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Das Musikleben braucht Freiheit und Vielfalt

Untertitel
Zur DACH-Tagung der Musikräte in Leipzig
Vorspann / Teaser

Am 5. und 6. Oktober versammelten sich die deutschsprachigen Musikräte zum bereits 20. Mal zu ihrer jährlichen Klausurtagung. In diesem Jahr nahm auch der europäische Musikrat als Gast an der DACH-Tagung in der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig teil. Wie be­reits in den vergangenen Jahren veröf­fentlichten die teilnehmenden Musikräte ein gemeinsames Abschlussstate­ment, in dem sie auf grundsätzliche politische und gesellschaftliche Fra­gen eingehen, die das Kultur- und ins­besondere das Musikleben betreffen. 

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Das Abschlussstatement richtet sich explizit nicht nur an poli­tische Funktionsträger, sondern auch an die Gesellschaft und ruft beide unter dem Leitsatz „Investi­tionen ins Musikleben sind Investiti­onen in die Zukunft“ gleichermaßen auf, „gemeinsam die Rahmenbedin­gungen für das Musikleben zu sichern und weiterzuentwickeln – und so eine gute musikalische Bildungslandschaft, eine starke Musikwirtschaft und eine lebendige Vielfalt der Musikpraxen zu fördern.“ In diesem Jahr stehen Frei­heit und Vielfalt als Grundvorausset­zungen für das Musikleben im Mittel­punkt. 

Einerseits wird dabei die verfassungs­rechtliche Bedeutung der Kunstfreiheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz betont, diese sei als Grund­recht Grundlage jeder Förderpolitik. 

Trainiert das Zuhören 

Zudem wird die gesellschaftliche Re­levanz der Musik selbst herausgestellt, „sie trainiert im wörtlichen Sinne das Zuhören – in der Auseinandersetzung miteinander und auch in der Freiheit, anders zu denken, Vielfalt zuzulas­sen und Neues zu wagen.“ Anderer­seits führen die Musikräte aus, dass der Schutz geistigen Eigentums eben­falls eine notwendige Voraussetzung für den Erhalt des Musiklebens dar­stellt. Gerade im Bereich der Künst­lichen Intelligenz bestehe in diesem Zusammenhang sowohl auf nationa­ler als auch auf internationaler Ebene dringender Handlungsbedarf, um die Kreativwirtschaft als Wachstumsmo­tor und Innovationsfaktor in Europa zu bewahren. Es müssen klare Rah­menbedingungen für Künstliche In­telligenz geschaffen werden, die so­wohl künstlerische Freiheit als auch unternehmerisches Handeln paral­lel schützen. Auch zur Umsetzung werden Forderungen aufgestel lt : Rechteinhaber:innen müssen ange­messen an der Wertschöpfung betei­ligt werden, die Einführung von ge­meinsamen Vergütungsregeln im Be­reich des Streamings in Deutschland sei ein wichtiger Schritt und ein Signal für mehr Fairness. Zur Umsetzung der zu schaffenden Rahmenbedingungen bedürfe es außerdem fairer, transpa­renter und durchsetzbarer Verfahren. 

Rolle des ÖRR 

Auch die zentrale Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird im Ab­schlussstatement thematisiert: Die Sicht- und Hörbarkeit von Musik hinge zu großen Teilen von diesem ab, sein Auftrag sei es, „die reiche kulturelle Vielfalt unserer Länder zu repräsentie­ren.“ Die Musikräte unterstützen des­halb Reform- und Wandlungsprozesse, die den öffentlich-rechtlichen Rund­funk in seiner Bedeutung für die Demo­kratie stärken und eine ausreichende Finanzierung vorsehen. 

Abschließend wird auf die gesell­schaftliche Bedeutung der Musik als Stärkung in vielerlei Hinsicht und mit ihrer nachgewiesenen gesundheitsför­dernden Wirkung hingedeutet. Diese Ei­genschaften werden mit der Forderung verbunden, die Musik in Zeiten von Res­sourcenknappheit auch im öffentlichen Bereich angemessen zu fördern. 

Das Statement widmet sich vielen wichtigen Aspekten des Erhalts des Kulturlebens und schließt an das State­ment der letztjährigen DACH-Tagung an, über das vor einem Jahr an dieser Stelle berichtet wurde. Gerade die ex­plizite Auseinandersetzung mit dem Thema öffentlich-rechtlicher Rund­funk ist ein starkes Zeichen, dass ge­rade in diesem Bereich akuter Hand­lungsbedarf besteht, um bestehende Infrastruktur zu bewahren und nicht Reformen auszusetzen, die in einen Kulturabbau im öffentlich-rechtlichen Rundfunk führen. Auch die Forde­rungen nach angemessener öffentlicher Förderung des Musiklebens und der Schaffung und Durchsetzung von kla­ren Rahmenbedingungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Bereich des Urheberrechts sind mit Nachdruck zu unterstützen, um musikalische Be­rufe zu erhalten und somit das vielfäl­tige Musikleben, das als Ausdruck der Kunstfreiheit selbst große gesellschaft­liche Relevanz hat, zu stärken und auf­rechtzuerhalten. 

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