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Alle Artikel kategorisiert unter »Peter P. Pachl«

Im Reich der Lichtobjekte – Jean-Philippe Rameaus „Hippolyte et Aricie“ an der Staatsoper Berlin

01.12.18 (Peter P. Pachl) -
Der anfängliche Eindruck der Zuschauer*innen in der Aufführung von Rameaus Tragedie en cinq actes, sie befänden sich – angesichts der zahlreichen Lasereffekte im Paraffin-Nebel – in einem Disco-Club oder in einer Pop-Großveranstaltung, verhärtet sich noch, als über dem Orchestergraben eine gigantische Prismen-Spiegelkugel herabgesenkt wurde. Ohne Zweifel: Pluto, Merkur und Diana sind mitsamt Familie und Bediensteten eingekehrt ins Disco-Reich.

Kopftheater – Leonard Bernsteins „Candide“ an der Komischen Oper Berlin

25.11.18 (Peter P. Pachl) -
Die auf Voltaires satirischer Novelle „Candide ou l’Optimiste“ beruhende Handlung von Leonard Bernsteins „Candide“ verlangt nach einer aberwitzigen Folge von Schauplätzen, die selbst als Ausstattungsrevue kaum adäquat zu realisieren wären. Barry Kosky hat einen umgekehrten Weg eingeschlagen: den in die Vanitas des Endes der Handlung – ein Kopftheater auf der zumeist leeren Bühne. Wichtig ist dem inszenierenden Hausherrn das Spiel, das Tempo, die Intensität einer in ihren Spitzen ausgezeichneten Solist*innen-Riege und der sich wieder einmal überbietenden Chorsolisten der Komischen Oper Berlin.

Offtheater als High Price Event – „A Monteverdi Project“ an der Staatsoper Berlin

19.11.18 (Peter P. Pachl) -
Die in den Rahmen der diesjährigen Barocktage der Staatsoper Unter den Linden eingebettete Uraufführung schafft den Chiasmus vom Off-Theater des Inhalts zum Prestigeobjekt in Form und Ausstattung: ein staatsopernadäquates High Price Event.

„Der Zauberer von Oz“ von Pierangelo Valtinoni an der Komischen Oper Berlin

29.10.18 (Peter P. Pachl) -
Es ist schwer, gegen einen Mythos anzutreten, im konkreten Fall gegen den Hollywoodfilm „Der Zauberer von Oz“. Dass dies obendrein ein Musical-Film ist, der auch gerne auf die Bühnen transformiert wurde, macht den Fall für die Komische Oper Berlin mit einer Erstaufführung als Kinderoper nicht leichter.

Lagerhalle Korinth – Luigi Cherubinis „Médée“ an der Staatsoper Unter den Linden Berlin

21.10.18 (Peter P. Pachl) -
Die Premiere, vor knapp drei Wochen, fand wohl nur geteilte Aufnahme; inzwischen hat sich „Médée“ zu einem Triumph gemausert, als ein dramatisches Fest großer Stimmen, des imposanten Staatsopernchores und der unter ihrem GMD Daniel Barenboim fulminant aufspielenden Staatskapelle – ein Erlebnis.

Faszinierende Hommage á Debussy – Annelies Van Parys’ Kammeroper „Usher“ an der Staatsoper Berlin uraufgeführt

13.10.18 (Peter P. Pachl) -
Mit der jüngsten Produktion ist der Staatsoper ein Coup gelungen. Jenseits der bislang formal und ästhetisch betonten Werkstatt-Atmosphäre in der „Neuen Werkstatt“, die unter der Intendanz von Matthias Schulz „Alter Orchesterprobensaal“ genannt wird, erfolgt in perfekter Illusionsraum-Lösung die Uraufführung einer ungewöhnlichen Umsetzung von Claude Debussys Fragment „La Chute de la maison Usher“.

Die geklaute Ziffer – François Sarhans „Nacht bis Acht“ an der Deutschen Oper Berlin

07.10.18 (Peter P. Pachl) -
Einen knappen Tag nach der Eröffnungspremiere mit „Wozzeck“ lieferte die deutsche Oper Berlin als Uraufführung eine Oper „für alle ab 6 Jahren“ in ihrer Tischlerei nach. In François Sarhans „Nacht bis Acht“ stößt der Besucher auf Opern-Topoi, die ihm sofort bekannt vorkommen: auf eine diebische Elster, auf Don Quichotte und einen schweifenden Mann mit Augenklappe, auf eine per blauem Stofftuch imaginierte Wasserwelle, ein fahrbares und sich hebendes Bett sowie auf eine Drehorgel als Taxi. Doch wer dabei an Rossini, Massenet und Wagner, an Barockoper, an Marthaler oder an Wedekind denkt, der ist auf dem Holzweg.

Mit norwegischem V-Effekt: Bergs „Wozzeck“ an der Deutschen Oper Berlin

06.10.18 (Peter P. Pachl) -
Man stelle sich vor: Verdis „Aida“ in Rom, von einem deutschen Regisseur inszeniert, und jeder Handlungsträger ist mit einem Deutschlandfähnchen in der Hand oder am Anzug bestückt, alle in bayerischer Tracht – der Skandal wäre nicht auszumachen. Anders in Berlin, wo 1925 Alban Bergs „Wozzeck“ an der Staatsoper herauskam und wo jetzt in der Deutschen Oper eine Neuinszenierung Büchners Handlung radikal nach Norwegen verlegt: keinerlei Widerspruch beim Publikum.

Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ an der Komischen Oper Berlin

01.10.18 (Peter P. Pachl) -
In Berlin wurde das frühe Meisterwerk des Brünner Wunderkinds auf dem Wege nach Hollywood nach langem Verstummen im Dritten Reich und in einer der Spät- und Nachromantik des 20. Jahrhunderts abholden Periode wiederentdeckt durch eine ungewöhnliche Inszenierung Götz Friedrichs an der Deutschen Oper Berlin im Jahre 1983, der 2004 eine weniger gelungene Produktion am selben Haus folgte, welches in der vergangenen Saison mit Korngolds „Wunder der Heliane“ fulminant nachsetzte. Zu feiern gab es an der Komischen Oper Berlin nun nicht nur einen szenischen Neuansatz für den frühen Welterfolg, sondern auch Sängerleistungen und den Einstand des neuen GMDs Ainārs Rubiķis.

Ableitung der Ableitung: Franz Schrekers „Die Gezeichneten“ an der Oper Zürich

24.09.18 (Peter P. Pachl) -
Wenn eine Produktionsdramaturgin in der Einführungsveranstaltung vor der Premiere einer Neuinszenierung das Publikum auffordert, „Schließen Sie die Augen und hören Sie zu!“, dann scheint im Zeitalter des Regietheaters Vorsicht geboten – insbesondere, wenn eine mit Spannung erwartete szenische Neudeutung eines der spannendsten Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts ansteht.
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