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09.06.02 -
Neuer Blick auf Kagel - Heine-Institut zeigt «Renaissaqine-Menschen» +++ Stefan Szczesny zeigt in Grevenbroich 240 Arbeiten +++ Lehmbruck-Museum ehrt Nam June Paik +++ Bibel-Bilder von Lesser Ury in Berlin ausgestellt +++ Junge Künstler aus fünf Städten stellen aus +++ 10. Kunstpreis für Berliner Künstler Reinhard Stangl
09.06.2002 - Von nmz-red/leipzig, KIZ

Neuer Blick auf Kagel - Heine-Institut zeigt «Renaissaqine-Menschen»
Düsseldorf (ddp-nrw). Das Heinrich-Heine-Institut widmet sich ab Sonntag einem weltberühmten Komponisten. «Lese-Welten, Mauricio Kagel und die Literatur» lautet der Titel der Schau, die bis 4. August zu sehen sein wird. 150 Exponate dokumentieren den Einfluss literarischer Texte auf das Werk des in Köln lebenden argentinischen Komponisten, wie Kurator Werner Klüppelholz am Freitag sagte. Originalzeichnungen, Bühnenskizzen und Leihgaben aus seiner Bibliothek sollen ein bislang kaum wahrgenommenes Bild vom «Renaissance-Menschen Kagel» geben.
Die Schau, die im Rahmen der «Jüdischen Kulturtage» zu sehen ist, würdigt damit einen der vielseitigsten Künstler der Neuen Musik. Der Sohn russischer Juden, der seit 1957 in der Domstadt lebt, ist Komponist, Regisseur, Dirigent und Hörspielautor. In dem umfangreichen Werk, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet ist, findet sich immer wieder die Beschäftigung mit dem gesprochenen und geschriebenen Wort. Zu Kagels bekanntesten Werken zählt seine Liederoper «Aus Deutschland» als Hommage an Heinrich Heine, die im Zentrum der Ausstellung «Lese-Welten» steht.
(Internet: www.duesseldorf.de)

Stefan Szczesny zeigt in Grevenbroich 240 Arbeiten
Grevenbroich (ddp-nrw). Der deutsche Künstler Stefan Szczesny setzt in Grevenbroich die Ausstellungsreihe «Kohle für Kohle» fort. Von Samstag bis 30. Juni sind 240 Grafiken, Skulpturen sowie Objekte aus Keramik und Glas unter anderem im Haus Hartmann zu sehen. Szczesny hat zudem ein Braunkohle-Multiple entworfen, das in einer Auflage von 300 Exemplaren angefertigt wurde, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte. Szczesny zählt heute zu den produktivsten Künstlern Deutschlands und arbeitet in seinen Ateliers in Köln, New York und an der Côte d'Azur.
Die Grevenbroicher Ausstellung setzt damit die Reihe «Kohle für Kohle» fort, die mit Einzelschauen von James Rizzi und Otmar Alt im Jahr 2000 begonnen wurde. Mit Szczesny präsentiert die Ausstellung jetzt einen Künstler, der zu den Gründungsvätern der deutschen Malergruppe «Die Jungen Wilden» in den 70er Jahren gehörte. Seitdem hat sich Szczesnys Handschrift vom Gestus des ungestümen Farbgebrauchs zu einem einfacheren Stil entwickelt, der sich an Matisse und Picasso orientiert.

Lehmbruck-Museum ehrt Nam June Paik
Duisburg (ddp-nrw). Das Wilhelm Lehmbruck-Museum zeigt eine umfangreiche Ausstellung mit Werken von Nam June Paik. Von Sonntag bis 25. August sind in der Schau «Fluxus und Videoskulptur» erste Arbeiten mit TV und Video sowie wichtige Installationen wie «Mongolian Tent» des gebürtigen Koreaners zu sehen. Konzipiert wurde die Ausstellung von Wulf Herzogenrath, einem der international berühmtesten Ausstellungskuratoren und Paik-Spezialisten. Damit soll einer der einflussreichsten Multi-Media-Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewürdigt werden, wie ein Museumssprecher am Freitag sagte. Bereits im Vorjahr war Paik mit dem renommierten Lehmbruck-Preis geehrt worden.
Neben Joseph Beuys war Nam June Paik in den 60er Jahren wichtigster Protagonist der Fluxus-Bewegung, die ihr Zentrum in Düsseldorf hatte. Früh widmete er sich den neuen Medien und ihren interdisziplinären Möglichkeiten. Die erste Arbeit mit manipulierten Fernsehgeräten zeigte Paik 1963 in einer Wuppertaler Galerie. Seitdem ist der Konzeptkünstler auf allen wichtigen Kunstschauen wie der Documenta vertreten. Heute lebt Paik schwer erkrankt und zurückgezogen in New York.
(Internet: www.lehmbruckmuseum.de)

