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Finn Schumacker. Foto: VdM/Claudia Wanner

Finn Schumacker. Foto: © VdM/Claudia Wanner

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Interessenvertretung im Fokus

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Sitzung des Erweiterten Bundesvorstandes des Verbandes deutscher Musikschulen
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Am 20. und 21. November kam der Erweiterte Bundesvorstand des Ver­bandes deutscher Musikschulen in Bonn zusammen. Zuvor tagte bereits der Bun­desvorstand. In den gemeinsamen Be­ratungen mit den Vertretungen der Landesverbände wurde erneut deut­lich, vor welch großen Aufgaben die öffentlichen Musikschulen stehen. Im Zentrum standen drei eng miteinan­der verbundene Fragen: Wie gelingt es, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen, wie kann dem dramatischen Fachkräf­temangel wirksam begegnet werden und wie lassen sich die Interessen der Musikschulen politisch noch stärker ver­treten und sichtbarer machen. 

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Einen wichtigen Impuls setzte Finn Schumacker, Executive Director der Association Européenne des Con­servatoires, Académies de Musique et Musikhochschulen (AEC). Unter dem Leitgedanken „Frühe Förderung – starke Zukunft. Politische Interes­senvertretung für Musikschulen“ ver­deutlichte er, dass musikalische Bil­dung weit über das Erlernen eines Instruments hinausreicht. Sie ist ein grundlegender Beitrag zum mensch­lichen Leben, stärkt die Persönlich­keitsentwicklung von Kindern und Ju­gendlichen und wirkt als Baustein für eine lebendige demokratische Gesell­schaft. Gerade in Zeiten gesellschaft­licher Veränderungen brauche es Orte, an denen Teilhabe, gemeinsames Ler­nen und kulturelle Ausdrucksfähig­keit selbstverständlich werden. Mu­sikschulen leisten hierzu einen unver­zichtbaren Beitrag. 

Gute Argumente nicht genug 

Wie politische Interessenvertretung konkret gelingen kann, zeigte der Vor­trag des baden-württembergischen Vorsitzenden Ingo Sadewasser. Er stellte die umfangreiche Kampagne des Landesverbandes Baden-Württem­berg zur Landtagswahl 2026 vor. Deut­lich wurde, dass gute Argumente al­lein nicht genügen. Entscheidend sind strategische Vorbereitung, klare Bot­schaften, stabile Netzwerke und eine kontinuierliche Präsenz gegenüber Po­litik und Verwaltung. Eine starke In­teressenvertretung auf Landesebene ist damit ein Schlüssel, um die Rah­menbedingungen vor Ort langfristig zu sichern. 

Mit Blick auf die Personalentwick­lung präsentierte der Bundesvorsit­zende Friedrich-Koh Dolge die Ergeb­nisse der VdM-Umfrage zu Rentenein­tritten bis 2035. Die Zahlen machen den Handlungsdruck sichtbar: In vielen Re­gionen steht ein erheblicher Generati­onenwechsel bevor, der den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt weiter ver­schärfen wird. Um ausreichend qualifi­zierte Lehrkräfte zu gewinnen und zu halten, braucht es verlässliche und at­traktive Arbeitsbedingungen sowie kla­re Perspektiven für Berufswege im mu­sikpädagogischen Feld. 

Einen weiteren Höhepunkt bildete die Vorabpräsentation der bundes­übergreifenden Studie MiKADO-Mu­sik durch Prof. Michael Dartsch, Prof. Kerstin Weuthen und Prof. Wolfgang Lessing. Die Untersuchung zum Nach­wuchskräftemangel im künstlerisch-pädagogischen Bereich an Ausbil­dungsinstituten in Deutschland und Österreichbasiert auf einem breit an­gelegten Crowd-Research mit über 50 Forschungsgruppen. Sie beschreibt Ursachen und Herausforderungen und formuliert konkrete Handlungsansät­ze, wie Hochschulen, Ausbildungsinsti­tute und Musikschulen gemeinsam ge­gensteuern können. Das Fazit der Be­ratungen ist klar: Damit Musikschulen auch in Zukunft stark bleiben, braucht es frühe Förderung, nachhaltige poli­tische Unterstützung und gezielte Stra­tegien gegen den Fachkräftemangel. 

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