Markus Hinterhäuser im Kreuzfeuer +++ Udo Lindenberg zum Achtzigsten +++ Sir Simon Rattle Ehrendirigent der Staatskapelle Dresden +++ Lukas Euler nach Dresden +++ Peter Heilker wechselt von Wien nach Leipzig
Personalia 2026/04
Hinterhäuser im Kreuzfeuer
Der Streit um die Führung der Salzburger Festspiele geht in die nächste Runde. Das Kuratorium zeigt sich weiterhin unzufrieden mit dem Führungsstil von Intendant Markus Hinterhäuser und drängt auf dessen vorzeitigen Abgang – doch dieser widerspricht.
Eine Entscheidung über die Zukunft des Intendanten konnte bis heute nicht getroffen werden. Stattdessen sollen nun Anwälte beider Seiten eingebunden werden, wie Kuratoriumsvorsitzende Karoline Edtstadler mitteilte.
Hintergrund ist ein eskalierter Konflikt über Führungsfragen und mögliche Vertragsverstöße. Das Gremium hatte Ende Februar eine bereits vereinbarte Vertragsverlängerung zurückgezogen und fordert einen Rückzug Hinterhäusers spätestens bis 2027. Dieser hingegen beruft sich auf eine gültige Verlängerung bis 2031.
Parallel bereitet das Kuratorium bereits die Neubesetzung des Intendantenpostens vor. Auslöser der jüngsten Spannungen war unter anderem Kritik an Hinterhäusers Vorgehen bei Personalentscheidungen. Er selbst räumte Kommunikationsfehler ein, äußerte sich zuletzt aber nicht mehr öffentlich.
Ungeachtet des Konflikts gilt seine künstlerische Bilanz seit 2016 als erfolgreich. Dennoch stehen die Festspiele vor großen Aufgaben, darunter umfangreiche Renovierungen der Spielstätten in den kommenden Jahren.
Udo Lindenberg zum Achtzigsten
Handgeschriebene Songtexte, legendäre Bühnenoutfits und bislang unveröffentlichte Atelierwerke: Eine neue Ausstellung in Hamburg gewährt seltene Einblicke in das Leben von Udo Lindenberg. Anlässlich seines 80. Geburtstags widmet die Hansestadt dem Panikrocker die große Schau „Udoversum“. Die Ausstellung wird vom 30. April bis 4. Oktober im Stilwerk Hamburg zu sehen sein. Sie soll Lindenberg in all seinen Facetten zeigen – als Musiker, Maler, Rebell und prägende Figur der deutschen Popkultur. Zu sehen sind zahlreiche bislang unveröffentlichte Exponate aus seinem persönlichen Umfeld. Dazu zählen neben Instrumenten und Bühnenkleidung auch handgeschriebene Songtexte, private Notizen, Fotografien und Erinnerungsstücke, die einen besonders intimen Blick auf das Leben und Arbeiten des Künstlers ermöglichen. Ein besonderer Fokus liegt auf Lindenbergs bildender Kunst. Seine bekannten „Likörelle“, mit Likör gemalte Werke, werden ebenso präsentiert wie großformatige Bilder, Skizzenbücher und bislang ungesehene Arbeiten aus seinem Atelier. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine eigens produzierte Hörführung, die Besucherinnen und Besucher durch das „Udoversum“ begleitet. Lindenberg wurde 1946 in Gronau geboren und zählt seit Jahrzehnten zu den einflussreichsten Musikern Deutschlands. Seinen Durchbruch feierte er 1973 mit dem Album „Alles klar auf der Andrea Doria“.
Rattle Ehrendirigent der Staatskapelle Dresden
Sir Simon Rattle ist zum Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin ernannt worden. Mit dieser besonderen Auszeichnung würdigt das Orchester eine über viele Jahre gewachsene und künstlerisch intensive Zusammenarbeit, wie die Staatsoper Unter den Linden mitteilte.
