Vier Tage Musik pur in Alteglofsheim: 90 Jugendliche aus neun Oberpfälzer Realschulen arbeiteten in Ensembles und Workshops – gekrönt von einem abwechslungsreichen Abschlusskonzert vor vollem Haus.
Realschule rockt!
Die diesjährigen Musiktage fanden vom 3. bis 6. März 2026 an der Bayerischen Musikakademie Schloss Alteglofsheim statt. Rund ein Dutzend Lehrkräfte begleitete schulische Ensembles und spartenübergreifende Formate wie Tanz, E-Gitarre, Bläserensemble, Samba und Voice Tunes.
Auch Berufsorientierung war Thema: Am Dienstag war das Blechbläserensemble der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg (Ltg. Dominik Lehmeier) zu Gast: Eröffnet wurde mit der Fanfare der Olympischen Spiele 1972, anschließend bekamen die Jugendlichen Einblicke in Ausbildung, Aufnahmebedingungen und Schulalltag. Am Mittwoch informierte Philipp Zinnbauer (Franz-Xaver-von- Schönwerth-Realschule Amberg) über Musikberufe – von Schul- und Instrumentalunterricht über Tontechnik und Sounddesign bis zu Content-Produktion und Monetarisierung in sozialen Medien.
Den Höhepunkt der Musiktage stellte das Abschlusskonzert am Donnerstagabend im Konzertsaal der Musikakademie dar. Vor einem 200-köpfigen Publikum präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker die Ergebnisse der Arbeit der zurückliegenden Tage. Nach der Eröffnung durch die Schulband der Staatlichen Realschule Neutraubling (Leitung: Susanne Wulf und Martin Kerscher) mit „Everybody needs somebody“ begrüßte der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in der Oberpfalz, Andreas Hoffmann, eine Reihe von Ehrengästen. Es sei sehr erfreulich und beeindruckend, wie vielfältig das musikalische Angebot an den Realschulen in der Oberpfalz ausfalle. Der Leitende Ministerialrat Konrad Huber (StMUK) unterstrich den Stellenwert des Fachs: 9 000 Musikstunden wöchentlich an bayerischen Realschulen seien ein Statement für das Fach. Landrätin Tanja Schweiger (Aufsichtsratsvorsitzende der Musikakademie) hob die Bedeutung von Musik hervor: Zwischen all den anderen Fächern, die natürlich wichtig seien, sei es essenziell, dass Musik die Herzen berührt.
Die Bigband der Max-Ulrich-von- Drechsel-Realschule Regenstauf unter Leitung von Anke Schindlbeck präsentierte Film- und Popmusik, bevor die Schulband der Staatlichen Realschule Obertraubling (Leitung Christine Ternai) mit „Wonderwall“ und „A Million Dreams“ die Bühne eroberte. Nach zwei Stücken des Gesangsensembles der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen Waldsassen unter Leitung von Bettina Regler präsentierten die Teilnehmenden des Workshops Tanz eine in den vorhergehenden Tagen erarbeitete Choreographie zu Michael Jacksons „Beat it“. Mit rockigen Klängen der Schulband der Staatlichen Realschule für Knaben Neumarkt in der Oberpfalz („Breaking The Law“ und „All The Small Things“, Leitung Matthias Fischer) wurde das Publikum in die Pause entlassen.
Die zweite Konzerthälfte wurde durch die Combo der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule Amberg unter Leitung von Anton Lottner mit „Do Wah Diddy Diddy“, „Livin‘ La Vida Loca“ und „Dance The Night“ eröffnet, bevor das neu gegründete Holzbläserensemble der Albert-Schweitzer-Realschule Regensburg (Leitung Alexandra Mühlbauer und Sonja Paukner) mit „Skip To My Lou“ und „Ridgway Rock“ die Bühne betrat. Nach drei Klassikern der Pop- und Rockmusik („Vendetta“, „Skandal im Sperrbezirk“ und „Hold The Line“), gespielt von der Schulband der Konrad-Max-Kunz-Realschule Schwandorf unter Leitung von Martin Flierl, kündigte Florian Aschenbrenner, Fachmitarbeiter Musik und Organisator der Musiktage den Zuhörerinnen und Zuhörern eine Uraufführung an: Der Leiter des Workshops Voice Tunes, Bernhard Schmidhuber, hatte das Stück „Oberpfalz“ eigens für die Musiktage komponiert. Der ruhige Song in Mundart wurde eindrucksvoll durch die Schülerinnen und Schüler präsentiert.
Weitere Workshopbeiträge zeigten die stilistische Bandbreite der Musiktage: Mit „Mercy, Mercy, Mercy“ und „The Avengers“ präsentierte sich zunächst der Workshop Bläserensemble, gefolgt von einer Improvisation eines zehnköpfigen E-Gitarristen-Ensembles. Einen Höhepunkt des Konzerts bildete die Performance des Workshops Samba mit mehr als 20 Beteiligten. „Es wird laut“, warnte Workshopleiter Reinhold Bauer das Publikum. Laut wurden dabei nicht nur die Instrumente, auf denen die Jugendlichen eine perfekt einstudierte Vorstellung präsentierten, sondern auch der Beifall des Publikums, der kurzerhand in Form eines Wechselspiels mit in die Performance eingebunden wurde.
Nach den Dankesworten des Ministerialbeauftragten Andreas Hoffmann, der Schülerinnen und Schülern wie Lehrkräften höchsten Respekt für die Arbeit der vergangenen Tage zollte, folgte der rockige Schlussspurt mit der Schulband der Staatlichen Realschule Furth im Wald (Ltg. Thomas Gruber). Im Finale vereinten sich rund 110 Mitwirkende zu „Highway to Hell“ – mit Andreas Hoffmann an der E-Gitarre und RSD Andreas Gruber (Schulleiter der Staatlichen Realschule Neutraubling) am Schlagzeug.
Der Abschlusstag verband Rückschau und Aufbruch. Alle Beteiligten waren sich einig: Die Musiktage 2026 waren ein voller Erfolg. Schade eigentlich, dass es die Veranstaltung erst wieder 2030 gibt...
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