Bibel-Bilder von Lesser Ury in Berlin ausgestellt
Berlin (ddp). Seine Berlin-Bilder haben ihn bekannt gemacht. Der Maler Lesser Ury (1861-1931) hielt Cafehaus-Szenen fest und das rastlose Treiben auf den Straßen der Metropole. Eine andere Seite des Künstlers steht jetzt im Mittelpunkt einer Berliner Ausstellung: der Jude Lesser Ury, der Maler von Bildern der Bibel. Von Sonntag ab bis zum 31. Juli sind die Bibel-Bilder in der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum zu sehen.
Ury habe sich bewusst als jüdischer Künstler verstanden, betonten die Veranstalter am Freitag. Um 1900 wurde er von der damals noch jungen zionistischen Bewegung als Protagonist einer «Jüdischen Renaissance» gefeiert. Urys Arbeiten seien «die Antwort eines Berliner Künstlers auf die Frage nach der jüdischen Existenz in der modernen Gesellschaft» gewesen.
Für seine Bibel-Bilder wählte der Künstler zum Teil riesige Formate. Die meisten davon sind bis heute verschollen. Nur das Monumentalbild «Die Sintflut» (1906) aus der Sammlung des Yeshiva University Museum in New York wird in Berlin gezeigt. Ferner sind zahlreiche Vorstudien und kleinere Fassungen zu sehen, die aus Sammlungen in den USA und Israel stammen.
Das bislang gleichfalls als verschollen geltende Gemälde «Jerusalem» aus dem Jahre 1896, das als eines der bedeutendsten religiösen Bildwerke Urys gilt, ist im vergangenen Jahr im Berliner Kunsthandel aufgetaucht. Bis 1945 hatte es zur Sammlung der Städtischen Kunstsammlungen Görlitz gehört. Die Berliner Staatsanwaltschaft habe das Bild beschlagnahmt und untersagt, das Bild zu publizieren und in der Schau zu zeigen, teilte das Centrum Judaicum mit.
Parallel zu der Ausstellung im Centrum Judaicum zeigt das Berliner Käthe-Kollwitz-Museum die Schau «Lesser Ury - Der Malerradierer». Zu beiden Präsentationen ist ein Begleitbuch (Jüdische Verlagsanstalt, 19,90 Euro) erschienen.
Öffnungszeiten Centrum Judaicum: Sonntag und Montag 10.00 bis 20.00 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 10.00 bis 18.00 Uhr, Freitag 10.00 bis 17.00 Uhr.

Junge Künstler aus fünf Städten stellen aus
Chemnitz/Bayreuth (ddp-lsc). Die 3. Jugendkunstbiennale des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes wird am Sonntag in den Markgrafenhallen Bayreuth eröffnet. Wie das Kulturamt Chemnitz ankündigte, bietet die Ausstellung einen interessanten Einblick in das Potenzial junger bildender Kunst im Einzugsbereich der fünf beteiligten Städte. Gezeigt werden 223 Arbeiten von 158 Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren.
Insgesamt hatten sich am vorausgegangenen Wettbewerb 345 junge Künstler aus den Regionen Chemnitz, Zwickau, Plauen, Hof und Bayreuth mit 772 Einreichungen in den Genres Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie, Objekte, Videos, Collagen und Textilgestaltung beteiligt. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem vorigen Wettbewerb vor zwei Jahren um 137 Arbeiten.
Eine Jury mit Vertretern aller fünf Städte wählte die Ausstellungsbeiträge und die besten Arbeiten aus. Zur Eröffnungsveranstaltung am Sonntag werden zwei Hauptpreise sowie jeweils zehn Förder- und Anerkennungspreise vergeben. Die nach Zwickau beziehungsweise Bayreuth gehenden beiden Hauptpreise in Höhe von je 500 Euro hat der ehemalige sächsische Kunstminister Hans Joachim Meyer (CDU) gestiftet. Die Ausstellung ist bis 7. Juli zu sehen.
(www.chemnitz.de/staedtenetz)

10. Kunstpreis für Berliner Künstler Reinhard Stangl
Berlin (ddp-bln). Der zehnte Kunstpreis der VEAG geht an den Berliner Künstler Reinhard Stangl. Stangl habe in seinen «Preußischen Landschaften» und «Nacht»-Bildern jenseits modischer Entwicklungen eine eigenständige Sprache entwickelt, teilte die Jury am Freitag in Berlin zur Begründung mit. Die Vereinigte Energiewerke AG (VEAG), größtes ostdeutsches Stromunternehmen, vergibt seit 1992 jährlich den Preis an ostdeutsche Künstler. Der Konzern ermöglicht dem Künstler eine Ausstellung und garantiert den Ankauf von Werken im Umfang von 6200 Euro.
Stangl, 1950 in Leipzig geboren, studierte an der Dresdner Kunsthochschule und lebt seit 1980 in Berlin. Seine Kunst habe «fast konzeptuellen Charakter», betonte die Jury unter Vorsitz des Direktors der Berlinischen Galerie, Jörn Merkert. Die «Stadt»-Bilder Stangls zeigten «oft in ungewöhnlichen Formaten und hinreißenden linearen Perspektiven» städtische Motive. In seinem aktuellen Zyklus «Berlin/DDR» mache der Künstler sein politisches Interesse am Umgang mit der eigenen Vergangenheit deutlich.
Bisherige VEAG-Kunstpreisträger sind Roland Nicolaus (Berlin), Walter Sachs (Weimar), Petra Albrecht (Weimar), Frank Tornow (Berlin), Frank Nitsche (Berlin), Sabine Herrmann (Berlin), Edgar Knobloch (Leipzig), Rosa Loy (Leipzig) und Jörn Grothkopp (Berlin).
































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