Bauer: Einsparungen bei Musikhochschulen sind notwendig [udate, 26.9.]


25.09.13 -
Stuttgart - Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) hat im Landtag die umstrittene Reform der Musikhochschulen samt der geplanten Einschnitten verteidigt. Bauer sagte am Mittwoch in Stuttgart, auch der Bereich Kunst und Kultur müsse seinen Beitrag zur Sanierung des Landeshaushalts leisten.
25.09.2013 - Von dpa, KIZ

«Wir können nicht an allen Standorten alles machen und dann noch Geld sparen.» Die bisherigen Pläne sehen vor, jährlich vier bis fünf Millionen Euro einzusparen und 500 Studienplätze zu streichen. Bauers Vorschlag für die Neuorganisation hatte in der Sommerpause heftige Reaktionen von den fünf Hochschulen im Land hervorgerufen. Auch die betroffenen Verbände hatten heftig protestiert. Der CDU-Abgeordnete Dietrich Birk kritisierte, dass die Musikhochschulen im Land bislang nicht hinreichend in die Reform mit eingebunden seien. Bauer müsse einen neuen Vorschlag machen.

(nmz - Unsere Autorin Julia Blank beobachtet die heutige Demonstration am Schlossplatz Stuttgart und wird für die nmz berichten.

Zudem hat heute der Spaichinger Landtagsabgeordnete Leopold Grimm eine Rede zur Musikhochschulereform in BW gehalten. Auf Antrag der FDP diskutieren die Abgeordneten über das Thema Musikhochschulen und die von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) vorgelegten Pläne zur Neuorganisation.)

[udate, 26.9.]

Das MWFK Baden-Württemberg hat nach einem Dialog mit Studierendenvertretern der Musikhochschulen eine Pressemeldung zum Verlauf des Gespräches veröffentlicht:

Musikhochschulen: Dialog mit Studierenden aller Standorte

Ministerin Bauer zeigte sich im Gespräch mit Studierendenvertretern der Musikhochschulen offen für den Dialog: „Wichtig ist, dass am Ende des Prozesses der Erhalt der Qualität unserer Musikhochschulen gewährleistet ist“. Den aktuell Studierenden nahm sie die Sorge vor schnellen Veränderungen inmitten des Studiums.

25.09.2013 - „Ich bin offen für Ihre Vorschläge und ich sage Ihnen fest zu, dass wir sie in aller Ernsthaftigkeit prüfen werden“, sagte Ministerin Bauer heute (25. September) anlässlich eines Gespräches mit Vertretern der Studierendenschaft der baden-württembergischen Musikhochschulen. Diese waren anlässlich der Landtagsdebatte zum Thema aus verschiedenen Standorten nach Stuttgart gekommen, um sich Gehör zu verschaffen.

In dem etwa einstündigen Gespräch äußerten die Studierenden vornehmlich den Wunsch, mit ihren Argumenten gehört zu werden und eine aktive Rolle im weiteren Verfahren einzunehmen. Ministerin Bauer, die das Bedürfnis der Studentinnen und Studenten nach Beteiligung sehr gut nachvollziehen konnte, sicherte den Anwesenden Unterstützung bei der Entwicklung eines eigenen Konzepts zu: „Wenn Sie hierzu Informationen aus dem Haus benötigen, werden wir sie selbstverständlich zur Verfügung stellen.“ Auch sei die Tür offen für einen weiteren konstruktiven Dialog.

Bauer hob vor den Studierenden die Gründe für eine Veränderung des Status quo hervor: Weil bereits in den 90er Jahren die Landeszuschüsse pauschal gekürzt wurden, wäre eine nochmalige Absenkung nach der vom Rechnungshof vorgeschlagenen Rasenmähermethode für die Musikhochschulen mit massiven Qualitätseinschnitten verbunden. Das aber sei mit ihr nicht zu machen. Stattdessen müsse es darum gehen, wie mit einem vorgegebenen, um vier bis fünf Millionen reduzierten Landeszuschuss, die Qualität trotzdem hochgehalten und gleichzeitig alle Standorte erhalten werden könnten. Dies gehe nur über Schwerpunkt- und Profilbildung: „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir nicht mehr überall alles machen können. Es kann uns aber trotzdem gelingen, allen Standorten ein zukunftssicheres und qualitativ exzellentes Profil zu geben.“ Dafür werbe sie und zu dieser Diskussion lade sie herzlich ein.

Bauer sicherte darüber hinaus zu, dass kein Studierender Angst haben müsse, während seines Studiums den Standort wechseln zu müssen oder vor verschlossenen Türen zu stehen. Die Debatte und die damit verbundenen Veränderungen seien langfristig angelegt und berücksichtigen in jedem Fall die Studierenden vor Ort und ihre Bedürfnisse.

 

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