Bühnenverein-Präsident: Es geht real um die Freiheit der Kunst [update, 15.2.]


14.02.19 -
Berlin - Kulturelle Institutionen werden aus Sicht des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, zunehmend von rechts attackiert. «Es geht real um die Freiheit der Kunst», sagte Khuon am Donnerstag in Berlin.
14.02.2019 - Von dpa, KIZ

Dies sei erklärtes Ziel nationaler und völkischer Bewegungen, sagte Khuon unter Verweis auf Übergriffe und Störungen sogenannter identitärer Gruppen oder Kürzungsanträge für Subventionen von Seiten der AfD.

«Die Rechte will ein Gesinnungstheater, nämlich ein nationalistisches Theater», sagte Khuon. Theater hielten den kritischer Raum für Diskurse dagegen. Die Auseinandersetzung müsse verkraftet und geführt werden.

Gemeinsam mit Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) präsentierte Khuon, der auch Intendant des Deutschen Theaters Berlin ist, eine Handreichung «Alles nur Theater? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts» der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin. Darin enthalten sind Hinweise für Theater und andere kulturelle Einrichtungen.

[update, 15.2.]

Präsident des Bühnenvereins: Rechte will Gesinnungstheater

Übergriffe, Störungen, versuchte Geldknappheit - Kultureinrichtungen sind offenen Angriffen von rechts ausgesetzt. Bühnenvereins-Präsident Khuon sieht die Freiheit der Kunst gefährdet.

Berlin (dpa) - Kulturelle Institutionen werden aus Sicht des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, zunehmend von rechts attackiert. «Es geht real um die Freiheit der Kunst», sagte Khuon am Donnerstag in Berlin. Dies sei erklärtes Ziel nationaler und völkischer Bewegungen, sagte er unter Verweis auf Übergriffe und Störungen sogenannter identitärer Gruppen oder Kürzungsanträge für Subventionen von Seiten der rechtspopulistischen AfD.

«Die Rechte will ein Gesinnungstheater, nämlich ein nationalistisches Theater», sagte Khuon, der auch Intendant des Deutschen Theaters Berlin ist. Theater hielten dem einen kritischen Raum für Diskurse dagegen. Die Auseinandersetzung müsse verkraftet und geführt werden.

Es gebe schon seit langem gesellschaftlich und künstlerisch agierende Theater, sagte Khuon. Dies werde nun durch die Aktion «Die Vielen» ergänzt. Darin haben sich zahlreiche Künstler und Institutionen im Einsatz für eine offene, freie, vielfältige Gesellschaft zusammengeschlossen.

Gemeinsam mit Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) präsentierte Khuon eine Handreichung «Alles nur Theater? Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts» der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR). Darin enthalten sind Hinweise für Theater und andere kulturelle Einrichtungen.

«Unsere Aufgabe ist es, sich nicht einschüchtern zu lassen und mit Selbstbewusstsein die Vielfalt und Diversität unserer Kultur zu verteidigen», sagte Lederer.

MBR-Projektleiterin Bianca Klose verwies auf AfD-Erfolge bei Wahlen: «Der Kulturkampf von rechts fühlt sich dadurch gestärkt und hat eine neue Dimension erreicht.» Die Partei mache aus dieser Feindschaft gegenüber dem Kulturbetrieb überhaupt keinen Hehl, sagte Klose. Abgeordnete wollten die Kunstfreiheit zugunsten einer nationalistischen, völkischen Agenda beschränken.

Wichtig sei, dass sich Theater und Projekte nicht von Rechten hetzen ließen oder gar «in voraus eilendem Gehorsam handeln», sagte Klose. Wichtig sei es, in den Auseinandersetzungen das eigene Tempo zu bestimmen und eigene Orte zu wählen.

So hätten auch gewählte Abgeordnete kein Recht, jederzeit Kultureinrichtungen zu betreten, sagte Klose. «Viele Einrichtungen lassen sich verschrecken zum Beispiel von der Forderung nach einer vermeintlichen politischen Neutralität, die es so gar nicht gibt.»