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Rigoletto Regensburg (c) Marie Liebig

Lichtblicke einer mäßigen „Rigoletto“-Premiere in Regensburg: Seymur Karimov in der Titelrolle und díe Männer des Opern- und Extrachores. Foto: Marie Liebig

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Fehlende Innenspannung: Verdis „Rigoletto“ am Staatstheater Regensburg

Vorspann / Teaser

Kann ein Opernhaus verlernen, wie guter Verdi geht? Diese Frage warf leider die „Rigoletto“-Premiere am Staatstheater Regensburg auf.

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Vor gut drei Jahren hatte es eine furiose „Macbeth“-Produktion in Regensburg gegeben. Daran konnte nun leider der „Rigoletto“ als letzte Opernpremiere der laufenden Spielzeit zu keiner Phase anknüpfen. Das Problem war dabei vornehmlich im Graben angesiedelt. Vor allem im ersten Akt entwickelte das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Tom Woods kaum rhythmische Innenspannung. Die als Jazzband mit gestopfter Trompete akustisch verkleidete Bühnenmusik zum Ball und der aus der Fürstenloge seinen Fluch in den Zuschauerraum schmetternde Monterone (Karsten Schröter) trugen leider auch nicht zu einer besseren Verzahnung zwischen Bühne und Graben bei.

Entsprechend schien das Ensemble in der Luft zu hängen, was vor allem bei Carlos Moreno Pelizari als Duca zu spüren war, der gehemmt und angestrengt wirkte und sich erst nach der Pause etwas freisang. Ein akustisches Problem kam hinzu, weil die Stimmen vom erhöht angesiedelten Zimmer Gildas aus (vielleicht schluckte der Riesen-Teddy zusätzlich Schall) schlecht in den Raum projizierten. Seymur Karimov als beeindruckend präsenter und facettenreicher Rigoletto (mit Halskrause statt Buckel) ließ sich davon nicht beeindrucken, wohl aber Kirsten Labonte als Kindfrau Gilda, die im „Caro nome“ zwar schöne Spitzentöne ansetzte, in der Mittellage aber forcierte.

Die Innenspannung von Carlos Wagners Inszenierung hielt sich ebenfalls in Grenzen. In ihr organisiert ein skrupelloser Anzugträgerhofstaat dem Herzog die jungen Frauen, die er dann in seinem BMW missbraucht. Die Säcke, in denen sie „angeliefert“ werden, gleichen dem Leichensack, in dem am Ende Gilda landen wird. Dass der dritte Akt als Kehrseite zum Herzogshof auf Sparafuciles Autofriedhof spielt – der Teddy ist zur riesigen Sexpuppe mutiert –, setzt immerhin ein optisches Ausrufezeichen.

Mit Rigolettos verzweifelter „Cortigiani“-Arie im zweiten Akt kam musikalisch ein wenig Leben in die Aufführung, auch das Quartett im dritten Akt gelang, unter anderem dank Rahel Bredes Maddalena. Der Spannungsbogen fiel allerdings rasch wieder ab: Roger Krebs als bassmächtiger Sparafucile verpasste zu Beginn des Sturm-Terzetts seinen Einsatz, und die Wind-Vokalisen des ansonsten hervorragenden Männerchors (Einstudierung: Lucia Birzer) waren ebenso zu leise wie die Glockenschläge und die Reprise des „La donna è mobile“ aus der Ferne.

Staatstheater hin, „Oper! Award“ her: Bei Verdi darf’s gern ein bisschen mehr sein.

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