Die vergangenen Jahre waren für das Theater der Landeshauptstadt wechselhaft - nach der Kündigung von Guy Montavon gab es gleich mehrere Intendanten. Nun soll es eine US-Amerikanerin richten. Rebekah Rotha soll die künstlerischen Geschicke des Hauses ab dem 1. August 2028 leiten. Bis zu Rothas Amtsantritt bleibt Interimsintendant Christian Illgen im Amt.
Pressemeldung des Theaters Erfurt:
Die Landeshauptstadt Erfurt hat im Hauptausschuss der Einstellung von Rebekah Rota als Intendantin und Künstlerische Werkleiterin des Theaters Erfurt zugestimmt. Sie tritt ihr Amt am 1. August 2028 an und ist zunächst für fünf Spielzeiten (2028/29 bis 2032/33) verantwortlich.
Zugleich wurde Ulrich Jagels als neuer kaufmännischer Werkleiter zum 1. Dezember 2026 berufen. Als Diplom-Kaufmann verfügt er über langjährige Berufserfahrung in renommierten Kultureinrichtungen – darunter die Bayreuther Festspiele, die Oper Leipzig und das Schleswig-Holstein Musik Festival.
Die Entscheidung fiel nach einem aufwendigen Auswahlverfahren. Der für das Theater zuständige Beigeordnete Steffen Linnert, der das Verfahren verantwortete, zeigt sich überzeugt: „Rebekah Rota hat uns nicht nur mit ihren fachlichen und künstlerischen Vorstellungen überzeugt, sondern auch mit ihrer Fähigkeit, Menschen für Veränderungen zu gewinnen. Mit ihr haben wir eine Persönlichkeit gefunden, die die Ergebnisse des Theatertransformationsprozesses mit eigenen Ideen, großer Erfahrung und Begeisterung für das Erfurter Theater verbindet."
Die in Los Angeles geborene Künstlerin verbindet langjährige Bühnenerfahrung als Sopranistin mit Leitungspraxis: Nach Stationen an den Landesbühnen Sachsen und am Badischen Staatstheater Karlsruhe ist sie seit 2023 Opernintendantin der Wuppertaler Bühnen. Dort setzte sie Akzente mit wiederentdeckten Werken und Musik von Komponistinnen – ihre Produktionen wurden zweimal für die International Opera Awards nominiert. Zugleich öffnet sie das Theater zur Stadtgesellschaft: Die von ihr aufgebauten Opernclubs für Kinder und Jugendliche wuchsen um rund 120 Prozent, mit „Sound Shirts" macht sie Musik für gehörlose Besucherinnen und Besucher körperlich erfahrbar.
Ihre Vision für Erfurt formuliert sie selbst: „Theater lebt davon, dass es sich immer wieder neu erfindet: künstlerisch, gesellschaftlich und vor allem im Dialog mit seinem Publikum. In Erfurt sehe ich großes Potenzial, diesen Weg gemeinsam mit einem engagierten Ensemble und allen Mitarbeitenden zu gehen. Ich wünsche mir ein Theater, das mutig ist, Fragen stellt, neue Zugänge eröffnet und zugleich ein Ort bleibt, an dem Menschen große künstlerische Erlebnisse miteinander teilen."
Bis zum Amtsantritt 2028 führt Intendant Christian Illgen das Haus weiter und bereitet den Übergang gemeinsam mit Rebekah Rota vor: „Wir wollen dafür gute Grundlagen schaffen und zugleich Raum für die Ideen der neuen Intendantin lassen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Rebekah Rota und darauf, diesen Übergang gemeinsam und im Sinne des gesamten Hauses zu gestalten. Ein gelungener Übergang ist schließlich auch eine große Chance für die zukünftigen Wege des Hauses."