Martin Torp: Die Kristallkugel | Patrick Pföß: 18 Stücke für zwei Querflöten | David Holleber: Der kleine Wassermann | Dorothea Hofmann: Goldberg’s Nightmares | Dariya Maminova: Sehen
Neue Noten 2026/02 – Kompositionen für den Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene
1
Martin Torp: Die Kristallkugel. Ein Märchen der Brüder Grimm mit leichten Klavierstücken und Illustrationen (2025)
Verlag Neue Musik Berlin. NM 4431
Stilrichtung, allgemeiner Charakter
13 Klavierstücke in frei tonaler oder gemäßigt moderner Stilistik sind in den Verlauf der Märchenerzählung eingelassen. Dabei greift der Komponist zu verschiedensten Ausdrucksmitteln, um Stimmungen oder Ereignisse klanglich zu interpretieren.
Form, Struktur
Kürzere Stücke basieren auf charakteristischen, aus dem Märchen abgeleiteten Klangideen, die über mehrere Takte hinweg entfaltet werden. Längere Kompositionen hingegen werden z.B. auf Grundlage von Ostinati oder regelmäßigen Melodiephrasen zu mehrteiligen Gebilden geformt.
Notation, Dauer, Schwierigkeit
Mit Ausnahme eines Symbols für chromatische Handflächencluster finden sich keine Besonderheiten der Notation.
Dauer: ca. 10, mit Lesung ca. 20 Minuten
Schwierigkeitsgrad: leicht
Kommentar
Die Stücke können im Rahmen einer Lesung des Märchens aufgeführt werden, funktionieren jedoch auch ohne diesen Kontext. In beiden Fällen bieten sie die Möglichkeit, sich im Umgang mit Klangentfaltungen und eng umgrenzten musikalischen Situationen zu schulen.
2
Patrick Pföß: 18 Stücke für zwei Querflöten. Moderne Stücke für den Anfängerunterricht (2023–25)
Verlag Neue Musik Berlin. NM 4457 (Spielpartitur)
Stilrichtung, allgemeiner Charakter
Das Spektrum der versammelten Flötenduos erstreckt sich von genau notierten tonalen Kompositionen über frei zu gestaltende Stücke mit experimentellen Bestandteilen bis hin zu verbal notierten, mit selbst erfundenen Klängen auszufüllenden Geschichten.
Form, Struktur
Jedes einzelne Stück besitzt eine individuelle Formgebung, die von der zugrundeliegenden klanglich-spieltechnischen Aufgabenstellung her entwickelt wird. Eine zusätzliche Bonuskomposition für Flöte solo am Ende des Bandes setzt sich musikalisch mit dem H-Fuß auseinander.
Notation, Dauer, Schwierigkeit
Ungewöhnliche Spieltechniken und Notationsarten werden durch Anweisungen im Notentext erklärt; besondere Aufführungsarten sind am Ende der Stücke erläutert.
Dauer: ca. 0,5 bis 2,5 Minuten
Schwierigkeitsgrad: sehr leicht bis leicht
Kommentar
Auf spielerische Weise – etwa durch verbale Anregungen zur klanglichen Illustration alltäglicher Situationen oder durch Aufforderung zum Erfinden und Notieren von Klängen – werden hier viele ungewöhnliche Spiel- und Kompositionstechniken in den Anfängerunterricht eingeführt.
3
David Holleber: Der kleine Wassermann (2025) für drei Gitarren
Verlag Neue Musik Berlin. NM 4329 (3 Spielpartituren)
Stilrichtung, allgemeiner Charakter
In mehreren kurzen Episoden voller suggestiver Klangbilder illustriert die kurze Komposition, einer einführenden Geschichte folgend, die Erlebnisse und Beobachtungen eines kleinen Wassermannes über den gesamten Tag hinweg.
Form, Struktur
Das einsätzige Stück besteht aus fünf mit erklärenden Überschriften versehenen Abschnitten, denen jeweils individuelle technisch-musikalische Aufgabenstellungen zugrundeliegen. Verbindendes Element ist ein triolisches, an Wellenbewegungen gemahnendes Leitmotiv.
Notation, Dauer, Schwierigkeit
Die herkömmliche Notation ist durch einige besondere Anweisungen – etwa zum rhythmischen Spiel auf Korpus und Zargen – ergänzt, die im Vorwort erläutert werden.
Dauer: ca. 3 Minuten
Schwierigkeitsgrad: sehr leicht bis leicht
Kommentar
Anlässlich des Wettbewerbs Jugend musiziert 2025 entstanden, versammelt die Komposition ungewohnte Anforderungen an das kindliche Gitarrenspiel und bietet eine fantasievolle Einführung in verschiedene Möglichkeiten zeitgenössischen Musizierens.
4
Dorothea Hofmann: Goldberg’s Nightmares (2021/24) für Flöte, Schlagwerk und Klavier
Edition Dohr, Köln. E.D. 17757 (Klavierpartitur und Stimmen)
Stilrichtung, allgemeiner Charakter
In Gestalt musikalischer „Überschreibungen“ von Nr. 19, 25 und 28 aus Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ schafft die Komponistin drei kurze instrumentale Szenen, die zwar immer das Bach’sche Original durchschimmern lassen, aber ganz eigene „Geschichten“ erzählen.
Form, Struktur
Jeder der drei Sätze (I. „Und Goldberg tanzt…“ – II. „Mitternacht“ – III. „Verwirrt und federleicht“) basiert auf einer bestimmten Idee, die durch den jeweiligen Titel angedeutet wird und sich sowohl im musikalischen Charakter als auch in der Formgebung niederschlägt.
Notation, Dauer, Schwierigkeit
Es gibt keinerlei Besonderheiten der Notation.
Dauer: ca. 12 Minuten
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittelschwer
Kommentar
Die ebenso assoziationsreiche wie humorvolle Komposition wartet mit relativ geringen spieltechnischen Anforderungen auf und bietet daher eine niederschwellige Möglichkeit, sich im Rahmen des Musikunterrichts mit bestimmten zeitgenössischen Ausdrucksformen auseinanderzusetzen.
5
Dariya Maminova: Sehen (2023) für drei Akkordeons
Online-Ausgabe (Spielpartitur) beim Podium Gegenwart des Deutschen Musikrats (www.vermittlung-neue-musik.de/ezm-amateurfoerderung/triolade/werk)
Stilrichtung, allgemeiner Charakter
Unterstützt durch theatrale Aktionen und Prozesse experimenteller Klangerkundung vollzieht sich innerhalb der Komposition eine allmähliche Annäherung der drei Mitwirkenden. Dabei werden sowohl meditative als auch virtuose Ausdrucksdimensionen des Akkordeons einbezogen.
Form, Struktur
Das Trio ist als prozessartiger Verlauf angelegt, der mit dem Betreten der Bühne und dem Einnehmen der Plätze beginnt und sich über das gemeinsame Suchen aufeinander bezogener Klänge bis hin zur Entwicklung einer abschließenden Akkordtextur erstreckt.
Notation, Dauer, Schwierigkeit
Die Partitur enthält zahlreiche grafische Symbole und verbale Anweisungen, die sich jedoch leicht interpretieren und erschließen lassen.
Dauer: ca. 8 Minuten
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer bis schwer
Kommentar
Die Komposition richtet sich an Laienmusizerende und entstand im Rahmen der Amateurförderung der Edition Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats. Die Partitur und erläuternde Materialien zur Erarbeitung stehen kostenlos online zur Verfügung.
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