Hauptbild
„Face 2 Face“ vom Duo „Between Beats“ von der Musikschule Pullach i. Isartal e. V. auf dem Festkonzert in Fürstenfeldbruck. Foto: VBSM/Silja Eisenweger

„Face 2 Face“ vom Duo „Between Beats“ von der Musikschule Pullach i. Isartal e. V. auf dem Festkonzert in Fürstenfeldbruck. Foto: VBSM/Silja Eisenweger

Banner Full-Size

GEMEINSAM.STÄRKEN.BILDEN.

Untertitel
Der 49. Bayerische Musikschultag setzt Zeichen für die Zukunft
Vorspann / Teaser

Drei Tage voller Musik, Begegnung und kulturpolitischer Impulse: Beim 49. Bayerischen Musikschultag im Landkreis Fürstenfeldbruck standen die Bedeu­tung der musikalischen Bildung, die Sicherung ihrer Finanzierung und das gemeinsame Handeln aller Beteiligten im Mittelpunkt. 

Publikationsdatum
Paragraphs
Text

Unter dem Motto „GEMEINSAM. STÄRKEN.BILDEN.“ kamen vom 22. bis 24. Oktober 2026 Vertreter:innen der bayerischen Musikschulen, der Politik, der Kommu­nen und der Elternvertretungen in Puchheim und Fürstenfeldbruck zusammen. Der vom Verband Bayerischer Sing-und Musikschulen (VBSM) gemeinsam mit dem Landkreis Fürstenfeldbruck und der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck ausgerichtete Musikschultag verband musikalische Höhepunkte mit fach­lichem Austausch und kulturpolitischen Zukunftsfragen. Zugleich bildete er den Auftakt für eine gleichnamige Kampa­gne, mit der der VBSM die Bedeutung der öffentlichen Musikschulen stärker ins Bewusstsein rücken und die gemein­same Verantwortung für ihre Zukunft sichtbar machen möchte. 

Den Auftakt gestaltete am Donners­tag das Eröffnungskonzert der Kreis­musikschule Fürstenfeldbruck im Puchheimer Kulturcentrum (PUC). Anläss­lich ihres 60-jährigen Bestehens präsen­tierten Schüler:innen und Lehrkräfte ein vielseitiges Programm. Es machte ein­drucksvoll hörbar, was die Kreismu­sikschule seit sechs Jahrzehnten aus­zeichnet: musikalische Vielfalt, gemein­sames Engagement und Zusammenar­beit über Gemeindegrenzen hinweg. Das Konzert setzte damit einen ebenso fest­lichen wie passenden Auftakt für die fol­genden Tage. 

Am Freitag begann der Musikschul­tag mit seinem kulturpolitischen Höhe­punkt, dem Festakt im Veranstaltungs­forum Fürstenfeld. Präsident Martin Bayerstorfer begrüßte die zahlreichen Gäste und verwies auf die große Ge­meinschaft, die hinter den öffentlichen Sing-und Musikschulen steht: Freistaat, Kommunen, Familien, Schulleitungen, Lehrkräfte, Verwaltungskräfte und eh­renamtlich Engagierte. Gemeinsam trü­gen sie dazu bei, die bayerische Musik­schullandschaft weiterzuentwickeln. Mit inzwischen 224 öffentlichen Sing-und Musikschulen und rund 230.000 Schüler:innen erreichen sie mehr Men­schen als je zuvor. Die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler würdigte die Kreismusikschule als Erfolg kom­munaler Zusammenarbeit, die seit 1966 neun Kommunen und den Landkreis verbindet. Musikschulen förderten indi­viduelle Entwicklung und gesellschaft­lichen Zusammenhalt. Auch Bernd Sib­ler, Präsident des Bayerischen Musikrates, unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung musikalischer Bildung. Mu­sik sei kein Kostenfaktor, sondern ein Grundrecht. Zugleich brauche es eine verlässliche Perspektive, damit musika­lische Bildung für alle zugänglich bleibe. 

Die Festrede hielt Prof. Robert Wag­ner, langjähriger Leiter der Musikschu­le Fürth und prägende Persönlichkeit der inklusiven Musikschularbeit. Er betonte, dass Musikschulen Räume für Teilhabe und gemeinsames Lernen schaffen müssen. „Musikschulen stär­ken dann, was uns verbindet, wenn sie das gemeinsame Lernen und Musizie­ren als Auftrag begreifen“, so Wagner. Damit griff er das Musikschultagsmot­to „GEMEINSAM.STÄRKEN.BILDEN.“ auf: Inklusive Musikpädagogik mache unterschiedliche Fähigkeiten zur Berei­cherung für alle und stärke das Gefühl der Zugehörigkeit. So leisteten Musik­schulen einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Demokratie. 

