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Alle Artikel kategorisiert unter »Peter P. Pachl«

Von der Villa Wahnfried zu den Nürnberger Prozessen: Barrie Koskys „Meistersinger“-Inszenierung eröffnete den Bayreuther Premierenreigen

26.07.17 (Peter P. Pachl) -
Als „erster jüdischer Regisseur in Bayreuth“, so Barrie Kosky, hatte er sich zunächst nur schwer dazu durchringen können, „Die Meistersinger von Nürnberg“ zu inszenieren. Dann aber hatte der Chef der Berliner Komischen Oper einen sehr originellen Interpretationsansatz gefunden, von Wagners Salon-Weihfestspielen in der Villa Wahnfried bis zu den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen. Das witzige, bisweilen optisch verstörende Konzept, musikalisch gestützt durch eine überaus eigenwillige Interpretation von Philippe Jordan, machte den offiziellen Eröffnungsabend der Bayreuther Festspiele zu einem gefeierten Triumph.

Ethos-Pathos-Logos: Mit einem Sonderkonzert gedenken die Bayreuther Festspiele des 100. Geburtstages von Wieland Wagner

25.07.17 (Peter P. Pachl) -
Schon vor der mit Spannung erwarteten Neuinszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ begannen die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr mit einem Vorabend im Festspielhaus. Bereits am Morgen war im Neubautrakt des Wagner Nationalmuseums eine imposante Rauminstallations-Ausstellung über Leben und Schaffen Wieland Wagners eröffnet worden, am Abend gab es im Festspielhaus mehrere Erstaufführungen.

Abschiede von Charlottenburg – Drei letzte kleine Produktionen der Staatsoper

14.07.17 (Peter P. Pachl) -
Nachdem Jürgen Flimm Jahr um Jahr auf den Einzug in die „Staatsoper Unter den Linden“ warten musste, sieht es derzeit gerade so aus, als könnten er und sein Ensemble sich von Charlottenburg nicht trennen. Tatsächlich war für ihn, den geborenen Theatermann mit Schwerpunkt Schauspiel, das Schillertheater ein wichtigerer Ort als für viele der vordem im Ostteil der Stadt engagierten Mitarbeiter der Staatsoper.

Blutiges Gemetzel anstelle des Happy-Ends – Rossinis „Il viaggio a Reims“ an der UdK Berlin

07.07.17 (Peter P. Pachl) -
Die erste Oper mit integrierter Europa-Idee brachte der UdK einen eindeutigen Erfolg für die zahlreichen jungen Solist*innen und insbesondere für das einwandfrei musizierende Orchester unter Errico Fresis, der beim Schlussapplaus zu Recht Standing Ovations erntete. Problematischer hingegen die szenische Ausdeutung.

Wolfgang Rihms „Jakob Lenz“ beim Festival INFEKTION! der Berliner Staatsoper

06.07.17 (Peter P. Pachl) -
Die letzte Premiere im Schiller-Theater brachte nicht wirklich etwas Neues. Als nunmehr wirklich letzte Premiere im großen Saal des Schiller-Theaters erntete die bereits zwei Jahre alte Koproduktion der Staatsoper Unter den Linden mit der Oper Stuttgart und dem Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel einen derartigen Jubel, wie er vergleichsweise nur nach besonders beliebten Strauss-Opern zu erleben ist.

Aribert Reimanns Kammeroper „Gespenstersonate“ in der Werkstatt der Staatsoper Berlin

26.06.17 (Peter P. Pachl) -
Reimanns Oper, nach seiner Opernadaption von Shakespeares „Lear“ entstanden, basiert auf Johan August Strindberg, der sein Drama als „literarische Sonate“ bezeichnete, womit der Bewunderer Beethovens auf dessen „Gespenstersonate“ und „Gespenstertrio“ Bezug nahm.

Lichtspielszenen zwischen Wald und Meer – Wim Wenders’ Operndebüt mit Bizets „Perlenfischern“ an der Staatsoper

25.06.17 (Peter P. Pachl) -
Wim Wenders gehörte zur Gruppe jener Regisseure, die gefragt worden waren, ob sie den derzeit in Bayreuth spielenden „Ring“-Zyklus inszenieren würden. Dass Wenders’ Wagner-Projekt, gemeinsam mit Pina Bauschs Bühnenbildner Peter Pabst, seinerzeit nicht zustande gekommen ist, scheint angesichts seines nachgeholten Musiktheater-Regiedebüts mit George Bizets Oper „Les pêcheurs de perles“ nicht bedauerlich.

Kindertheatermäßig – Rameaus „Zoroastre“ an der Komischen Oper Berlin

20.06.17 (Peter P. Pachl) -
Die Erstaufführung von Jean-Philippe Rameaus fünfaktiger Tragédie „Zoroastre“ im Rahmen der alljährlichen Barockopernproduktion der Komischen Oper Berlin erwies sich als ein schwieriges Unterfangen. Zu dürftig und redundant die Handlung, zu wenig musikalisch fesselnd die weitgestreckten Rezitative, zu kindertheatermäßig die szenische Aufbereitung, – und so verließen etwa 20 Prozent der Premierenbesucher das Theater bereits in der Pause.

Bedingter Sieg für Mussorgskij – „Ur-Boris“ an der Deutschen Oper Berlin

18.06.17 (Peter P. Pachl) -
Während die Staatsoper in der Ära von Jürgen Flimm konsequent und – wie zuletzt mit „La Damnation de Faust“ sehr erfolgreich auf internationale Koproduktionen setzt, hat die Deutsche Oper Berlin mit Koproduktionen offensichtlich eine weniger glückliche Hand. Die Inszenierung von Richard Jones, erst im Vorjahr am Royal Opera House Covent Garden in London erfolgt, wirkt sehr viel älter, als sie ist. Doch der Zuspruch des Premierenpublikums für die russische Nationaloper war uneingeschränkt.

Faust und Holocaust – Berlioz’ „La damnation de Faust“ an der Berliner Staatsoper

06.06.17 (Peter P. Pachl) -
Obgleich Terry Gilliams Inszenierung bereits vor sechs Jahren in London herauskam und anschließend in Palermo und Antwerpen zu sehen war, löste die deutsche Erstaufführung dieser internationalen Koproduktion in Berlin heftige Proteste aus und zog Verrisse in den Tageszeitungen nach sich. Die szenische Revue über die größte Dämonie des 20. Jahrhunderts erntete in der dritten Aufführung Lacher und widerspruchslos begeisterten Schlussapplaus.
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