Der 71-jährige Brite steht damit in einer Reihe bedeutender Persönlichkeiten: Zu den Ehrendirigenten der Staatskapelle zählen unter anderem Pierre Boulez, Zubin Mehta und Otmar Suitner. Zudem wurde Daniel Barenboim als Ehrenchefdirigent ausgezeichnet.
1980 war Rattle Erster Dirigent des City of Birmingham Symphony Orchestra geworden, dessen Chefdirigent er dann von 1990 bis 1998 war, und das sich unter seiner Leitung zu einem Klangkörper von internationalem Rang entwickelte. 1999 wurde Rattle Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, leitete anschließend das London Symphony Orchestra und steht heute an der Spitze des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Die Ehrung erfolgte im Anschluss an ein Konzert mit der Staatskapelle Anfang März in Berlin.
In den beinahe zwei Jahrzehnten, während der er der Staatskapelle Berlin eng verbunden war, hat Rattle unter anderem einen vielbeachteten Zyklus mit Werken des tschechischen Komponisten Leoš Janáček erarbeitet. Dieses Projekt erstreckte sich über etwa 15 Jahre und fand nun seinen Abschluss mit einer Neuproduktion der Oper „Das schlaue Füchslein“.
Lukas Euler nach Dresden
Das Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt Sachsens hat auf Vorschlag der Hochschule für Kirchenmusik Dresden Lukas Euler in die Professur für Orgel berufen. Er tritt zum 1. September die Nachfolge von Prof. Martin Strohhäcker an, der zum Ende des Sommersemesters in den Ruhestand geht. Euler absolvierte die Studiengänge Kirchenmusik, Orgel (Meisterklassenexamen) und Klavier an den Musikhochschulen Freiburg und Leipzig bei Prof. Martin Schmeding, Prof. Thomas Lennartz, Daniel Beilschmidt und Prof. Markus Tomas.
Peter Heilker wechselt von Wien nach Leipzig
Peter Heilker soll ab Sommer 2028 die Intendanz der Oper Leipzig übernehmen. Das Auswahlverfahren zur Neubesetzung ist abgeschlossen, die endgültige Entscheidung steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Stadtrats.
Heilker ist derzeit Programm- und Castingdirektor sowie stellvertretender Intendant am MusikTheater an der Wien, dem Opernhaus der Vereinigte Bühnen Wien. Sollte der Stadtrat zustimmen, tritt er sein Amt am 1. August 2028 an. Bereits ein Jahr zuvor soll er mit der Vorbereitung seiner Intendanz beginnen.
Die Leitung der Oper liegt bis dahin übergangsweise für zwei Spielzeiten bei einem Team aus Verwaltungsdirektorin Lydia Schubert und Generalmusikdirektor Ivan Repušić. Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke bezeichnete Heilker als erfahrenen Opernmanager mit klarer Führung und großer Leidenschaft für das Musiktheater. Ziel sei es, die künstlerische Exzellenz der drei Sparten der Oper Leipzig weiter zu stärken und sowohl beim Publikum als auch in der Fachwelt erfolgreich zu positionieren. Der 1972 in Mülheim an der Ruhr geborene Heilker studierte Theaterwissenschaft, Neuere deutsche Literatur und Psycholinguistik in München. Seine Laufbahn begann er bei der Münchener Biennale. Anschließend war er viele Jahre an der Bayerische Staatsoper tätig, zuletzt als Leitender Dramaturg. Von 2008 bis 2021 wirkte er als Operndirektor am Theater St. Gallen, wo er ein breit gefächertes Musiktheaterprogramm verantwortete.
In Leipzig soll Heilker auf Tobias Wolff folgen, der seine Tätigkeit Ende Juli beendet. Im Auswahlverfahren setzte er sich gegen rund 30 Mitbewerber durch. Die Entscheidung traf eine Kommission unter Leitung der Stadt Leipzig, unterstützt von der Beratungsgesellschaft Metrum.
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