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Phantasy: Piatti Quartet, String Quartet. RCD1130

Phantasy: Piatti Quartet, String Quartet. RCD1130

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Stimmig konzipiert, luxuriös wiederbelebt

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Repertoire-Raritäten, vorgestellt von Juan Martin Koch
Vorspann / Teaser

Das bemerkenswerte Schaffen der niederländischen Komponistin Henriëtte Bosmans (1895–1952) wird in letzter Zeit wiederentdeckt. In erstklassiger Manier setzt sich nun die fabelhafte Geigerin Hyeyoon Park für deren rund 20-minütiges Konzertstück ein. Dass es 1934 bald nach dem Tod ihres Verlobten, des Geigers Francis Koene entstand, hört man dem gewichtigen, die Gattungserwartungen unterlaufenden Dreisätzer an. Eine grimmige Verletzlichkeit spricht aus dieser Musik, in die sich Park und das glänzend aufgelegte WDR Sinfonieorchester unter Gergely Madaras mit Verve hineinbegeben. Von der ausgezeichneten Aufnahmetechnik profitieren auf dieser CD auch das von Park intensiv und geigerisch souverän gestaltete erste Violinkonzert Dmitri Schostakowitschs sowie dessen Variationen Opus 3, eine unverbindlich virtuose, frühreife Fingerübung im Umgang mit dem großen Orchesterapparat. (Linn)

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Hohes Interpretationsniveau zeichnet auch die Serie mit der ganz eigenen Kammermusik Hans Winterbergs (1901–1991) aus, die stetig voranschreitet. Auf dem dritten Album mit dem Adamello Quartett und weiteren Musikern überzeugt vor allem das Quintett, das der tschechisch-deutsche Komponist 1935 für die ausgefallene Besetzung Violine, zwei Klarinetten, Horn und Klavier komponierte. Nach dem nachdenklich-spielerischen Kopfsatz und einem verhangenen Andante liegt der Schwerpunkt des gehaltvollen Werkes auf dem abschließenden Allegro, das verschiedene Aggregatzustände durchmisst und die Instrumentenkonstellationen entsprechend vielfältig auffächert. Hörenswert ist aber auch das weitere Programm mit dem zweiten, schweren Zeiten abgetrotzten Streichquartett von 1941, der markanten Rhapsodie für Posaune und Klavier (1951) und dem späten, wie aus fernen Zeiten heraufklingenden Klarinettenquintett (1982). (Eda)

Lose um die Initiativen des englischen Kammermusik-Enthusiasten und Mäzens Walter Willson Cobbett (1847–1937) herum gruppiert ist die CD, die das Piatti Quartet mit Gästen eingespielt hat. Ihr Titel „Phantasy“ bezieht sich auf die Gattung, die Cobbett wiederzubeleben versuchte. Ralph Vaughan Williams griff sie 1912 in seinem Phantasy Quintet (mit zweiter Viola) auf, strukturierte das stimmungsvolle Werk aber klar in vier satzähnliche Abschnitte. Freier gingen Herbert Howells in seinem charakterstarken Fantasy Quartet op. 25 (1917) und Malcolm Arnold in seinem originellen, hintersinnig unterhaltsamen „Vita abundans“ mit der Fantasie-Tradition um. Von den beiden feinsinnigen Kammermusik-Liedern Ina Boyles, ausgedehnte Gedichtvertonungen mit Quartettbegleitung, ist leider nur das zweite, „Still Falls the Rain“ nach einem Text Edith Sitwells, mit der Mezzosopranistin Sharon Carty vokal adäquat besetzt. Dennoch ein ausgezeichnet gespieltes, stimmig konzipiertes Album. (Rubicon)

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Phantasy: Piatti Quartet, String Quartet. RCD1130

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Erst 2015 ist das bis dahin als verschollen geltende Violinkonzert Johann Halvorsens von 1909 wieder aufgetaucht. Maria Dueñas hat es nun im Zusammenhang mit einem Film über die Widmungsträgerin, die kanadische Geigerin Kathleen Parlow, eingespielt. Das ist ein herrlicher, formal leicht disfunktionaler spätromantischer Schinken, der mit seinem melodiös-virtuosen Solopart für sich einnimmt. Dueñas übertreibt es bisweilen etwas mit ihrer Vibrato-Inbrunst, doch begleitet vom höchst engagierten Orchestre Métropolitain aus Montreal unter Yannick Nézet-Séguin ist das eine luxuriöse Wiederbelebung. (Deutsche Grammophon, Digitalveröff.)

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