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Alle Artikel kategorisiert unter »Peter P. Pachl«

Uraufführung von Philippe Schoellers neuer Musikfassung zu E. A. Duponts „Das alte Gesetz“

20.02.18 (Peter P. Pachl) -
Am Anfang der Berlinale stand in den vergangenen Jahren zumeist ein Stummfilm mit großem Live-Orchester, interpretiert vom RSB unter der musikalischen Leitung von Frank Strobel. Auch in diesem Jahr gab es ein gemeinsames Filmprojekt der Deutschen Kinemathek zusammen mit Arte TV, diesmal allerdings mit kammermusikalischer Begleitung: zwölf Instrumentalisten des Orchester Jakobsplatz München (OJM) begleiteten den Film „Das alte Gesetz“ des Regisseurs E. A. Dupont – erstmals mit der neuen Musik von Philippe Schoeller.

Ungewöhnlich, doch nur partiell gelungen – „Tristan und Isolde“ an der Staatsoper Berlin

16.02.18 (Peter P. Pachl) -
Dmitri Tcherniakov hatte die Latte mit seiner Berliner Debüt-Inszenierung an der Staatsoper extrem hoch gelegt, konnte seine Leistung bei „Parsifal“ nur unterlaufen, und auch seine Inszenierung „Tristan und Isolde“ bleibt hinter der „Zarenbraut“ deutlich zurück. Auch für Wagners Handlung wählt er einen (dezenten) medialen Ansatz, verlegt sie nach heute, in eine (russische) Party-Gesellschaft. Witziges steht neben Einfallslosem, genialisch Aufblitzendes neben Banalitäten. Ebenfalls ungewöhnlich, aber überragend ist Daniel Barenboims musikalische Interpretation.

Sprachlosigkeit in Musik gesetzt – Nikolaus Brass’ „Sommertag“ in der Neuen Werkstatt der Staatsoper Berlin

11.02.18 (Peter P. Pachl) -
Vor zwei Jahren bereits war beim Festival Ultraschall in Berlin jenes „Kammermusiktheater“ zu erleben, das ein Jahr zuvor, bei der Münchner Biennale 2014 seine Uraufführung erlebt hatte. „Sommertag“ von dem Donaueschingen-erprobten Arzt und Komponisten Nikolaus Brass basiert auf Jan Fosse, dessen Roman „Morgen und Abend“ als ein eindrucksstarkes Musiktheater von Georg Friedrich Haas im Vorjahr an der Deutschen Oper Berlin zu erleben war.

Wirbelnde Leichenteile – Uraufführung von „Frankenstein“ an der Deutschen Oper Berlin

31.01.18 (Peter P. Pachl) -
Ihre jüngst bei „Carmen“ auf wenig Zuspruch gestoßene Beschäftigung mit „Ersatz-Körperersatzteilen“ setzt die Deutsche Oper Berlin mit der Uraufführung ihrer Auftragsproduktion „Frankenstein“ fort. Der komischen, aber nicht hintergrundlos eingespielten Warnung des Intendanten Dietmar Schwarz, die nachfolgende Produktion könne manche Besucher zu sehr belasten, folgten in der Tat rasch nach Beginn der Aufführung und auch später noch einige Besucher_innen.

Michael Hazanavicius’ „The Artist“ mit der live gespielten Originalmusik im Konzerthaus Berlin

29.01.18 (Peter P. Pachl) -
Obgleich noch tausende von Stummfilmen der Wiederentdeckung und der Wiederaufführung mit vollem Orchester harren, so dass der Europäischen Filmphilharmonie auch in den nächsten Jahrzehnten der Stoff nicht ausgehen dürfte, erfolgt die Bereicherung für dieses spezifische Genre obendrein auch noch aus der historischen Gegenrichtung.

Liebe in Zeiten des Organhandels – „Carmen“ an der Deutschen Oper Berlin

25.01.18 (Peter P. Pachl) -
Sieben Jahre ist es her, seit Sebastian Baumgarten in Berlin an der Komischen Oper „Carmen“ mit ungewöhnlichen, teils aktualisierenden, teils symbolischen Bildern gefüllt hatte, und vergangenen Sommer flatterte den TV-Haushalten eine Digest-Version von Bizets 1875 uraufgeführter Oper von der Bregenzer Seebühne ins Haus.

Missbrauch im Kuschelland-Elysium – Franz Schrekers „Die Gezeichneten“ an der Komischen Oper Berlin

22.01.18 (Peter P. Pachl) -
Der skandalumwitterte Regisseur Calixto Bieito, der an der Komischen Oper Berlin unter anderem mit einer drastisch ins Rotlichtmilieu der Gegenwart verlagerten „Entführung aus dem Serail“ für Aufregung gesorgt und die Werteskala dessen, was auf der Bühne an extremen Obszönitäten machbar ist, neu bestimmt hat, schien für Franz Schrekers Skandal-Oper „Die Gezeichneten“ ein optimaler Inszenator.

Kuriose Kostbarkeiten (Peter P. Pachl)

29.12.17 (Peter P. Pachl) -
Eine geradezu absurde Situation: selbst jene Labels, die in den Vorjahren Künstlern oder Ensembles wenigstens geringe Honorare entrichtet haben, zahlen inzwischen nichts mehr, sondern fordern im Gegenteil die Festabnahme von Exemplaren in Hunderter-Stückzahlen. Kurioserweise geht der Tonträger- und Bildtonträger-Markt trotz massiver Klagen um mangelnde Absätze nicht zurück, sondern expandiert weiter. Im schier kaum überschaubaren Angebot befinden sich im Jahre 2017 zahlreiche Erstveröffentlichungen und Repertoire-Erweiterungen, die anzuhören oder anzusehen Freude macht.

Paul Abrahams „Märchen im Grand Hotel“ an der Komischen Oper Berlin

18.12.17 (Peter P. Pachl) -
In Nachfolge zu fünf selten gespielten Operetten von Emmerich Kálmán, die in den vergangenen Spielzeiten an der Komischen Oper Berlin eine so genannte Weihnachts-Operetten-Reihe bilden, folgt nun ein fünfteiliger Zyklus mit selten zu hörenden bis vergessenen Operetten von Paul Abraham. Den Anfang machte die 1934 in Wien uraufgeführte Lustspieloperette „Märchen im Grandhotel“, „konzertant“ angekündigt, aber doch szenisch genussreich.

Ohne Harry Potter läuft nichts – Berlioz’ „L’enfance du Christ“ szenisch in der Philharmonie

17.12.17 (Peter P. Pachl) -
Die irische Regisseurin Fiona Shaw, durch die „Harry Potter“-Verfilmungen bekannt als Aunt Petunia Dursley, inszenierte in der Philharmonie Berlin Hector Berlioz’ Oratorium von der Kindheit Jesu, die geistliche Trilogie „L’enfance du Christ“ für Solisten, Chor, Orchester und Orgel aus den Jahren 1850 bis 1854. Deren – gerade verglichen mit der letzten szenischen Produktion an diesen Ort, Peter Sellars’ hinreißender Janácek-Inszenierung des „Füchslein Schlaukopf“ (vgl. nmz vom 13. 10. 2017) – äußerst karge szenische Einrichtung erreicht kaum die Wirkung einer Christmas Pantomime in einem britischen Gemeindehaus.
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