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01.06.07 -
Berlin: Plastik am Berliner Hauptbahnhof erzürnt Künstlerverband +++ Düsseldorf: Politiker wollen Immendorff-Platz +++ Berlin: «Rettet die Museumsinsel» sammelt weiter Stimmen für Volksbegehren +++ Leipzig: Studenten präsentieren eigene Max-Klinger-Schau +++ Dresden: Martin Kobe in Dresdner Ausstellungen
01.06.2007 - Von nmz-red/leipzig, KIZ


Berlin: Plastik am Berliner Hauptbahnhof erzürnt Künstlerverband
Berlin (ddp). Der Berufsverband Bildender Künstler Berlins (BBK) hat die Deutsche Bahn wegen des neuen Kunstwerks vor dem Hauptbahnhof scharf kritisiert. Das Werk «Rolling Horse» , das Bahnchef Hartmut Mehdorn ausgewählt habe, sei von kaum zu überbietender Provinzialität, sagte der Vereinsvorsitzende Herbert Mondry am Donnerstag. Das Kunstgebilde sei in seinen wesentlichen Merkmalen eine Replik der seit Jahren in Heidelberg stehenden Plastik «S-printing horse», die Mehdorn als früherer Chef der Heidelberger Druckmaschinen AG in Auftrag gegeben habe.
Die Plastik am Hauptbahnhof «wirkt auf jeden kulturell Interessierten wie ein Schlag ins Gesicht», zürnte Mondry. Weil das Werk an zentraler Stelle mit internationaler Breitenwirkung stehe, stelle sich die Frage, ob das so bleibe und wer «die Misshandlung des öffentlichen Raumes» verantworten wolle.
Eigentümer der Bahn sei die Bundesrepublik Deutschland, fügte der Kunstexperte hinzu. «So wie hier kann und darf sie sich nicht künstlerisch repräsentiert sehen.» Mondry forderte die Bundesregierung auf, mit einem seriösen Wettbewerbsverfahren für die künstlerische Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes zu sorgen.

Düsseldorf: Politiker wollen Immendorff-Platz
Düsseldorf (ddp-nrw). Wenige Tage nach dem Tod des Düsseldorfer Malers und Kunstprofessors Jörg Immendorff werden Rufe laut, einen Platz oder eine Straße nach dem Künstler zu benennen. Dafür haben sich nach einem Bericht der in Düsseldorf erscheinenden «Rheinischen Post» (Freitagausgabe) die Fraktionen von SPD, FDP und Grünen im Stadtrat der Landeshauptstadt klar ausgesprochen.
«Immendorff ist Düsseldorf und Düsseldorf ist Immendorff», sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Chefin der FDP-Ratsfraktion, dem Blatt. Die Stadt habe dem Maler viel zu verdanken. «Gerade weil wir den Anspruch einer Kulturstadt haben, stünde uns das gut zu Gesicht.»
«Immendorff hatte seinen Platz hier in Düsseldorf, das sollte die Stadt auch würdigen», sagte Walburga Benninghaus, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Die CDU und Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) lehnen dem Bericht zufolge einen solchen Vorschlag zwar nicht prinzipiell ab, halten eine solche Diskussion aber für verfrüht.
Immendorff war an Pfingstmontag im Alter von 61 Jahren an Herzstillstand in seinem Haus in Düsseldorf gestorben. Der Künstler litt seit Jahren an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS. Seine Beisetzung soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit im kleinsten Familien- und Freundeskreis stattfinden. Ort und Termin der Beerdigung wollen die Hinterbliebenen nicht nennen.

