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Roland Leistner-Mayer am Neubeurer See, 8. März 2026. Foto: Heidi Ilgenfritz

Roland Leistner-Mayer am Neubeurer See, 8. März 2026. Foto: Heidi Ilgenfritz

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Musik im Spannungsfeld zwischen Leben und Tod

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Ein Nachruf auf den Komponisten Roland Leistner-Mayer
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80 Jahre waren Roland Leistner-Ma­yer vergönnt, um ein vielgestaltiges OEuvre zu schaffen, das ihn unter die großen deutschen Komponisten ein­reiht. Geboren wurde er am 20. Febru­ar 1945 in Graslitz, heute Kraslice, in Böhmen. Nach der Vertreibung wur­de die Familie ansässig in Vohburg an der Donau. 

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Seinen musikalischen Weg musste er sich erkämpfen: Eine Lehre als Zahntechniker und die Bundes­wehr waren Bremsen, bis er schließlich an der Musikhochschule München bei Harald Genzmer und Günter Bialas Komposition studieren konnte. 

Sein 1. Streichquartett war dem An­denken von Leoš Janáček gewidmet. Damit war das große Vorbild für Leist­ner-Mayer anvisiert. Aber der Jüngere wurde kein Epigone, Janáček wies ihm den Weg zu einer emotionalen Musik, die den Hörer packt, ihm fast etwas wie „Lebenshilfe“ bietet. 

Der Dirigent und kenntnisreiche Mu­sikpublizist Christoph Schlüren meint, Leistner-Mayer hinterlasse ein reiches Werk, „das von Dringlichkeit und inne­rem Ringen, von Humor und Schwer­mut, von Kapriziosität und Intensität gekennzeichnet ist. Seine 3. Sympho­nie ‚Das weiße Requiem‘ gehört zu den Hauptwerken der deutschen Mu­sik des ausgehenden 20. Jahrhunderts, seine Kammermusik und Streichor­chesterwerke gehören zum Substanti­ellsten der vergangenen Jahrzehnte in diesem Land.“ 

Zurückgezogenes Leben 

Roland Leistner-Mayer ging es um seine Musik. Zurückgezogen lebte er lange Jahre in Brannenburg. Selbst­darstellung oder gar Selbstinszenie­rung waren ihm fremd, ja zuwider. Dennoch wurde er vielfach geehrt. Seine Werke wurden von namhaften Interpreten aufgeführt, nicht nur sei­ne großartigen Streichquartette sind auf CD nachzuhören. 

Im letzten Jahr wurde seine geni­ale Suite für Flöte und Klavier op. 62 im Rahmen eines Geburtstagkonzerts in Traunstein und Rosenheim durch den südostbayerischen Tonkünstler­verband aufgeführt. Zum 80. Geburts­tag widmete der Bayerische Tonkünst­lerverband dem Komponisten eine Monographie. 

Werke für Hackbrett 

1999 heiratete er die Hackbrettvirtu­osin Heidi Ilgenfritz, die ihn anregte, etliche Werke für dieses keineswegs nur der Volksmusik zugehörige In­strument zu schreiben. Zu einer sehr originellen, ja eigentlich schon grim­migen Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens wurden 2011 die „Sieben tapferen Klavierstücke“ op. 140. Es beginnt mit „Damals“, die Frage „Wozu“ bedrängt den Kompo­nisten, doch mit Galgenhumor ver­sucht er seine Ängste wegzuwischen: „Dnalor lacht“ (Das ist „Roland“ rück­wärtsgelesen!). Das letzte Stück ist lakonisch überschrieben „Auf dem Brett“. 

Roland Leistner-Mayer ist nach län­gerer Krankheit am 17. Juni verstor­ben. In seiner Musik hat er uns seine Seele hinterlassen. 

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