Nach einem harten Probentag, oder wenn wir intensiv geübt haben, kann es schon mal „zwicken“, wahrscheinlich haben alle von uns schon mal diese Erfahrung gemacht. Wenn das ab und zu einmal passiert, ist das nicht weiter schlimm. Nach etwas Dehnen und einer heißen Dusche geht es wieder, oder? Aber lasst uns das nicht unterschätzen! Unser Körper hilft uns, indem er Warnsignale gibt. Was ich gerade geschildert habe, wäre die erste Warnstufe. Es gibt drei davon.
Bei der nächsten Warnstufe mit häufigerem Unwohlsein und/oder Verspannungen sollten wir handeln, bevor echte körperliche Beschwerden und ständige Schmerzen beim Spiel als letzte Warnung auftreten. Es ist nötig, diese Warnsignale richtig zu verstehen, anstatt darüber hinwegzugehen, weil es uns in dem Moment nicht passt, weil wir es uns scheinbar „gerade jetzt nicht leisten können“, oder mit welchen Gründen auch immer wir uns vertrösten.
Spätestens bei der letzten Stufe sollten wir über Ursachen und Veränderungen nachdenken, denn die schlimmste Folge einer Fehleinschätzung ist sicherlich der zeitweise oder komplette Verlust der Spielfähigkeit. Tatsächlich war ich vor ziemlich vielen Jahren selbst an genau diesem Punkt. Davon erzähle ich Euch später mehr. Aber so viel kann ich Euch schon sagen: Damals gab es keine dieser vielen Möglichkeiten, die heute zum Thema Musizierendengesundheit angeboten werden, die vielen Publikationen, Workshopangebote, Fortbildungskurse, Musikersprechstunden und so weiter.
In jedem Fall sollten wir uns ganz grundsätzlich präventiv vor Überlastung und ihren Folgen schützen. Womit könnten wir alle also anfangen? Zuerst einmal müssen wir verstehen, dass wir Spitzensportlerinnen und -sportler im Bereich Musik sind. Quasi nicht nur Tonkünstler, sondern auch „Tonsportler“...
Deshalb: Wie alle Sporttreibende müssen wir uns dringend aufwärmen, also unseren Körper auf die Leistung und Belastung vorbereiten. Natürlich ohne Instrument, es ist ja nicht das Einspielen, was ich meine. Und nach dem „Sport“ machen wir Cool-Down, also die angespannte Muskulatur dehnen, strecken und ihr damit die Entspannung „erlauben“.
Das reicht erstmal, oder?
Alles Weitere schreibe ich Euch, wenn Ihr mögt, im nächsten Brief.
Bis dahin liebe Grüße
Euer Christoph
Und bleibt neugierig!
Infos: www.technikcoaching-cm.de