Das Modern String Quartet und Sophie von Kessel mit einer Marilyn-Hommage. Und das im Bergson? Keine Frage, Zeit, das ehemalige Heizkraftwerk am Rande Münchens endlich einmal aufzusuchen. Die Texte, die Martin Schüle vortrug, waren vom AZ-Kulturredakteur Adrian Prechtel zusammengestellt und produziert worden. Zu Wort kamen unter anderem Marilyn selbst oder ihr Psychiater Greene.
Sophie von Kessel, Modern String Quartet. Foto: MSQ/Bergson
Happy Birthday, MM
Das Modern String Quartet improvisierte entlang des biografische Abrisses unvorhersehbar nicht Marilyn-Titel aus ihren Filmen, sondern kreierte eine besondere Atmosphäre mit Ohrwürmern von Cole Porter und Co aus der Zeit, in der MM lebte. Was die Tragik, die das ganze Leben des Sexsymbols, angefangen von der miserablen Kindheit über die erste arrangierte Ehe bis hin zu Missbrauch und Misshandlungen durch die Baseball-Legende Joe DiMaggio, gut ausbalancierte. Schelmisch und virtuos zugleich begleitete das Quartett die Tour de Force von Sophie von Kessel im eher braven Brokatkleidchen, aber mit ikonischer blonder Perücke. Vom Schminktisch zum pinken Sofa und wieder zurück mäanderte sie im Szenario von Andreas Wiedermann im ausverkauften Elektra Tonquartier, ohne die MM irgendwie zu imitieren.
Es war eher eine zarte Annäherung oder einfach Hommage zum 100. Geburtstag der Diva. Auch stimmlich agierte die Schauspielerin in den fünf kurzen Liedern komplett anders als Marilyn. Nichts wurde gehaucht, nicht einmal das Happy Birthday für den Mister President, das dann allerdings seinen Sinn etwas verlor. Richtig schön zum Abschluss war „River of No Return“, das die Schauspielerin sichtlich selber zu Tränen rührte. Insgesamt ein vergnüglicher kurzer Abend. Happy Birthday, verlorenes Mädchen! Adrian Prechtel war übrigens nicht da. Er war in Cannes.
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