Ein bewegender Moment des Fest­akts war die posthume Verleihung der Carl-Orff-Medaille an Johanna Fischer. Mit der höchsten Auszeichnung des VBSM würdigte der Verband ihr lang­jähriges und außergewöhnliches En­gagement für die Elternarbeit an den öffentlichen Musikschulen in Bayern. Stellvertretend nahmen Regina Huber, Vorstandsmitglied der LEV, und Karl-Heinz Hollnberger, ehemaliger zwei­ter Vorsitzender der LEV, die Auszeich­nung entgegen. Im Anschluss erklang die Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“. Das Stück war eine persönliche Erinnerung an Johanna Fischer und wurde so zu ei­ner musikalischen Hommage an die Ver­storbene. Es unterstrich auf besondere Weise, wie eng persönliche Verbunden­heit, musikalische Erinnerung und das Engagement für die Musikschulen mit­einander verwoben sind. 

Am Freitagnachmittag rückte beim Zukunftsforum die Frage in den Mittel­punkt, wie die öffentlichen Musikschu­len in Bayern langfristig gestärkt und fi­nanziell gesichert werden können. Das Forum brachte Stimmen aus allen Be­reichen des VBSM zusammen: Schullei­tungen, Lehrkräfte, Fachberater:innen, Träger, Elternvertretungen und Politik. Dr. Martin Brunnhuber und Gabriele Triebel, Mitglieder des Bayerischen Landtags, sowie Landrat a. D. Josef Nie­dermaier und Christian Weng, Bürger­meister von Jettingen-Scheppach, dis­kutierten gemeinsam mit den Teilneh­menden über Perspektiven und Heraus­forderungen. 

Dabei wurde deutlich, dass die Zu­kunft der Musikschulen nur im Zusam­menspiel aller Verantwortlichen ge­staltet werden kann. Der VBSM über­nimmt als Schnittstelle zwischen den verschiedenen Akteuren eine wichtige Rolle: Er bündelt Interessen, ermöglicht Austausch und bringt die Anliegen der Musikschulen in die kulturpolitische Diskussion ein. 

Den musikalischen Höhepunkt des Freitags bildete das große Festkon­zert im Stadtsaal des Veranstaltungs­forums Fürstenfeld. Ensembles und Solist:innen aus bayerischen Musik­schulen präsentierten ein abwechs­lungsreiches Programm, das die Viel­falt und Qualität der musikalischen Ar­beit eindrucksvoll widerspiegelte. Die jungen Musiker:innen überzeugten mit Können, Spielfreude und Ausdruck. Un­terschiedliche Besetzungen und musi­kalische Stile machten hörbar, wie viel­fältig die öffentliche Musikschularbeit ist und wie viel gemeinsames Engage­ment hinter den Auftritten steht. Der to­sende Applaus des Publikums war ein verdienter Lohn für die Künstler:innen und ein eindrucksvolles Bekenntnis zur musikalischen Bildungsarbeit an den Musikschulen. 

Auch der Samstag stand im Zei­chen der gemeinsamen Weiterentwick­lung. Bei der ordentlichen Mitglieder­versammlung des VBSM kamen die Vertreter:innen der Mitgliedsschulen zur Verbandsarbeit zusammen. Parallel boten zwei Workshops Raum für fach­liche Impulse und Weiterbildung: Lehr­kräfte konnten sich musikalisch-päda­gogisch fortbilden, während sich Ver­waltungskräfte mit Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten im Ver­waltungsalltag beschäftigten. 

Der 49. Bayerische Musikschultag hat gezeigt, was das Motto „GEMEIN­SAM.STÄRKEN.BILDEN.“ in der Praxis bedeutet. Die Musikschulen leben Ge­meinschaft, fördern individuelle Fähig­keiten und eröffnen Menschen unter­schiedlicher Voraussetzungen Zugänge zu musikalischer Bildung. Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zu Bildung, Kultur und gesellschaftlichem Zusammenhalt. 

Die Kampagne, die mit dem Musik­schultag ihren Auftakt nahm, soll die­se Botschaft über die Veranstaltung hi­naustragen und die Wirksamkeit der Musikschulen sichtbar machen. Denn die Zukunft der öffentlichen Musik­schulen hängt davon ab, dass Freistaat, Kommunen, Familien, Elternvertre­tungen und Musikschulen gemeinsam Verantwortung übernehmen. In Zeiten knapper öffentlicher Haushalte braucht es dafür nicht nur Anerkennung, son­dern vor allem eine solide und verläss­liche Finanzierung. Der Musikschultag in Fürstenfeldbruck hat dafür ein deut­liches Signal gesetzt: Musikalische Bil­dung ist eine Investition in Menschen und Gesellschaft und ihre Zukunft lässt sich nur gemeinsam sichern. 

Print-Rubriken
Unterrubrik