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Alle Artikel kategorisiert unter »Peter P. Pachl«

Vertikalreise – „Die Frau ohne Schatten“ an der Hamburgischen Staatsoper

18.04.17 (Peter P. Pachl) -
Eine Woche nach der Neuinszenierung von Strauss’ Komposition des Kunstmärchens von Hugo von Hofmannsthal durch die Berliner Staatsoper, hievte auch die Staatsoper Hamburg jene Spielvorlage, welche die Autoren gerne als pures Märchen jenseits von Deutungen gesehen hätten, auf den Prüfstand eines psychologisch ausgerichteten Regietheaters. Ein nicht immer schlüssiger, aber sehens- und hörenswerter Abend.

Wehen-Hysterie und Kinder-Gazellen – „Die Frau ohne Schatten“ an der Staatsoper

11.04.17 (Peter P. Pachl) -
Spätestens bei der Applausordnung wurde den Premierenzuschauern der Eröffnungspremiere der Festtage der Staatsoper klar, dass zumindest in der Deutung des Operntitels seitens des Inszenierungsteams ein heftiges Missverständnis vorlag, denn deren hierarchischer Aufbau gipfelte in der Kaiserin. Mit der „Frau ohne Schatten“ aber meinten Hofmannsthal und Strauss unmissverständlich die namenlos stets nur als Frau apostrophierte Gattin des Färbers.

Mussorgskis „Jahrmarkt von Sorotschinzi“ an der Komischen Oper Berlin

04.04.17 (Peter P. Pachl) -
Bereits im Vorfeld des 70-jährigen Jubiläums der Komischen Oper Berlin, welches in der kommenden Saison begangen wird, schlägt Barrie Kosky mit der jüngsten Produktion den Bogen zu den Anfängen von Walter Felsenstein. Der hatte in seiner ersten Spielzeit Mussorgskis komische Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“ in der Tscherepnin-Bearbeitung interpretiert, die bereits 1927 in der Städtischen Oper Berlin unter Fritz Zweig ihre deutsche Erstaufführung erlebt hatte.

Benjamin Brittens „Death in Venice“ an der Deutschen Oper Berlin

20.03.17 (Peter P. Pachl) -
Während die Uraufführung „Edward II.“ gerade seitens schwuler Rezensenten und Besucher als ein fragwürdig anachronistisches Einrennen offener Türen rezipiert wurde, kann man diesen Vorwurf der jüngsten homophilen Produktion der Deutschen Oper Berlin nicht machen: denn während der Paragraph 175 aufgehoben wurde, ist Päderastie weiterhin ein internationales Strafdelikt. Die in mehreren Bühnenwerken Benjamin Brittens thematisierte Knabenliebe geht einher mit dem in Großbritanniens Künstlerkreisen offenen Geheimnis, dass Benjamin Britten und Peter Pears sich auf ihren Konzert-Tourneen häufig Knaben mit in ihr gemeinsames Hotelzimmer nahmen.

Mixmax: Simone Young dirigierte die „Wagner-Gala“ an der Staatsoper

14.03.17 (Peter P. Pachl) -
Bereits der erste Blick auf die Bühne des Schiller-Theaters mit dem klassizistischen Konzertzimmer des Opernhauses Unter den Linden zeigte für den als „Wagner-Gala“ angekündigten Abend einer bunten Mischung spätromantischer Opernausschnitte unter Leitung der australischen Dirigentin Simone Young bereits optisch ein Ungleichgewicht.

Olympische Götter singen Wagner-Themen – Uraufführung des Musicals „Götter und Helden – Eine kleine Odyssee” am Gymnasium Steglitz

12.03.17 (Peter P. Pachl) -
Bereits seit mehr als 20 Jahren ist an Berlins humanistisch altsprachlichem Gymnasium in der Heesestraße in Steglitz der griechische Mythos auch Thema für die biennalen Bühnenstücke. Wie im antiken Theater Griechenlands, stehen dabei dieselben Mythen, aber jeweils von anderen Autoren mit eigenen Schwerpunkten versehen, auf dem Programm – als eine sehens- und hörenswerte Alternative zum kommerziellen Musical-Betrieb.

Schwulenhetze als Musikdrama

07.03.17 (Peter P. Pachl) -
Ob die enge Männerfreundschaft zwischen dem historischen Edward und Gaveston zu Anfang des 14. Jahrhunderts tatsächlich sexueller Natur war, ist umstritten. Aber insbesondere der Kultfilm von Derek Jarman machte den mittelalterlichen englischen König Edward II. zu einer Ikone der Schwulenbewegung. Wie Jarmans Film, so basiert auch das Libretto von Thomas Jonigk auf Christopher Marlowes Drama, obendrein auf historischen Quellen des 14. und des späten 16. Jahrhunderts.

Uraufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis „Edward II.“ an der Deutschen Oper Berlin

20.02.17 (Peter P. Pachl) -
Mehr als zehnminütiger, einhelliger Applaus für eine gerade in ihrer Reduktion musikalisch überaus eindringliche, in der Inszenierung erfreulich unplakative Produktion einer neuen Oper, der an der Deutschen Oper Berlin seit vier Jahren vorbereiteten Uraufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis „Edward II.“.

Peter Cornelius’ Oper „Der Barbier von Bagdad“ in Gießen

12.02.17 (Peter P. Pachl) -
Eine stärkere Einheit von Wort und Ton, selbst gemessen an den Musikdramen von Cornelius’ Busenfreund Richard Wagner, der dem Jüngeren in Wien eine dauernde häusliche Gemeinschaft, ein Leben wie Mann und Frau, angeboten hatte, ist auf der Opernbühne selten zu erleben. Im Gießener Stadttheater wird die vielschichtige und beziehungsreiche Handlung des „Barbier von Bagdad“ musikalisch domestiziert und szenisch verschmälert zu einer „Biene Maja“-Geschichte.

Wollsocken, Croissants – Käse und Brezeln – „Dido“ von Michael Hirsch und Henry Purcell in der Deutschen Oper Berlin

08.02.17 (Peter P. Pachl) -
Was haben dicke Wintersocken mit Purcells „Dido und Aeneas“ zu tun? Sie sollen fürs Wohlbefinden der Besucher_innen in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin sorgen: Pflichtobjekte vor Betreten des mit Luftpolsterfolien zum weißen Kubus umgestalteten Vielzwecktheaterraums. Dramaturg Curt A. Roesler, selten so groß, wie wenn er, auf der Garderobentheke stehend, das Publikum indoktriniert, gibt im Foyer den Einsatz, sich ganz leise zur Ruhe zu be- und vorher die Schuhe abzu-geben.
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