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Petr Popelka wird Bayerischer Generalmusikdirektor ab der Spielzeit 2029/30. Foto: Geoffroy Schied

Petr Popelka wird Bayerischer Generalmusikdirektor ab der Spielzeit 2029/30.

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Solidität vor Glamour – Petr Popelka wird ab 2029 der neue Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper

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„Pultstar“ klingt schon schön und lockt zu … eben dem nicht, was ein Opernunternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern braucht. Da sind mit Saisonplanung, Gast-und Hausdirigenten, Einfluss und Entwicklung von Chor, Ensemble und Solisten, Anwesenheit und Zugänglichkeit, eigenen Premieren und Konzerten eben ganz andere Qualitäten gefragt und gefordert. Dafür wurde in München jetzt eine Entscheidung ab 2029 getroffen.

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Der 1986 in Prag geborene Petr Popelka ist eine unglamouröse Personalie für eines der Spitzenhäuser der Opernwelt. Sein Werdegang führt aus dem Orchester heraus: Er lernte Kontrabass in Prag und Freiburg, spielte ab dem 19. Lebensjahr im Prager Rundfunk-Sinfonieorchester, ab 2009 sogar eine Weile im ja erstklassigen Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Doch ab 2020 genügte ihm das Instrumentalspiel in der Sächsischen Staatskapelle nicht mehr: Er wechselte vor das Orchester und übernahm das Norwegische Rundfunkorchester Oslo. Temperament und Können überzeugen seither so eindeutig, dass er ab 2022 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Prager Rundfunkorchesters, seit 2023 auch Chefdirigent der Wiener Symphoniker ist.

Damit ist auch klar, dass Popelkas Opernhorizont derzeit noch nicht wirklich weit aufgespannt ist. Sein zurückliegendes Dirigat von Janáčeks „Katij Kabanova“ im Münchner Repertoire und das kommende von Dvořáks „Rusalka“ bei den Opernfestspielen sind ein „Fingerheben“, aber kein Profil für das Nationaltheater mit den Uraufführungsheiligen „Mozart-Wagner-Strauss“ im Foyer. Da wirkt die Zeit bis zum Amtsantritt 2029 wie eine Phase für „learning by doing“ – von jetzt an, wo immer auch kritisch beäugt … Doch seine von mehreren Seiten kolportierte Herzlichkeit und sein musikalisch in Konzerten erlebbarer Sinn für musikalische Dramatik signalisieren Gutes. Schließlich: Eben weil er kein Star mit entsprechenden Karriere-Optionen ist, kann Popelka auch etwas Wichtiges für die große Institution „Bayerische Staatsoper“ erfüllen: durch Anwesenheit zu einem „Hausvater“ werden, dessen Zentrum die Musikstadt München ist.

 

ergänzend dazu die Meldung von dpa:

Petr Popelka wird neuer Generalmusikdirektor in München

Der tschechische Dirigent Petr Popelka wird neuer Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München. Zur Spielzeit 2029/2030 werde er die Nachfolge von Vladimir Jurowski antreten, sagte Kunstminister Markus Blume (CSU). Der 40-jährige Popelka ist für Blume eine «Idealbesetzung»: «Er vereint künstlerische Exzellenz mit einem tiefen Verständnis für das, was einen großen Klangkörper zusammenhält und erfolgreich macht».

Sein Amt als Chefdirigent der Wiener Symphoniker, wo Popelka seit 2024 tätig ist, wird der Musiker dann aufgeben. Er werde dem Orchester aber weiterhin verbunden bleiben und immer wieder als Gast nach Wien kommen, sagte der 40-Jährige. Der Funke zum Bayerischen Staatsorchester sei sofort übergesprungen und sei ihm «tief ins Herz» gegangen. Deshalb habe er sich auch dafür entschieden, diese Position anzunehmen. «Diese Aufgabe erfüllt mich vor allem mit großem Respekt, aber auch mit großem Willen und Freude.»

Vom Kontrabassisten ans Dirigentenpult

Schon länger waren Gerüchte im Umlauf, dass Popelka an die Seite von Staatsintendant Serge Dorny rücken könnte. Der Dirigent und Komponist aus Prag gilt als aufstrebender Musiker. Zu Beginn seiner Karriere war er unter anderem stellvertretender Solo-Kontrabassist der Sächsischen Staatskapelle Dresden, danach war er unter anderem musikalischer Leiter des Norwegischen Rundfunkorchesters in Oslo. Im Herbst 2024 ging er dann nach Wien.

«Liebe auf den ersten Blick»

Für das Orchester sei Popelka der Wunschkandidat gewesen, sagte Blume. Es sei wohl «Liebe auf den ersten Blick» gewesen. Dorny bestätigte: «Petr bringt etwas mit, das selten geworden ist: Eine außergewöhnliche musikalische Substanz verbunden mit echter menschlicher Qualität». Auch sein Schritt aus dem Orchester ans Pult sei bemerkenswert schnell verlaufen.

Jurowski hatte schon vor einiger Zeit seinen Abschied von der Staatsoper bekanntgemacht. Während Opernintendant Serge Dorny noch bis mindestens 2031 bleibt, wurde sein Vertrag zunächst nur um zwei statt fünf Jahre verlängert, später verlängerte er noch mal ein Jahr, um die Saison 2028/29 noch als Generalmusikdirektor zu bestreiten. 

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