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Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Indie Band Vacations mit „Pursuit of Anything“ das Herbstalbum des Jahres gelungen.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Indie Band Vacations mit „Pursuit of Anything“ das Herbstalbum des Jahres gelungen.

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Im australischen Herbst nach Rimini

Untertitel
Neuerscheinungen der Popindustrie, vorgestellt von Sven Ferchow
Vorspann / Teaser

The Fall +++ Overgrown +++ Tigercub +++ Leela Rosa +++ Vacations +++ Beck

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Die hinlänglich bekannte britische Post-Punk Band The Fall aus Greater Manchester, einst zusammengehalten vom viel zu früh verstorbenen Mark E. Smith, veröffentlicht ihr letztes Album. Ein posthumes, acht Jahre nach Smiths Tod. „Post Script“ ist somit in einem völlig anderen Blickwinkel zu hören. Und es beginnt lässig mit „30 Degrees“. Ein bisschen Weltuntergang, monolithische Gesänge, die sich plötzlich in einem mäßig verspielten Refrain auflösen. Herrlich auch der „Retro Song“, verortbar zwischen Trainspotting und 80er-Jahre Undergroundbühne im Jugendzentrum. Das letzte (32.) Album der Briten wird als Vermächtnis bleiben. Dieses Ansinnen ist mit „Post Script“ gelungen. (Yerrr Productions)

Eine kreuzinteressante EP namens „Waiting Room“ veröffentlichen Overgrown da. Fünf Songs, die man gerne unter den Rubriken Metal, New Metal, Dusty Grunge oder irgendetwas mit Emo Metal klassifizieren darf. Warum das so interessant scheint? Weil es eher die düsteren Töne, Riffs und Gesänge sind, die zupacken und weniger das herkömmliche Metal-Geschrammel bedient wird. Natürlich. Die Refrains sind Hymnen. Aber mal ehrlich. Nachts auf der Autobahn, angefixt mit sieben Dosen Energydrink und durchfahren nach Rimini. Dafür sind die fünf Songs in Endlosschleife der ideale Begleiter. (In Bloom)

Was kann man bitte über Tigercub aus England und ihr Album „Nets To Catch The Wind“ sagen? Nichts, außer: Ein Brett, knallt rein, kann höchstwahrscheinlich Tornados vertreiben und aktiviert die Nackenmuskulatur. Geboten wird eine ausgewogene Balance zwischen Postgrunge, Alternative und Indie. Ferner: wunderbar zum Eskapismus neigende Refrains, extrem ausufernde Gitarrenriffs, die nicht mehr enden wollen und trotzdem eine wohl ausgesteuerte Balance zwischen Angriffslust und der Möglichkeit, sich im Dickicht der Songs verkriechen zu können. Das Schöne an dieser Platte erkennt man mitunter erst etwas später, wenn die Songs im Kopf weitersummen und Synapsen bilden. Aber Vorsicht: erst mal nichts für Frischverliebte. Doch für alle anderen. (Loosegroove Records)

Leela Rosa ist eine Künstlerin aus Rotterdam. Ihren Weg kreuzt man vornehmlich beim Suchen und Entdecken neuer Musik in sozialen Medien. Hat sich in diesem Fall gelohnt. Popmusik der elektronischen Art ist ihr Metier. Diskretes Easy Listening ohne das Genre wirklich mit Leela Rosa in Verbindung zu bringen. Also keine Fahrstuhlmusik oder gar abgeschmackt oder ranzig auf Vintage gestylt. Ihre EP „Blueprints for a moving target“ mit ganzen fünf Songs pflanzt sich recht entspannt und gedankenverloren im Gehörgang ein. Keine Happy-Flappy-Keule, die einen trifft. Sondern eine mit Tiefgang und Nachhaltigkeit und einer verträglichen Portion Aufgekratztheit. Nice! (Backboard)

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Indie Band Vacations (Australien) mit „Pursuit of Anything“ das Herbstalbum des Jahres gelungen. Seit 2015 gehen die Australier eigene Wege, nicht immer nachvollziehbar, aber im Hier und Jetzt mit „Pursuit of Anything“ definitiv angekommen. Leichtfüßig ziehen die zehn Songs wie sture Satelliten ihre Kreise, schlingern mal schief, aber trotzdem zuckersüß (Yesterday), verweilen im Traumland, treffen dennoch hart (So suddenly) oder „hämmern“ butterweich ihre unschuldigen wie blütenweißen Melodien mit dem Xylophon in die Stammrinde (Fooling you). Ein wunderbares Album. (No Fun Records)

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Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Indie Band Vacations mit „Pursuit of Anything“ das Herbstalbum des Jahres gelungen.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Indie Band Vacations mit „Pursuit of Anything“ das Herbstalbum des Jahres gelungen.

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Dass sich der US-Musiker Beck (Beck Hansen) vor vielen Jahren extrem unglücklich mit Scientology-Aussagen positioniert und verfahren hat, scheint aufgearbeitet. Das letzte etwas schleudernde Plastik-Popalbum darf man ihm ob seiner Verdienste irgendwie verzeihen, zeigt er doch mit „Ride Lonesome“ erneut, was er wirklich leis­ten kann. Zwölf fabelhafte, zwischen Folk, Country und vielleicht auch Radiopop mäandernde Songs sind ihm gelungen. Stets in seriösem, angenehm-traurigen Timbre. Gut reduziert auf die wesentliche Essenz und ohne jeden Pomp. „Run Away“ funktioniert nicht nur am Lagerfeuer, wurde aber sicher dafür geschrieben, „It ends right here“ wäre früher eine todsichere Wahl für eine Kuschelrock-Kompilation gewesen, freilich hätte Beck das nie genehmigt, aber so schreibt man Balladen ohne Pathos. Geht doch! (Capitol Records)

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