Die Verleihung der Spielstättenprogrammprämien NRW am 10. Dezember im LOFT in Köln brachte Gäste aus Kultur, Politik und der freien Musikszene zusammen und machte einmal mehr deutlich, welch zentrale Rolle die freien Spielstätten für die musikalische Vielfalt Nordrhein-Westfalens spielen. Hausherr Benedikt Müller eröffnete den Abend mit einem herzlichen Willkommen und erläuterte das Netz an kulturellen Unternehmungen, für das die Adresse des Lofts steht.
Die Präsidentin des Landesmusikrats NRW Christine Siegert würdigte die engagierte Arbeit der Spielstätten der freien Szene, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen kuratorische Konzepte entwickeln, Programme organisieren und musikalischen Nachwuchs ebenso fördern wie experimentelle Projekte. Sie erinnerte daran, wie unverzichtbar diese Orte für eine lebendige, diverse Musiklandschaft sind und wie sehr sie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.
Sie und Moderator Abhilash Arackal hoben die kulturpolitische Bedeutung der Spielstättenprogrammprämie NRW hervor, die vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft und dem Landesmusikrat NRW bereits zum 17. Mal vergeben wurde. Auch in Zeiten knapper Kassen zeige die Fortführung des Förderinstruments ein klares Signal der Wertschätzung gegenüber denjenigen, die Tag für Tag mit Leidenschaft Musik möglich machen.
Kulturministerin Ina Brandes freute sich, 21 Spielstätten auszuzeichnen. Sie erhalten zusammen 130.000 Euro. Im Jahr 2026 sollen es 180.000 Euro sein, wie die Ministerin ankündigte – eine Anerkennung für herausragende Programme in Jazz, improvisierter Musik, avanciertem Pop und deren Grenzbereichen. Ina Brandes betonte die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der unabhängigen Musikorte und hob hervor, wie wichtig ihre kontinuierliche Arbeit für die kulturelle Infrastruktur des Landes sei. Anschließend überreichte sie persönlich die Urkunden an die Vertreterinnen und Vertreter der ausgezeichneten Häuser.
Eine Prämie in Höhe von 12.000 Euro erhält das Domicil (Dortmund), jeweils 8.000 Euro gehen an die Goldkante (Bochum), das Loch (Wuppertal), die Werkstatt (Gelsenkirchen) und das zakk (Düsseldorf). Das Artheater (Köln), der Bilker Bunker/ Schleuse 2 (Düsseldorf), die Klangbrücke (Aachen), das Loft (Köln) und die Parzelle im Depot (Dortmund) erhalten eine Prämie von je 6.000 Euro. Je 5.000 Euro bekommen die Black Box im Cuba (Münster), der Bunker Ulmenwall (Bielefeld), das Dumont (Aachen), die Insel (Wuppertal), der Jazz Club Minden, der Jazzkeller Krefeld, die Jazz-Schmiede (Düsseldorf), das Katakomben Theater (Essen), das King Georg (Köln), der ORT (Wuppertal) und der Salon de Jazz (Köln).
Nach dem offiziellen Teil folgten Worte von Hans-Martin Müller, dem Gründer des LOFT und über Jahrzehnte prägende Figur der improvisierten Musikszene Kölns, und Abhilash Arackal stellte die Jury vor, die aus Ulla Oster, Christina Lux, Tim Isfort und Jens Pyper vom Kulturministerium sowie ihm selbst bestand. Ein Quartett sorgte für Jazz im Festakt: Felix Bork an der Trompete, Xaver Bodenstein an der Gitarre, Lena Lorberg am Bass und Niklas Wittig am Schlagzeug.