Mit einem eindrucksvollen Jubiläumskonzert feierte die Musikschule Taufkirchen e.V. am 14. März 2026 ihr 50-jähriges Bestehen und setzte dabei ein starkes Zeichen für das, wofür die bayerischen Sing- und Musikschulen stehen: musikalische Bildung für alle, gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein lebendiges Miteinander. Im vollbesetzten Kultur- & Kongresszentrum wurde nicht nur die Geschichte der Musikschule gewürdigt, sondern ihre Bedeutung als offener, inklusiver und zukunftsorientierter Bildungsort erlebbar.
Die Bläsersektion des Jubiläumsorchesters in Taufkirchen. Foto: Thedens
Gelebte Vielfalt und musikalische Teilhabe
Bereits der Auftakt durch die Bläserklasse zeigte exemplarisch, wie niederschwellige Angebote Kindern frühzeitig den Zugang zur Musik eröffnen. Im gemeinsamen Musizieren, unabhängig von individuellen Voraussetzungen, wird das Fundament gelegt für das, was die Mitgliedsschulen im Verband der Bayerischen Sing-und Musikschulen (VBSM) an ihren Standorten leben: Teilhabe, Chancengerechtigkeit und nachhaltige Förderung. Auch die Chorkids und die Sing- AG verdeutlichten mit großer Spielfreude, wie Kooperationen mit Schulen gelingen und junge Menschen aktiv in musikalische Prozesse eingebunden werden. Ein bewegender Moment des Abends war der Auftritt des Kammermusikkreises, dessen Mitglieder teils seit fünf Jahrzehnten gemeinsam musizieren. Hier wurde deutlich, wie Musikschulen als Orte lebenslangen Lernens und generationenübergreifender Begegnung wirken. Dass ein 91-jähriger Musiker selbstverständlich Teil dieses Ensembles ist, unterstreicht eindrucksvoll, dass Musik kein Alter und keine Grenzen kennt.
Das Programm spiegelte in seiner Bandbreite und Ensemblevielfalt die Offenheit wider, die Musikschulen heute auszeichnet. Ob klassische Kammermusik, Bläserensembles, Harfenklänge oder moderne Bandprojekte. Überall stand das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt. Ensembles wie die „Band für Alle“ oder das „Orchester Kunterbunt“ stehen sinnbildlich für eine Musikschularbeit, die Vielfalt nicht nur abbildet, sondern aktiv gestaltet. Hier begegnen sich Menschen mit unterschiedlichen musikalischen Hintergründen, Fähigkeiten und Lebensrealitäten auf Augenhöhe. Auch die enge Vernetzung mit Partnern wurde sichtbar: Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, externe Musikerinnen und Musiker sowie Studierende arbeiteten im Jubiläumsorchester zusammen und präsentierten mit der Uraufführung von „Khuttar“ von Layt Abdul Ameer ein Werk, das kulturelle Brücken schlägt. Solche Projekte zeigen, wie Musikschulen in einem starken Netzwerk lokal verankert und zugleich offen für neue Impulse wirken.
In den Grußworten von Landrat Christoph Göbel, Taufkirchens erstem Bürgermeister Ullrich Sander und Franz Anton Peter vom VBSM wurde die gesellschaftliche Relevanz dieser Arbeit hervorgehoben. Musikschulen sind weit mehr als Orte des Unterrichts. Sie fördern Kreativität, soziale Kompetenzen und demokratisches Miteinander. Sie schaffen Räume, in denen Gemeinschaft erfahrbar wird. Ein Wert, der gerade in herausfordernden Zeiten nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Bei aller Feierlichkeit wurde von Musikschulleiter Michael Suttner jedoch auch die angespannte finanzielle Situation angesprochen. Gerade angesichts wachsender Aufgaben – von frühkindlicher Bildung über inklusive Angebote bis hin zu kultureller Teilhabe für alle Bevölkerungsschichten – sind verlässliche Rahmenbedingungen unerlässlich. Musikschulen erfüllen einen öffentlichen Bildungsauftrag, der langfristige Planungssicherheit braucht.
Das Jubiläumskonzert in Taufkirchen hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig, vielfältig und gesellschaftlich relevant Musikschularbeit ist. Es war ein Abend, der nicht nur zurückblickte, sondern vor allem nach vorne wies: auf eine Zukunft, in der musikalische Bildung weiterhin verbindet, festigt und Räume für ein starkes Miteinander schafft.
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