Das Interview führte Ursula Gaisa.
Leni und Andreas von der Perform! Academy. Foto: Ursula Gaisa
Das beruflich tun, was man liebt …
neue musikzeitung: Ihr macht die Ausbildung seit September 2025. Was hat euch dazu gebracht, diesen Weg einzuschlagen?
Leni: Ich bin seit meinem zehnten Lebensjahr hier am Festspielhaus. Da ich in der Nähe wohne, bin ich praktisch mit dem Haus aufgewachsen. Angefangen habe ich damals in der Ludwigs Kids Academy und bin dann nach und nach in verschiedene Produktionen hineingewachsen. Dadurch hatte ich sehr früh Kontakt zum Musical und habe schnell gemerkt, dass das meine Leidenschaft ist. Als dann die Möglichkeit einer Ausbildung hier entstand, war für mich sofort klar: Das ist genau der richtige Ort für mich.
Andreas: Bei mir war es ähnlich, allerdings nicht direkt über das Festspielhaus. Ich tanze seit etwa zehn Jahren und habe mit meiner Tanzschule bereits Musicalproduktionen auf die Bühne gebracht. Dabei habe ich gemerkt, dass die Bühne genau mein Platz ist.
nmz: Was gehört alles zu eurer Ausbildung?
Leni: Wir werden in allen drei Bereichen ausgebildet, die zum Musical gehören: Gesang, Tanz und Schauspiel. Dazu kommen weitere Fächer wie Mental Fitness, was in diesem Beruf sehr wichtig ist. Im Tanzunterricht haben wir unter anderem Jazz, Modern Dance, Ballett und Steppen. Im Gesang arbeiten wir sowohl im Einzelunterricht als auch an Songinterpretation. Im Schauspiel stehen Monologe, Dialoge und Szenenarbeit auf dem Stundenplan. Die Ausbildung ist sehr vielseitig und bereitet uns umfassend auf den Beruf vor.
nmz: Das Festspielhaus ist ein besonderer Ort. Wie erlebt ihr das?
Andreas: Als ich das erste Mal hier war, dachte ich sofort: Wow, hier zu arbeiten wäre großartig. Allein die Lage ist einzigartig. In den Pausen kann man am See sitzen, die Aussicht genießen oder einfach kurz abschalten. Gerade jetzt im Sommer ist das etwas ganz Besonderes. So eine Kulisse hat man nicht an vielen Theatern.
nmz: Habt ihr Traumorte oder Traumrollen?
Leni: Ich möchte möglichst viele Theater kennenlernen, am liebsten in ganz Europa. Eine bestimmte Bühne habe ich gar nicht im Kopf. Natürlich ist die Bühne hier etwas ganz Besonderes – direkt am See und mit Blick auf die Schlösser. So etwas findet man selten. Bei den Rollen wäre Veronica aus „Heathers“ eine absolute Traumrolle für mich. Grundsätzlich reizen mich aber sowohl bekannte Klassiker als auch neue Stücke.
Andreas: Mich zieht es ebenfalls auf viele verschiedene Bühnen. Durch Tourneen konnte ich bereits Häuser wie das Theater in Oberhausen oder das Deutsche Theater in München kennenlernen. Jede Bühne hat ihren eigenen Charakter. Mein großes Ziel ist es außerdem, einmal im Ausland zu arbeiten. Und wenn es um Traumrollen geht, dann ganz klar: das Phantom in „Das Phantom der Oper“. Das wäre für mich etwas ganz Besonderes. Hier am Haus würde ich natürlich auch gerne einmal König Ludwig spielen.
Weiterlesen mit nmz+
Sie haben bereits ein Online Abo? Hier einloggen.
Testen Sie das Digital Abo drei Monate lang für nur € 4,50
oder upgraden Sie Ihr bestehendes Print-Abo für nur € 10,00.
Ihr Account wird sofort freigeschaltet!