Berlin: «Rettet die Museumsinsel» sammelt weiter Stimmen für Volksbegehren
Berlin (ddp-bln). Die Initiative «Rettet die Museumsinsel» hat seit März 5000 Stimmen für ihr Volksbegehren gegen das geplante Eingangsgebäude auf der Museumsinsel gesammelt. Ab Sonntag will die Initiative bei regelmäßigen Sonntagsspaziergängen um die Museumsinsel herum zusätzlich Stimmen sammeln, wie die Initiatorin Annette Ahme am Donnerstag in Berlin mitteilte.
Darüber hinaus sollen eine tägliche Telefonkonferenz sowie Werbeaktionen in Geschäften weitere Stimmen mobilisieren. In dieser Vorantragsphase muss die Initiative nach Ahmes Angaben bis Ende Oktober 20 000 Stimmen gesammelt haben, um das Volksbegehrenprozedere fortsetzen zu können.
Die Initiative will mit ihrer Aktion den Bau des bisher vor dem Neuen Museum geplanten Eingangsgebäudes verhindern. Außerdem fordert Lahme eine originalgetreue Rekonstruktion des Neuen Museums. Sie lehnt die derzeitigen Arbeiten an der Treppenhalle ab, da der so genannte Ägyptische Hof im Neuen Museum als solcher nicht mehr wiederzuerkennen sei.
http://www.volksbegehren-museumsins…

Leipzig: Studenten präsentieren eigene Max-Klinger-Schau
Leipzig (ddp-lsc). Studenten der Universität Leipzig haben eine eigene Max-Klinger-Ausstellung zusammengestellt. Die Schau zeigt vier Grafikfolgen des Bildhauers und Malers (1857-1920) und wird am 21. Juni in der Kustodie der Universität eröffnet. Mit der sechswöchigen Ausstellung wollten die Studenten Interessierten einen eigenen Zugang zu Klinger und Hintergrundwissen zur weiteren Interpretation des in Leipzig geborenen Künstlers vermitteln, teilte die Universität am Donnerstag mit. Im Leipziger Bildermuseum wird seit März die bundesweit größte Klinger-Schau aus Anlass des 150. Geburtstags des Künstlers gezeigt.

Dresden: Martin Kobe in Dresdner Ausstellungen
Dresden (ddp-lsc). Rund 20 Werke des Malers Martin Kobe sind ab Samstag im Lipsiusbau der Dresdner Galerie Neue Meister zu sehen. Der 1973 in Dresden geborene Künstler gilt als namhafter Vertreter der «Neuen Leipziger Schule» und zeigt in seiner ersten monografischen Werkschau «The centre cannot hold» bis September Arbeiten aus den Jahren 2002 bis 2007, wie die Staatlichen Kunstsammlungen am Freitag mitteilten.
Kobe ist Absolvent der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) und war bis 2003 Meisterschüler bei Arno Rink. Er konzentriere sich in seinen Arbeiten auf virtuell anmutende Raummodule aus architektonischen Elementen, wie Kurator Mathias Wagner sagte. Ergänzt werden die Bilder durch Werke aus dem Bestand des Museums, die sich ebenfalls mit der Darstellung von Architektur befassen. Unter anderem sind Grafiken von Giovanni Battista Piranesi aus dem 18. Jahrhundert sowie Arbeiten von Hermann Glöckner, Edmund Kesting und Paul Klee zu sehen.
Darüber hinaus kündigte das Museum weitere Ausstellungen zeitgenössischer Kunst für das kommende Halbjahr an. So sind ab Oktober Hauptwerke von Sigmar Polke aus den Privatsammlungen Frieder Burda, Josef Froehlich und Reiner Speck zu sehen, wie Museumsdirektor Ulrich Bischoff sagte. Die Ausstellung konzentriere sich ausschließlich auf das malerische Werk Polkes und solle zugleich die individuelle Auswahl der drei Sammler dokumentieren.
Auch zwei weitere Museen der Kunstsammlungen präsentieren im Herbst zeitgenössische Kunst. Die Skulpturensammlung zeigt Ende September in Räumen des Dresdner Zwingers zwei Installationen von Isa Genzken, die 2007 den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig gestaltet. Im Kupferstich-Kabinett werden Werke der Gegenwartskunst von namhaften Künstlern wie Per Kirkeby, Candida Höfer, Eberhard Havekost und Hermann Nitsch zu sehen sein.




























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