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Alle Artikel kategorisiert unter »Peter P. Pachl«

Von Loops und musikalischer Körperverletzung – Tendenzen szenischer Musik beim jüngsten Berliner Theatertreffen

25.05.17 (Peter P. Pachl) -
Den von einer Jury ausgewählten Produktionen für das diesjährige Berliner Theatertreffen ist eine Befreiung von den Texten vorgegebener Spielvorlagen gemeinsam – so etwa dem Verzicht auf Tschechows originale Dialoge bei den gleichwohl als Tschechow-Stück angekündigten „Drei Schwestern“ –, kombiniert mit musikalischen Loops und einer die Grenze der Körperverletzung wiederholt überschreitenden Lautstärke live erzeugter oder vornehmlich aus Konserve eingespielter Musikstücke.

Im Torf: Aribert Reimanns „Medea“ an der Komischen Oper Berlin

23.05.17 (Peter P. Pachl) -
Den Auftakt eines Reimann-Triptychons der drei Berliner Opernbühnen bildet „Medea“: die im Jahre 2010 als Auftragswerk der Wiener Staatsoper aufgeführte Oper von Aribert Reimann wurde bei ihrer Berliner Erstaufführung an der Komischen Oper zu einem Triumph für den Komponisten und für Nicole Chevalier in der Titelrolle.

Durchbohrung der Musik-Welt: Drei neue Opern in der Deutschen Oper Berlin

09.05.17 (Peter P. Pachl) -
Das von der Deutschen Oper Berlin vorgegebene Thema bei der 3. Kooperation mit der Hochschule für Musik Hanns Eisler nimmt Bezug auf die Bohrung des tiefsten Lochs der Welt, auf der russischen Halbinsel Kola. An diesem Thema sind drei junge Komponisten bewusst vorbeigeschossen, und drei junge Regisseurinnen haben sich mit vielen Videoprojektionen, An- und Ausziehen, Bühnennebel und Dekorations-Zertrümmerung mehr oder weniger geschickt am Thema vorbeigemogelt. Ein langer, oft nerviger Theaterabend mit wenigen klanglichen Lichtblicken.

Old-fashioned – Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ an der Deutschen Oper Berlin

08.05.17 (Peter P. Pachl) -
Nach zwei umstrittenen Premieren setzte die Deutsche Oper Berlin mit ihrer jüngsten Produktion auf ihre Wagner Tradition. Die Neuinszenierung „Der fliegende Holländer“ von Christian Spuck ist allerdings so old-fashioned geraten, dass er vielleicht vor 35 Jahren noch Diskussionen ausgelöst hätte. Gemessen an dieser Neuinszenierung war die letzte Inszenierung dieser Romantischen Oper durch Götz Friedrich ihrer Zeit immer noch weit voraus.

Vom Guckkasten zum Mitspieltheater– Mauricio Kagels „Staatstheater“ im Berliner Ballhaus Ost

03.05.17 (Peter P. Pachl) -
Mauricio Kagels szenische Komposition „Staatstheater“, 1967 als Auftragswerk der Hamburgischen Staatoper entstanden und vom Komponisten selbst realisiert, wurde nun von der freien Gruppe Opera Lab mit zwei altgedienten Kämpen der Deutschen Oper Berlin, Catherine Gayer und Klaus Lang in den Hauptpartien, neu zur Diskussion gestellt. Ein mit anderthalb Stunden immer noch teils kurzweiliger, Längen in Kauf nehmender Theaterabend jenseits der Provokation.

Jaulendes aus dem alten Rom: „Die Krönung der Poppea“ – neu gefasst an der Komischen Oper Berlin

30.04.17 (Peter P. Pachl) -
Wiederaufnahmen an Stadttheatern sind in der Regel nicht unproblematisch, geraten eher wie ein zweiter Aufguss mit deutlichen Abstrichen gegenüber der Premieren-Version. Anders nur an Häusern, die sich das Prinzip „Werkstatt“ zum Ziel gesetzt haben, wie es von Neu-Bayreuth geprägt wurde. Dort arbeitet der Hausherr der Komischen Oper demnächst – und die Wiederaufnahme seiner zunächst im Rahmen des Monteverdi-Marathons vorgestellten letzten Oper des Urvaters der Opernbühne, „Die Krönung der Poppea“ war 2012 – so Regisseur Barrie Kosky – „noch nicht fertig für meinen Geschmack“.

Deutsche Erstaufführung: Neufassung von Nicola Sanis „NeIl tempo sospeso del volo“ an der Staatsoper Berlin

29.04.17 (Peter P. Pachl) -
Das Schwierigste für einen lebenden Komponisten ist es nicht, eine Uraufführung zu bekommen, sondern nachgespielt zu werden. Der 1961 in Ferrara geborene Nicola Sani, unter anderem Schüler von Stockhausen, brachte 2007 in Reggio Emilia sein siebtes Bühnenwerk „NeIl tempo sospeso del volo“ zur Uraufführung. Zehn Jahre später, kurz vor dem 25. Jahrestag der Ermordung Falcones, holte es Jürgen Flimm als zweite Bühne an die Staatsoper, die es unter dem Titel „Falcone“ als deutsche Erstaufführung in deutscher Übersetzung präsentiert.

Uraufführung von Vilallongas „Blancanieves” als Live-Film-Konzert

24.04.17 (Peter P. Pachl) -
Zu allen Zeiten gab es Künstler, die sich dem Fortschritt verschlossen, am Alten hingen und – sei es in der bildenden Kunst oder der Musik – sich schöpferisch so verhielten, als sei die jeweils neue Zeitepoche noch nicht angebrochen. In der Oper ist dafür Giles Swayne eines der eklatantesten Beispiele: der britische Komponist brachte im späten 20. Jahrhundert seine Überzeugung, über Mozart ginge es nicht hinaus, damit zum Ausdruck, dass er in dessen Stil komponierte und auch gleich noch die Fortsetzung des Figaro-Stoffes („La Nozze di Cherubino“).

Vertikalreise – „Die Frau ohne Schatten“ an der Hamburgischen Staatsoper

18.04.17 (Peter P. Pachl) -
Eine Woche nach der Neuinszenierung von Strauss’ Komposition des Kunstmärchens von Hugo von Hofmannsthal durch die Berliner Staatsoper, hievte auch die Staatsoper Hamburg jene Spielvorlage, welche die Autoren gerne als pures Märchen jenseits von Deutungen gesehen hätten, auf den Prüfstand eines psychologisch ausgerichteten Regietheaters. Ein nicht immer schlüssiger, aber sehens- und hörenswerter Abend.

Wehen-Hysterie und Kinder-Gazellen – „Die Frau ohne Schatten“ an der Staatsoper

11.04.17 (Peter P. Pachl) -
Spätestens bei der Applausordnung wurde den Premierenzuschauern der Eröffnungspremiere der Festtage der Staatsoper klar, dass zumindest in der Deutung des Operntitels seitens des Inszenierungsteams ein heftiges Missverständnis vorlag, denn deren hierarchischer Aufbau gipfelte in der Kaiserin. Mit der „Frau ohne Schatten“ aber meinten Hofmannsthal und Strauss unmissverständlich die namenlos stets nur als Frau apostrophierte Gattin des Färbers.
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