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Neue Noten 2026/10 – Kompositionen für Soloinstrumente

Neue Noten 2026/10 – Kompositionen für Soloinstrumente

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Neue Noten 2026/10 – Kompositionen für Soloinstrumente

Untertitel
Kompositionen von Albert Breier, Biagio Putignano, Nicolaus A. Huber, Roger Reynolds und Otto Wanke
Vorspann / Teaser

Albert Breier: Colours of Memories | Biagio Putignano: HAMLET’S MILL | Nicolaus A. Huber: Sonate für Violine solo | Roger Reynolds: Colombi Daydream | Otto Wanke: aer

Autor
Publikationsdatum
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Text

1

Albert Breier: Colours of Memories (2019) für Flöte solo
Verlag Neue Musik Berlin. NM 4466

Stilrichtung, allgemeiner Charakter
Das rhapsodisch anmutende Solostück präsentiert sich als abwechslungsreicher Klangstrom, der von fließenden Tempoveränderungen, ständig wechselnden Klangfarben, großen Registerkontrasten und einer differenzierten Ausleuchtung der Dynamik geprägt ist.

Form, Struktur
Der einsätzige Formverlauf wird als eine Art Bewusstseinsstrom aus charakteristischen Bausteinen entwickelt, die sich in motivisch und klangfarblich veränderter Gestalt durch den gesamten Notentext ziehen und als „Erinnerungen“ auf die initalen Konstellationen zurückverweisen.

Notation, Dauer, Schwierigkeit
Das taktstrichlos und an einer Stelle in zwei Systemen notierte Stück greift auf eine Reihe besonderer Spieltechniken zurück, die im Vorwort kurz erläutert sind.
Dauer: ca. 7,5 Minuten
Schwierigkeitsgrad: schwer

Kommentar
Die Komposition erfordert ein hohes Maß an spieltechnischer Sicherheit bei der Wiedergabe der detailreich ausgewiesenen Klangfarben- und Dynamikwechsel. Aufgrund vieler Tempoveränderungen ergeben sich hierbei allerlei Gestaltungsspielräume für die Interpretierenden.

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2

Biagio Putignano: HAMLET’S MILL (2025) für Posaune (redigierte, für Bassposaune eingerichtete Fassung von Jakob Grimm)
Edition Gravis, Brühl. eg 3224

Stilrichtung, allgemeiner Charakter
Ausgehend von Tonrepetitionen erkundet der Komponist vorwiegend geräuschhafte und unbestimmte Klangereignisse. Die häufigen Wechsel zwischen den instrumentalen Registern dienen der Erzeugung dynamisch zurückhaltend dargebotener musikalischer Kontraste.

Form, Struktur
Das einsätzige, in bogenähnlicher Verlaufsform komponierte Stück basiert auf mehreren musikalisch-gestischen, mit bestimmten Spieltechniken verknüpften Gedanken, die immer wieder aufgegriffen, weiterentwickelt und im Zuge einer Höhepunktsbildung zur Verdichtung geführt werden.

Notation, Dauer, Schwierigkeit
Erweiterte Spieltechniken sind durch besondere Symbole wiedergeben und zusätzlich durch verbale Anweisungen präzisiert. Die Notation erfordert eine gewisse Einarbeitung.
Dauer: ca. 6 Minuten
Schwierigkeitsgrad: sehr schwer

Kommentar
Die Komposition ist ausdrücklich ohne Stimmzug zu spielen, wodurch sich grundlegend neue Zugkombinationen ergeben, die erheblich von der gewohnten Spielpraxis abweichen. Der Umgang mit diesen Voraussetzungen setzt einen hohes Maß an Erfahrung mit zeitgenössischer Musik voraus.

