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Gerhard A. Meinl. Foto: NAMM/B&S

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Kosmopolit, verwurzelt in seinen Heimaten

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Ein Nachruf auf Gerhard A. Meinl
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Gerhard A. Meinl, Unternehmer und Förderer der Musik, prägte als Blasins­trumentenbauer in siebter Generation die Branche und engagierte sich in zahlreichen kulturellen Gremien. Er war ein Kosmopolit, tief verwurzelt in seinen bayrischen und französischen Heimaten.

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1957 in Kempfenhausen geboren, studierte er nach dem Abitur in Bad Tölz Rechtswissenschaften und Philosophie an der LMU München, der Université de Fribourg und der Hochschule für Philosophie München, wo er beide Staats­examina ablegte. Er ergänzte dies durch eine Ausbildung als Metallblasinstrumentenmacher und Trompeter.

1984 trat Meinl in den elterlichen Betrieb Wenzel Meinl in Geretsried ein, gegründet 1810 in Graslitz. 1991 gründete er die TA Musik-Gruppe als Mitglied der Mittelstands-Holding TA Triumph Adler AG, um die Vogtländische Musikinstrumentenfabrik GmbH (den ehemaligen VEB B&S in Markneukirchen) von der Treuhand zu übernehmen und baute Marken wie Meinl Weston, B&S, Hans Hoyer und Scherzer aus. 2012 integrierte er das Unternehmen in die Buffet Crampon Group und blieb als Berater und Gesellschafter aktiv. Bis 2019 war er operativ im Vertrieb und der Produktentwicklung engagiert.

Meinl war von 2013 bis 2021 Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates. Er wirkte im Aufsichtsrat der Projektgesellschaft für Jugend musiziert, Bundesjugendorchester und Bundesjugendjazzorchester. Zudem war er Vorsitzender des Bundesfachausschusses Musikwirtschaft im Musikrat.

Er war stellvertretender Stiftungsvorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums des Frankfurter Musikpreises, Vorstandsmitglied in ITEA und ITG, Kuratoriumsmitglied der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen, gründete das Deutsche Tubaforum und prägte den Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen.

Seit 1986 war Meinl CSU-Stadtrat in Geretsried, von 2002 bis 2014 Zweiter Bürgermeister. Er saß im Kreistag Bad Tölz-Wolfratshausen und führte den CSU-Ortsverband. Zudem war er Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Musikinstrumentenhersteller und engagierte sich bei Rotary und dem Deutschen Orden. Gerhard Meinl wurde für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie dem Lifetime Achievement Award der ITEA, der Internationalen Tuba und Euphonium Vereinigung sowie posthum mit dem Ehrenring der Stadt Geretsried geehrt.

Er starb am 26. Februar 2026 im Alter von 68 Jahren in Geretsried nach kurzer schwerer Krankheit. Das Musikleben verliert mit Gerhard Meinl einen visionären und lebensfrohen Kollegen, dessen Wirken Vorbild war und weiterhin bleiben wird.“

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