Johan Halvorsen: Passacaglia, Sarabande con Variazioni nach Händel, für Violine und Viola, hrsg. von Andreas Pernpeintner. Vorwort von Øyvin Dybsand. Mit zusätzlichen bezeichneten Spielpartituren von Henning Kraggerud. Henle HN 1670
Noten-Tipp 2026/05
Johan Halvorsens Passacaglia (1894) nach Händels g-Moll-Cembalosuite HWV 432 ist ein wunderbares Bravourstück für Violine und Viola. Auch die nicht von Halvorsen stammende Fassung mit Cello statt Bratsche ist zu Recht beliebt. Für sein Duo mit Karl Johannessen, dem Konzertmeister des Bergener Orchesters „Harmonien“ geschrieben, hält Halvorsen sich zunächst noch relativ eng an Händels prächtige Passacaglia, geht im Laufe der 20 Variationen dann aber bald eigene Wege. Die technischen Anforderungen sind in beiden Parts gleich hoch, weil die virtuosen, aber nie überladenen Passagen immer wieder zwischen den Stimmen hin- und herwandern.
Im Gestus und in der Schwierigkeit ein wenig zurückgenommen ist die weniger bekannte, mit rund neun Minuten Spieldauer etwas längere Sarabande (1898) nach Händels Suite HWV 437. Halvorsen ringt dem seit der Allgegenwart der historischen Aufführungspraxis arg strapazierten „Folia“-Modell originelle Nuancen ab, der Gestus ist im Vergleich zum Zugabencharakter der Passacaglia eher kammermusikalisch geprägt.
Diese schöne Ausgabe punktet mit einem Vorwort von Øyvin Dybsand und zwei zusätzlichen Spielpartituren, für die der renommierte Geiger und Bratscher Henning Kraggerud hilfreiche Fingersätze und Striche beigesteuert hat. Jetzt heißt es nur noch: Üben!
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