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Alle Artikel kategorisiert unter »Nachruf«

Steely-Dan-Gitarrist Walter Becker mit 67 Jahren gestorben

05.09.17 (dpa) -
Mit Hits wie „Rikki Don't Lose That Number“ und „Dirty Work“ wurde Steely Dan bekannt. Walter Becker und Donald Fagen hatten die US-Band 1972 gegründet. Nun trauert die Musikwelt um den Gitarristen Becker.

Stiller Aufrührer und Vaterfigur

29.08.17 (Gerhard R. Koch) -
Das Image des Streichquartetts ist seit jeher gespalten. War es als Diskurs gleichberechtigter „Vernünftiger“ zunächst ein aufklärerisch-demokratisches Modell intensiver musikalischer Kommunikation, so wurde das Genre später zum Inbegriff kammermusikalischer Intimität, ja, zumal in Deutschland, bildungsbürgerlich elitärer Kunst-Erhabenheit. Wer bevorzugt Quartett spielte oder hörte, setzte sich ab von der „Masse“ derer, die es lieber mit zirzensischer Virtuosität, spätromantischem Orchester-Schwall und opulent-kulinarischem Opern-Applomb hielten. Bei Kammermusik-Abenden traf man denn auch in der Regel auf ein eher älteres, gewiss kenntnisreiches, aber auch konservativ abgeschottetes Publikum. Gleichzeitig war das Quartett aber auch die Experimentier-Kammer der Komponisten – von Beethoven über Bartók und die Wiener Schule bis zu Ligeti, Nono, Lachenmann und Ferneyhough.

Sympathisant und Protagonist des Neuen

29.08.17 (Gerhard R. Koch) -
Ein giftiges Bonmot lautete: Kunst-(also auch Musik-)Wissenschaft, hieße so, weil sie weder mit Kunst noch Wissenschaft zu tun habe. Ähnliches ließe sich von manchen Kulturpolitikern sagen, denen es sowohl an ästhetischer Empathie gebricht, als auch an Macht, sprich Geld. Ähnlich löst das Wort „Kulturmanager“ widerstrebende Gefühle aus, lässt es doch an Technokraten denken, denen es mehr um das Wie des administrativen Procedere geht als um das Was der Kunst. Institution, Organisation, Finanzierung, Legitimierung von Nicht-Profitablem oder aber Nicht-„sozial Relevantem“ sind deren Hauptprobleme. Sie zu ignorieren, ist nicht ratsam, will man innerhalb des bestehenden „juste milieu-Systems bestehen.

Gespür für das Machbare

29.08.17 (nmz-red) -
Der Musikwissenschaftler, -pädagoge, Musiker, Gründungspräsident der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und Ehrenpräsident des Deutschen Musikrates (DMR) Richard Jakoby starb nach langer Krankheit am 9. Juli 2017 im Alter von 88 Jahren. DMR-Präsident Martin Maria Krüger würdigte ihn als „herausragenden Musikpädagogen“ und „bedeutende Persönlichkeit des deutschen Musiklebens“. Der von 1976 bis 1988 als Präsident des DMR amtierende Jakoby habe sich „beispiellos für die Arbeit des Deutschen Musikrates“ eingesetzt. „Stets mit dem nötigen Gespür für das Machbare, trat er erfolgreich für bürgerschaftliche Mitverantwortung ein“, so Krüger weiter.

Am Mischpult: Pierre Henry

29.08.17 (jmk) -
Mit den Klängen leben, in den Klängen leben. Kaum ein Musiker hat dieses Motto so wörtlich genommen wie Pierre Henry. Immer wieder verwandelte der Komponist und Soundtüftler sein Haus, das gleichzeitig Tonstudio und Ausstellungsfläche für seine Werke bildender Kunst war, in einen intimen Hörsaal, den er dann, mit charakteristischem Rauschebart an seinem Mischpult sitzend, für das Publikum mit seiner „musique concrète“ beschallte. Musik aus konkreten, aufgenommenen Klängen komponieren: Die neuen Möglichkeiten, die sich aus dieser Technik ergaben, entdeckte Henry, der Schlagzeug und Komposition studiert hatte, 1949 im Pariser Studio d’essai, das Pierre Schaeffer leitete.

Jazz-Gitarrist John Abercrombie gestorben

24.08.17 (dpa) -
Jazz-Gitarrist John Abercrombie, der für seinen sanften und doch intensiven Stil sowie als Leiter erfolgreicher Bands bekannt war, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit, wie sein Label ECM am Mittwoch mitteilte. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen die Aufnahmen mit dem Gateway-Trio, das neben ihm aus Schlagzeuger Jack DeJohnette und Bassist Dave Holland bestand. Abercrombie stammte aus Port Chester im US-Bundesstaat New York und besuchte das Berklee College of Music in Boston.

Vom Wunder der Reduktion

20.08.17 (Enjott Schneider) -
Eigentlich hatte unserer Autor Enjott Schneider einen Artikel zum 90. Geburtstag von Wilhelm Killmayer verfasst. Heute hat uns die traurige Nachricht erreicht, dass Wilhelm Killmayer einen Tag vor seinem 90. Geburtstag verstorben ist. Aus der Würdigung dieses besonderen Komponisten und Menschen wird auf diese Weise zugleich leider ein Nachruf.

Zum Tod von Jost Nickel

Seine Liebe zur zeitgenössischen Musik, bei der er stilistisch keine Grenzen setzte zwischen modern-entfremdet und innovativ-abstrakt, machte ihn zum idealen Betreuer des Manuskriptarchivs des Deutschen Tonkünstlerverbandes, in dem mehr als 2.000 handschriftliche, bisher nicht gedruckte Kompositionen von Mitgliedern des Berufsverbandes aufbewahrt werden. Hinzu kommen etliche Nachlässe, die weitere 500 Werke in die Regale brachten.

Abschied von drei Solitären

30.06.17 (Christoph Schlüren) -
Drei große in den 1940er-Jahren geborene Musiker, von denen wir uns noch ein langjähriges Wirken in gereifter Meisterschaft erhoffen durften, sind unlängst an Krebs gestorben: der dänische Fagottist, Improvisator und Komponist Peter Bastian (geb. 1947), der Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Jirí Belohlávek (geb. 1946) und der jüdisch-amerikanische Geiger und Dirigent Paul Zukofsky (geb. 1943).

Am Lichte hängt doch alles

30.06.17 (Gerhard R. Koch) -
Dass wir im „optischen Zeitalter“ leben, ist zunächst eine Banalität. Natürlich waren auch die gotischen Kathedralen Licht-Kunstwerke, und die Barock-Kunst stand im Zeichen der Illusion. Aber erst die Elektrizität hat die allumfassende Beleuchtung ermöglicht – in Alltag, Reklame und Film. Entsprechend schrumpfen schon die Räume, in denen es nachts völlig dunkel wird. Ja mehr noch: Wirklichkeitserfahrung verlagert sich für nicht wenige auf‘s Virtuelle des Displays. Wohin also mit ästhetischen Visionen?
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