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3

Nicolaus A. Huber: Sonate für Violine solo (1965)
Verlag Neue Musik Berlin. NM 4325

Stilrichtung, allgemeiner Charakter
Aus zeitgenössischer Perspektive erforscht Huber virtuos-figurative, harmonische und klangliche Aspekte des solistischen Violinspiels. Das traditionelle Idiom des Instruments wird dabei durch mehrschichtige Klangflächen und Einbeziehung von Mikrointervallen angereichert.

Form, Struktur
Die einsätzige Sonate entwickelt sich aus einem mottoartig vorgestellten initialen Gedanken. Seine rhythmischen, melodischen und diastematischen Kennzeichen dienen als Ausgangspunkt für die Ableitung kontrastierender, in variierter Gestalt wiederkehrender Texturen.

Notation, Dauer, Schwierigkeit
Die Notation ist leicht erschließbar; an einigen Stellen sind die einzelnen Schichten der Musik jedoch in bis zu drei Systemen notiert.
Dauer: ca. 6,5 Minuten
Schwierigkeitsgrad: schwer

Kommentar 
Die während Hubers Studienzeit entstandene Komposition spielt lustvoll mit Satzstrukturen und Ausdrucksmitteln aus der Tradition unbegleiteter Violinmusik. Deshalb eignet sich das Stück hervorragend als Pendant und musikalischer Kommentar zu entsprechenden Repertoirewerken.

4

Roger Reynolds: Colombi Daydream (2010) for Solo-Cello
Edition Peters, Leipzig. EP 68420

Stilrichtung, allgemeiner Charakter
Basierend auf der „Chiacona a Basso solo“ von Giuseppe Colombi (1635–1694) werden sich wiederholende, pulsierende Tonkonstellationen entfaltet, die durch eine besondere, von Flageoletts und Mikrointervallen geprägte Klangcharakteristik auszeichnet sind.

Form, Struktur
Bei der Komposition handelt es sich um eine Variation zu Colombis „Chiacona“-Thema: Die in den Tonsatz eingebetteten Themenbestandteile werden unter Verwendung von Ornamentierungen und feinen Klangfarben-Varianten unterschiedlicher Flageolettgriffe aufgegriffen und verändert.

Notation, Dauer, Schwierigkeit
Die Notation von Flageoletts, alternativen Griffen und rhythmischen Proportionen erfordert eine gewisse Einarbeitungszeit.
Dauer: ca. 6 Minuten
Schwierigkeitsgrad: sehr schwer

Kommentar
Das spieltechnisch und klanglich herausfordernde Solostück wurde als Bestandteil einer insgesamt 30-teiligen, von unterschiedlichen Komponist:innen gestalteten Folge von „Mystery Variations“ über Colombis „Chiacona“ für den finnischen Cellisten Anssi Karttunen komponiert.

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5

Otto Wanke: aer (2020) für Klavier
Verlag Neue Musik Berlin. NM 4426

Stilrichtung, allgemeiner Charakter
Inspiriert vom futuristischen Maler Gerardo Dottori (1884–1977) und dessen Versuchen, in seiner „aeropittura“ die Erfahrung des Fliegens bildnerisch einzufangen, kreist das Stück um wiederkehrende Figuren, die sich in wechselnden Konfigurationen den Tonraum bewegen.

Form, Struktur
Die einsätzige Kompostion basiert auf einer durch spezifische Gestik, Intervallik und Rhythmik geprägten Keimzelle, die zunächst variiert und dann mit einer alternativen Konfiguration konfrontiert wird, bevor beide Elemente auf unterschiedliche Art miteinander verschmolzen werden.

Notation, Dauer, Schwierigkeit
Der Notentext weist keinerlei Besonderheiten der Notation auf.
Dauer: ca. 7 Minuten
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer bis schwer

Kommentar
Die Komposition eignet sich für Interpretierende ohne große Erfahrungen mit zeitgenössicher Musik. Sie erfordert eine abwechslungsreiche Wiedergabe der immer wieder von Neuem entfalteten und in ihren Details variierten Ton- und Intervallkonfigurationen.

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