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Köln 75: Keith Jarrett trifft Nina Simone

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DVD-Tipp 2026/04
Vorspann / Teaser

Zu den kleinen Highlights der letzten Kinosaison gehört ein Film, der auf einer „wahren Geschichte“ basiert: „Köln 75“. Inzwischen ist der Film bei Alamode auch auf BluRay erschienen. Er erzählt die Entstehungsgeschichte des legendären „Köln Concert“ von Keith Jarrett. Der Mitschnitt dieses Konzerts gehörte in den späten 1970er-Jahren zum Soundtrack einer ganzen Generation. Die ECM-Platte entwickelte sich im Laufe der Zeit zum erfolgreichsten Soloalbum eines Jazzkünstlers.

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Auftritt: Vera Brandes, die im Film liebevoll von Mala Emde verkörpert wird. Als junges Mädchen hatte sie im Januar 1975 dieses inzwischen „legendäre“ Konzert im Kölner Opernhaus veranstaltet. Zu ihren Stammlokalen gehörte damals in Köln Campis Eisdiele, die von Gigi Campi betrieben wurde, dem „Entdecker“ der Kenny Clarke-Francy Boland Big Band. Sein Eiscafé war seit den 60ern der Hot-Spot der Domstadt gewesen. Dort verkehrten all die Jazzmusiker, die in der Stadt gastierten. Und an diesem „magischen“ Ort traf Vera Brandes auch den Jazzmusiker und Clubbetreiber Ronnie Scott, der sie ermunterte, das Keith-Jarrett-Konzert zu veranstalten. Regisseur und Autor Ido Fluk erzählt diese Geschichte sehr lässig. Besonders viel Wert wurde dabei auf die sorgfältige musikalische Gestaltung des Films gelegt. Als Musikberater fungierte Martin Hossbach. Und so erklingen im ersten Teil auch Musikfetzen der damaligen „Helden“ der Kölner Szene: Can, NEU! oder auch die Politkabarettgruppe „Floh de Colgne“. Zwei sehr „soulige“ Jazzsängerinnen gehören dagegen zum musikalischen Kosmos der Brandes: Carmen McRae und Nina Simone. Nina hat das letzte gesungene Wort im Film. Von Keith Jarrett, der im Film von John Magaro verkörpert wird, erklingt dagegen kein einziger Ton. Als am Ende endlich die Anspannung von ihr abfällt und das Konzert beginnt, geht der Soundtrack von Debussy-Klängen in das Lied über, das in der jungen Vera erklingt: „To Love Somebody“, Ninas Version des Bee-Gees-Klassikers. Was für ein Ausklang!

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