Leipzig: Oper prüft rechtliche Schritte gegen Regisseur von zur Mühlen


15.10.08 -
Leipzig (ddp). Die skandalträchtige Inszenierung der Wagner-Oper «Der Fliegende Holländer» an der Leipziger Oper könnte ein juristisches Nachspiel haben. Dem Regisseur Michael von zur Mühlen sei schriftlich mitgeteilt worden, dass das Stück auf den Stand der Generalprobe zurückgeführt werden müsse, sagte eine Opernsprecherin am Mittwoch.
15.10.2008

Falls das nicht geschehe, erwäge das Haus, rechtliche Schritte gegen den 29-Jährigen einzuleiten und unter anderem Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

   Der Regisseur hatte mit seiner Inszenierung am vergangenen Samstag für einen Eklat gesorgt. Während der Premiere hatte es heftige Proteste gegeben. Die Zuschauer hatten unter anderem mit Unmut auf ein Video reagiert, das zu Beginn des ersten Aktes eine Kampfhundeattacke und eine Schlachthausszene zeigte. Bariton James Johnson hatte sich daraufhin aus der Produktion zurückgezogen.

   Der Richard-Wagner-Verband Leipzig hat die Opernleitung unterdessen mehrfach zu «verantwortlichem Handeln» aufgefordert. Es sei unentschuldbar, dass die Opernleitung dem Treiben des Regisseurs vom Probenbeginn bis zur Premiere keinen Einhalt geboten habe, hieß es in einer Erklärung. Die «künstlerisch wertlose und moralisch entgleiste Inszenierung» sei abzusetzen und das Werk konzertant aufzuführen, forderte der Verband.

 

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Herr Girardet und sein junges Publikum

Der Kulturbürgermeister, Herr Girardet, hat ein merkwürdiges Verhältnis zur Oper.Als er Herrn Meyer entließ , vergaß er, daß der auch viele gute Regisseure an die Oper holte und das Publikum wieder in das Haus brachte. Wenn es auch keine Sternstunden gab,aber wo sind die jetzt? Welche Unruhe der Kulturchef an die Oper brachte, für wieviel verschwendetes Geld und auch für welche persönlichen Kränkungen er verantwortlich ist, sollte er sich doch einmal fragen,ehe er andere Köpfe wieder rollen läßt.
Ganz schlimm sind seine Äußerungen zur Produktion des Holländers. Ein solch übles Machwerk verdirbt den Zugang junger Menschen zur Oper. Weder Text noch Musik erschließen sich in dieser Produktion dem Publikum. Wie Herr Girardet überhaupt diese Meinung haben kann,ist mir unbegreiflich.
Schade um unsere schöne Oper.Welche Überraschungen wird uns Konwitschnys “Aida” bringen?


Herr Girardet und sein junges Publikum (2)

Ja, die Sicht der Herren Abgeordneten auf IHR Stadttheater ist unglaublich verantwortungslos.
Die Leitung des Opernhauses (Herren Maravic und Konwitschny) hat bis auf die erwähnten Videoszenen (auf die sich jetzt in kurzsichtiger Weise die meiste Kritik bezieht) die gesamte “Inszenierung” dieses Herrn MvzM durch ihre Anwesenheit in zahlreichen szenischen Proben gut gekannt und somit diese minderwertige, obszöne Entstellung des Werkes geduldet und gefördert.
Hier gehören personelle Konsequenzen her, bevor die Oper Leipzig noch weiter in der Gosse der Bedeutungslosigkeit versinkt!


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