Igor Markevitch: Klavierkonzert, Cinéma Ouverture, Cantique d’amour, Lorenzo il magnifico. Jonathan Powell, Sarah Maria Sun, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Johannes Kalitzke. eda records +++ Salaputia Brass Quintet. Werke von André LaFosse, Anthony DiLorenzo, Joseph Noya und Peter Dörpinghaus. Berlin Classics (digital)
unüberhörbar 10/2026
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Igor Markevitch: Klavierkonzert, Cinéma Ouverture, Cantique d’amour, Lorenzo il magnifico. Jonathan Powell, Sarah Maria Sun, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Johannes Kalitzke. eda records
Igor Markevitch, als auf eisige Clarté spezialisierter Dirigent eine Ikone, war als Komponist weit bedeutender, doch gab er diese Tätigkeit Anfang der 1940er-Jahre auf. Im rhythmisch formelhaften Klavierkonzert von 1929 ist der neobarocke Zeitgeist omnipräsent, die neoklassisch-musikantische Prägung durch seine Lehrer Vittorio Rieti und Nadia Boulanger unüberhörbar. Die Cinema Ouverture mit ihrer übermütig grellen Montage von Autohupen und Sirenen ist 1931 ein köstliches Spektakel. Den Höhepunkt irisierend introvertierter Ekstase in Fortführung von Skrjabin und Ravel erreicht er im instrumentalen „Cantique d’amour“, einem zeitlosen Meisterwerk von 1936. Dass er ein herausragender Opernkomponist hätte sein können, dafür spricht seine leidenschaftlich aufgeladene und zugleich strukturell glasklare Vertonung von Texten Lorenzo de Medicis „Lorenzo il magnifico“ von 1940 mit einem herrlichen Interludium der Streicher im Zentrum der fünf Sätze. Mit der Sopranistin Sarah Maria Sun und dem unlängst verstorbenen Pianisten Jonathan Powell spielte das RSO Berlin unter Johannes Kalitzke diesen klug kuratierten Wegweiser durch das Œuvre des Vernachlässigten ein. (Christoph Schlüren)
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Salaputia Brass Quintet. Werke von André LaFosse, Anthony DiLorenzo, Joseph Noya und Peter Dörpinghaus. Berlin Classics (digital)
Erfreulicherweise füllt Salaputia die Reihen der nicht so zahlreichen Brass Quintette im Kammermusikkontext auf. Die „Kerlchen“ (so die Übersetzung) präsentieren vier zeitgenössische tonale Kompositionen in kompakten und doch gut durchhörbaren Interpretationen. Das „Épithalame“ aus André LaFosses „Suite Impromptu“ hat delikaten Duktus und ruhig fließende Sounds, marschiert dann zackig, aber zirzensisch, sich weiter als „Élégie“ mit Emphase und in elegantem Galopp zeigt. Nicht seduktiv, eher skeptisch schwankend sind die Timbres des „Siren Song“ von Anthony DiLorenzo, wie ein Choral wirkt die „Hymne à la nuit“ von Joseph Noya, und eine stramme Fanfare ist die „Ouvertüre über ein Thema des Flughafens Köln/Bonn“ von Peter Dörpinghaus. Ein gelungenes Debüt! (Hans-Dieter Grünefeld)
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