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Ulrich Rademacher beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Regensburg. Foto: Uwe Moosburger

Ulrich Rademacher beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Regensburg. Foto: Uwe Moosburger

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Mit Herz und Kopf

Untertitel
Ein Dank an Ulrich Rademacher
Vorspann / Teaser

Zum Abschied gab es zwei Flaschen erstklassigen Rotwein für einen Con­naisseur und leidenschaftlichen Musik­pädagogen. Natürlich nur symbolisch, denn das, was Ulrich Rademacher in den letzten Jahren und Jahrzehnten für Jugend musiziert geleistet hat, lässt sich mit Rotwein – und sei er noch so gut – ganz sicher nicht aufwiegen. Im Rahmen des Bundeswettbewerbs 2026 wurde Ulrich als Vorsitzender des Pro­jektbeirats gleich dreimal verabschie­det: bei den Juryabenden in München und Regensburg und dann noch ein­mal im Regensburger Preisträgerkon­zert. Ein würdiger Abschied von die­sem Amt. Mit Herz und Kopf – das hat er seither bereits mehrfach bewiesen – ist er nach wie vor dabei.

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Herz und Kopf sind die Stichworte, die sein Engagement für den Wettbe­werb auf allen Ebenen beschreiben. Als langjähriger Musikschulleiter in Münster war er für den Regionalwett­bewerb vor Ort zuständig, auf Landes­ebene immer wieder als Juror tätig. Den Verband deutscher Musikschu­len vertrat er viele Jahre lang im Pro­jektbeirat Jugend musiziert, seit 2017 als dessen Vorsitzender. Die Amtsü­bergabe von Reinhart von Gutzeit auf Ulrich Rademacher, bei der ein Mo­torrad eine nicht unwesentliche Rolle spielte (festgehalten auf einem legen­dären Foto, s. nmz Ausgabe Juli/Au­gust 2017), war ein Musterbeispiel für ein kollegiales und freundschaftliches Miteinander, das beide auszeichnete. Die großen Fußstapfen seines Vorgän­gers hat Ulrich wunderbar gefüllt. 

Herz und Kopf! Klug, bedacht, dabei offen für neue Ideen und Innovationen, so hat er als Vorsitzender den Wettbe­werb begleitet und geführt. Dabei galt sein erster Gedanke immer der Frage, was gut oder noch besser für die Teil­nehmerinnen und Teilnehmer ist, wie sie in ihrer musikalischen ebenso wie in ihrer persönlichen Entwicklung ge­fördert werden könnten. Beim Blick auf das große Ganze ließ er dabei ein­zelne Kinder und Jugendliche nicht aus den Augen, suchte den Kontakt und das Gespräch, um nah an der Basis zu blei­ben. Gleichzeitig war ihm bewusst, wie viel häufig ehrenamtliches Enga­gement in den Jumu-Gremien auf al­len Ebenen zum Gelingen des Wettbe­werbs beiträgt, dass dieses nicht nur gewürdigt werden, sondern dass auch die vielen Erfahrungen, die so genannte Schwarmintelligenz, ausreichend ein­bezogen und genutzt werden sollten. Die Art, wie er – selbst meinungsstark und durchaus bereit, Position zu bezie­hen – den Standpunkten der vielen Ju­mu-Stimmen Beachtung schenkte, war vorbildlich. Dass dies vor allem in den letzten Jahren alles andere als einfach war, ist bekannt. Umso wertvoller sei­ne Fähigkeit, die Interessen aller Betei­ligten anzuhören, Diskussionen in kon­struktive Bahnen zu lenken und best­mögliche Ergebnisse zu erzielen. 

An vielen Stellen hat Ulrich eige­ne Akzente gesetzt, hier ein paar Bei­spiele: Den WDR 3 Klassikpreis der Stadt Münster hat er initiiert und in­tensiv begleitet, er engagiert sich hier bis heute. Federführend hat er an der Einführung von WESPE – Wochenen­de der Sonderpreise – mitgewirkt. Das bot den Jugendlichen eine zusätzliche Chance, sich in anderen und neuen mu­sikalischen Welten auszuprobieren und zu beweisen. Die Idee von Jumu open hat er ins Leben gerufen, fest davon überzeugt, dass es auch darum gehen muss, junge Musikerinnen und Musiker zu eigener Kreativität anzuregen und ihnen den Weg dahin zu ebnen. Nicht zu vergessen seien hier seine Reden bei Preisträger:innenkonzerten: Bei aller angenehmen Kürze und Prägnanz wa­ren sie immer inhaltsreich und kamen von Herzen. Und wenn „Not am Kla­vierbegleiter“ war, sprang er manch­mal sehr spontan in einer Wertung oder auch im Preisträgerkonzert ein. Die zu Begleitenden, die in diesen Genuss ka­men, schwärmen noch heute davon… 

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Ulrich Rademacher gratuliert Preisträger:innen bei WESPE in Schwerin 2022. Foto: Oliver Borchert

Ulrich Rademacher gratuliert Preisträger:innen bei WESPE in Schwerin 2022. Foto: Oliver Borchert

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In einem nmz-Interview hat Ulrich Rademacher einmal treffend gesagt: „Jugend musiziert ist ein Wettbewerb, der sich laufend verändert.“ Die Balan­ce aus Festhalten an Bewährtem und Offenheit für Veränderung hat er meisterhaft gehalten. Zu Hilfe bei den vie­len Herausforderungen, die sein Amt mit sich brachte, kam ihm sein Humor, der so manche kniffelige Situation ent­schärft hat. 

So weit der Blick zurück auf Ulrichs Verdienste um Jugend musiziert. En­den soll der Text aber mit dem Aus­blick darauf, dass seine Erfahrung und sein kluger Bick auch zukünftig zur Verfügung stehen, wenn sie ge­braucht werden. Wie schön, wenn ein Übergang so konstruktiv gestaltet werden kann! Seine bisherigen Wegge­fährtinnen und -gefährten ebenso wie neue Jumu-Menschen können sich da­rauf verlassen – und sich auch zukünf­tig auf gute Gespräche mit Ulrich freu­en. Möglicherweise an einer Hotelbar im Rahmen weiterer Jugend musiziert- Veranstaltungen mit einem guten Glas Rotwein, dem er selten abgeneigt war und ist. Insofern ist sein Abschiedsge­schenk „irgendwie“ auch wieder sehr passend. 

Danke, Ulrich, für eine tolle Zusam­menarbeit, für Vertrauen und Offenheit, für Vergangenes und Zukünftiges! 

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