendwie „Gutes abgewinnen“ zu wollen. Netter Versuch.

Aufs Weitergehen kommt es an

01.02.20 (Holger Noltze) -
Musik war ihm eine existenzielle Angelegenheit. Mit Kleinmeistern hielt er sich nicht auf. Martin Geck rang ein Leben lang mit den ganz Großen, Bach, Beethoven, Wagner, Mozart, Schumann und Mendelssohn; bewegt von dem Ungeheuerlichen, das ihm schon als Kind so erschien. Derart staunenswert, überwältigend, dass ihn das Hören eines Musikstücks wie benommen zurücklassen konnte. Oder wütend, wenn der Knabe empört das elterliche Wohnzimmer im Recklinghäuser Pfarrhaus verließ, weil er fand, dass nach der Radio-Übertragung einer Beethoven-Symphonie nicht einfach weitergeredet werden sollte.
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