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Das Akkordeon kann mehr, als viele ihm zutrauen

Untertitel
Es ist ein ernstzunehmendes, vielseitiges und künstlerisch hoch spannendes In­strument
Vorspann / Teaser

Dass das Akkordeon 2026 zum Instru­ment des Jahres gewählt wurde, freut mich sehr. Denn dieses Instrument wird im deutschen Musikleben wirklich un­terschätzt: Wer „Akkordeon“ hört, denkt oft noch immer zuerst an Wirts­haus, Schifferklavier oder volkstüm­liche Klänge. Das wundert – denn das Akkordeon ist längst sehr viel mehr als die alte „Quetschkommode“. Es ist ein Instrument mit einer enormen Wand­lungsfähigkeit, mit großer Ausdrucks­kraft und mit einem Klang, der unmit­telbar ist, atmend, körpernah und oft von einer ganz eigenen Intensität.

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Vielleicht liegt genau darin auch ein Grund, warum das Akkordeon im eu­ropäischen Musikbetrieb nie so recht einen selbstverständlichen Platz hatte. Es passt eben nicht sauber in die üb­lichen Schubladen. Es ist zu vielseitig, um sich auf nur eine Tradition festle­gen zu lassen. Es gehört zur Amateur­musik und natürlich zur Volksmusik. Aber ebenso auch zum Jazz, zur zeitge­nössischen Musik und zu vielen genreübergreifenden Formaten. Es kann in­nig klingen, rau, virtuos, tänzerisch oder melancholisch. Gerade diese Of­fenheit ist seine Stärke. Und vielleicht war sie lange auch der Grund dafür, dass man es nicht immer ganz ernst genommen hat. 

Ich selbst habe zu diesem Instrument eine besondere Beziehung. Ich liebe das Akkordeon auch deshalb, weil mein Vater es gespielt hat. Für mich ist sein Klang folglich nie nur ein Klang ge­wesen. Er hat immer auch etwas sehr Persönliches für mich. Etwas Nahes. Etwas, das nicht geschniegelt und ge­striegelt wirken will, sondern direkt da ist. Man hört beim Akkordeon nicht nur die Töne. Man hört immer auch den Atem des Instruments, den Druck, die Bewegung. Vielleicht berührt es gerade deshalb so unmittelbar. 

Deutschland spielt in der Welt des Ak­kordeons bis heute eine wichtige Rol­le. Das zeigt der Blick nach Trossin­gen. Dort sitzt mit Hohner einer der bekanntesten und prägendsten Her­steller überhaupt. Dass eine solche Firma, ein Weltmarktführer, hier ih­ren Sitz hat, ist alles andere als neben­sächlich. Es zeigt, dass das Akkorde­on in Deutschland eben nicht nur als nostalgisches Erinnerungsstück existiert, sondern auch Teil lebendiger In­strumentenbau-Tradition ist. 

Zu dieser Tradition gehört etwa auch das Hohner-Orchester, unter dem Na­men Hohnerklang unterwegs. Dass die­ses Ensemble kürzlich im Bad Hombur­ger Kurhaus gastierte, ist ein schönes Zeichen. Ebenso, dass das Streicheren­semble „Bella Chorda“ mit mehreren FTKB-Mitgliedern Anfang Mai im Rah­men der Phillipsruher Schlosskonzerte mit einem Programm mit Akkordeon gastierte. Dies macht sichtbar, dass das Akkordeon eben auch auf die Konzert­bühne gehört und dort mit einem Reper­toire bestehen kann, das weit über kli­scheehafte Zuschreibungen hinausgeht. 

Gerade deshalb ist die Wahl zum In­strument des Jahres eine gute Gele­genheit, den Blick auf das Akkordeon neu zu schärfen. Auch unter den Mit­gliedern des hessischen Tonkünstler­bundes gibt es Angebote für dieses In­strument. Das ist erfreulich. Denn es zeigt, dass das Akkordeon auch hier seinen Platz hat – nicht am Rand, son­dern mitten im musikalischen Leben. 

Vielleicht ist jetzt also ein guter Zeit­punkt, mit einem alten Missverständnis aufzuräumen. Das Akkordeon ist nicht der sympathische Sonderling, den man ab und zu freundlich mitlaufen lässt. Es ist ein ernstzunehmendes, vielseitiges und künstlerisch hoch spannendes In­strument. Und es wird höchste Zeit, dass man es auch genau so hört. 

Akkordeon-Titel
Termine des DTKV Hessen
Akkordeon-Elemente
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FTKB

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Donnerstag, 11. Juni 2026, 19 Uhr, Budge-Stiftung, Wilhelmshöher Str. 279, 60389 Frankfurt: Konzert „Viel­falt der Stimme“ 

Samstag, 13. Juni, 13 bis 18 Uhr und 14. Juni 9 bis 16 Uhr Piano Adven­tures „Erste Schritte auf der Mittel­stufe“, Seminar III der Online-Fortbil­dung für Klavierschüler:innen. Infos/ Anmeldung www.pianoadventures. de/event oder 

christianeatpianoadventures.com (christiane[at]pianoadventures[dot]com) 

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Regionalverband Nordhessen

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Samstag, 20. Juni 2026, 18 Uhr, Kirche Kirchditmold, Schanzenstr. 1A, 34130 Kassel: Schülerkonzert zum Sommer 

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