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Prof. h.c. Christoph Mayer, Geiger, Instrumentalpädagoge und Musikphysiologe. Foto: Nadine Targiel

Prof. h.c. Christoph Mayer, Geiger, Instrumentalpädagoge und Musikphysiologe. Foto: Nadine Targiel

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Briefe zur Musizierendengesundheit

Untertitel
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten Streicher in ihrer Ausbil­dung das Zusatzfach Fechten
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Der Autor Prof. h.c. Christoph Mayer, Geiger, Instrumentalpädagoge und Musikphysiologe arbeitet als Technik- Coach mit der PWE violin technique® und als Dozent im Bereich Musizie­rendengesundheit. Weitere Informationen unter www.technikcoaching-cm.de 

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

letztes Mal haben wir über Warm-Up, Cool-Down und über „Ton-Sport“ ge­sprochen, erinnert Ihr Euch? 

So „unsexy“ Prävention auch sein mag, so wichtig finde ich sie. Klar, ich verstehe, dass das Aufwärmen keinen großen Spaß macht, vor allem, wenn es einem gut geht. Aber probiert es aus: wenn der Körper warm und die Mus­kulatur gut durchblutet ist, kann er mit größerer Leichtigkeit die Leistung brin­gen, die wir und andere von uns erwar­ten. 

Noch mehr verstehe ich, wenn man nach einem anstrengenden Probentag oder nach einem Konzert lieber mit Wein oder Bier auf dem Sofa chillt, statt sich zu dehnen und zu strecken, um die Muskulatur vom Stress zu be­freien. 

Aber, Leute, was spricht dagegen, beides zu tun? Ich selbst fange schon auf der Rückfahrt damit an, dann ist ein Teil schon gemacht, danach Weiß­bier auf der Lounge, der Rest vor dem Schlafengehen... (übrigens zeigen Un­tersuchungen, dass sich verspannte Muskulatur von alleine nur um 10 Pro­zent wieder regeneriert! Also müssen wir mit Dehnungen etc. die „Erlaub­nis geben“). 

Die Spitzensportler haben ein relativ kurzes Berufsleben, da ist mit 30 bis 40 Jahren Schluss. 

Von uns wird erwartet, dass wir bis zur Rente (für Freiberufler zwangs­läufig noch länger) maximale Leistung bringen. Das schaffen wir nur, wenn wir frühzeitig anfangen, uns um uns und unseren Körper zu kümmern! 

In meiner Jugend hat es immer ge­heißen, „mach nur keinen Sport, pass auf Deine Finger auf, damit nichts pas­siert“. Heute sollten wir das anders sehen. So sagt mir eine Kollegin, die auch Physiotherapeutin ist und klet­tert, dass sie sich wundert, wie wenig Musiker:innen an ihrer Griffkraft ar­beiten. 

Es ist eigentlich ziemlich logisch, dass man für virtuose Dinge, die wir mit den Händen anstellen, entspre­chende Kräftigung vertragen kann. Ich habe gehört, dass bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts Streicher in ihrer Ausbil­dung das Zusatzfach Fechten hatten, für die Stärkung und die Geschmeidig­keit des Handgelenks (nicht mit dem heutigen „Pistolengriff“, sondern mit der alten Griffweise – ich habe selbst 2 Jahre Degenfechten gemacht). 

Im ersten Brief hatte ich geschrie­ben, dass ich Euch von meinen eige­nen Erlebnissen mit körperlichen Be­schwerden erzählen werde. Nächstes Mal möchte ich darüber berichten, und auch darüber,auf welchem Weg ich die Probleme gelöst habe und wel­che Hilfe möglich und sinnvoll ist. 

Bis dahin liebe Grüße 

Euer Christoph 

Und bleibt neugierig! 

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