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Podiumsdiskussion zur „MiKADO-Musik“-Studie bei der Mitgliederversammlung des LVdM Niedersachsen. V.l.n.r.: Prof. Bernhard Wesenick (Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück), Raphael Amend (VdM-Bundesgeschäftsführer), Prof. Dr. Andrea Welte (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Matthias Möhle (Präsident des Landesmusikrats Niedersachsen) und Daniel Keding (Vorsitzender des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen). Foto: Alexander Käberich

Podiumsdiskussion zur „MiKADO-Musik“-Studie bei der Mitgliederversammlung des LVdM Niedersachsen. V.l.n.r.: Prof. Bernhard Wesenick (Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück), Raphael Amend (VdM-Bundesgeschäftsführer), Prof. Dr. Andrea Welte (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Matthias Möhle (Präsident des Landesmusikrats Niedersachsen) und Daniel Keding (Vorsitzender des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen). Foto: Alexander Käberich

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Musikalische Bildung jetzt nachhaltig absichern

Untertitel
Forderung nach politischer Unterstützung zur Sicherung musikalischer Bildung in Niedersachsen
Vorspann / Teaser

Die Mitgliederversammlung des Lan­desverbandes niedersächsischer Musik­schulen hat am 18. Juni 2026 in Peine einstimmig ein umfassendes Forde­rungspapier zur Zukunft der musi­kalischen Bildung in Niedersachsen verabschiedet. Unter dem Leitmotiv „Musikalische Bildung 2035 – jetzt die Weichen stellen!“ appellieren die 74 öffentlichen Musikschulen des Landes an die Landespolitik, im laufenden Aufstellungsverfahren für den Dop­pelhaushalt 2027/2028 die finanziellen und strukturellen Voraussetzungen für eine zukunftsfähige musikalische Bil­dung zu schaffen. Das Forderungspa­pier macht dabei den grundsätzlichen Anspruch deutlich: „Musikalische Bil­dung ist kein freiwilliges Zusatzange­bot, sondern integraler Bestandteil öf­fentlicher Bildungs- und Kulturverant­wortung.“

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Im Mittelpunkt der Jahrestagung standen die Zukunftssicherung der öffentlichen Musikschulen, die Fol­gen des Fachkräftemangels, die Auswirkungen des Herrenberg-Urteils sowie die Rolle der Musikschulen beim Ausbau ganztägiger Bildungsangebote. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Kommunen und Musik­verbänden diskutierten über die Heraus­forderungen musikalischer Bildung in Niedersachsen. 

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Vorstellung der Ergebnisse der „Mi­KADO-Musik“-Studie. Sie zeigt, dass bundesweit bis 2035 rund 14.700 Mu­sikschullehrkräfte aus dem Beruf aus­scheiden werden, während lediglich etwa 4.000 qualifizierte Absolventinnen und Absolventen nachrücken. Die öf­fentlichen Musikschulen sehen deshalb dringenden politischen Handlungsbe­darf bei der Fachkräftesicherung und der Stärkung musikpädagogischer Aus­bildungswege. Vor den Folgen dieser Entwicklung wird auch in dem Forde­rungspapier gewarnt: „Ohne gezielte Gegenmaßnahmen droht ein flächen­deckender Rückgang der Angebote – mit unmittelbaren Folgen für Bildungs­gerechtigkeit und kulturelle Teilhabe.“ 

In den Gesprächsrunden bestand brei­te Einigkeit darüber, dass das Berufs­bild der Musikschullehrkraft dringend gestärkt und gesellschaftlich aufgewer­tet werden muss. Ziel sei es, mehr junge Menschen für den musikpädagogischen Beruf zu gewinnen. Die Tätigkeit dürfe nicht länger als „Plan B“, sondern müs­se als attraktiver und anspruchsvoller „Plan A“ wahrgenommen werden. Da­für seien gemeinsame Anstrengungen von Hochschulen, Kommunen und Land erforderlich. Neben einer deutlichen Ausweitung der künstlerisch-pädago­gischen Studienkapazitäten brauche es bessere Beschäftigungsbedingungen, verlässliche Berufsperspektiven und eine auskömmliche Finanzierung der öffentlichen Musikschulen. Als zentra­le Ursachen werden in dem Forderungs­papier „begrenzte Ausbildungskapazi­täten, eine unzureichende strukturelle Verzahnung von Ausbildung und Praxis sowie ein Berufsbild, dessen Attraktivi­tät unter den bestehenden Rahmenbe­dingungen leidet“ genannt. 

Die Präsidentin des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen, Frau­ke Heiligenstadt MdB, brachte es auf den Punkt: „Die Zukunft musikalischer Bildung entscheidet sich nicht allein in den Musikschulen. Sie entscheidet sich auch in den Hochschulen, in den Kom­munen und in den Haushaltsberatungen des Landes. Wer mehr Fachkräfte ge­winnen will, muss jetzt in Ausbildungs­kapazitäten, attraktive Beschäftigungs­bedingungen und leistungsfähige Musik­schulen investieren. Nur dann wird der Beruf der Musikschullehrkraft für jun­ge Menschen zu einem echten Plan A.“ 

Mit dem verabschiedeten Forderungs­papier richten die niedersächsischen Musikschulen fünf zentrale Anliegen an Landtag und Landesregierung: 

• Anhebung der Landesförderung auf mindestens den Bundesdurchschnitt, • verlässliche Beteiligung des Landes an den Mehrkosten infolge des Herren­berg-Urteils, 

• Aufbau einer langfristigen Fachkräfte­strategie für die musikalische Bildung, 

• dauerhafte Absicherung von Pro­grammen kultureller Teilhabe, 

• realistische finanzielle Ausstattung musikalischer Bildungsangebote im Ganztag. 

Die öffentlichen Musikschulen haben in den vergangenen Jahren ihre Struk­turen weiterentwickelt und ihren Bil­dungsauftrag zuverlässig erfüllt. Gleich­zeitig geraten die Träger zunehmend un­ter finanziellen Druck. Der Landesanteil an der Finanzierung öffentlicher Musik­schulen liegt in Niedersachsen weiter­hin deutlich unter dem Bundesdurch­schnitt, während Kommunen und El­tern den überwiegenden Teil der Kosten tragen. 

Die öffentlichen Musikschulen ver­stehen ihr Forderungspapier als Bei­trag zu den bevorstehenden Haushalts­beratungen des Landes Niedersachsen. Ziel ist es, allen Kindern und Jugend­lichen unabhängig von Wohnort und sozialer Herkunft auch künftig einen verlässlichen Zugang zu hochwertiger musikalischer Bildung zu ermöglichen. Gerade für den ländlichen Raum unter­streicht das Papier die besondere Be­deutung der Musikschulen: Dort seien sie häufig „die einzigen verlässlichen Träger musikalischer Bildungsange­bote“. 

Musikalische Bildung ist eine Investi­tion in gesellschaftlichen Zusammen­halt, kulturelle Teilhabe und die Zu­kunft junger Menschen. Wer sie stär­ken will, muss jetzt die notwendigen politischen und finanziellen Vorausset­zungen schaffen. 

Das Forderungspapier „Musikalische Bildung 2035 – jetzt die Weichen stel­len!“ ist veröffentlicht unter https://mu­sikschulen-niedersachsen.de 

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