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Alle Artikel kategorisiert unter »Bayerische Staatsoper«

Tod im Zeittunnel: Lotte de Beer inszeniert Puccinis „Trittico“ an der Münchner Staatsoper

18.12.17 (Juan Martin Koch) -
Drei Operneinakter an einem Abend: Giacomo Puccinis „Il Trittico“ ist eine szenisch-musikalische Herausforderung der besonderen Art. Ihr stellte sich (nach einer deutschsprachigen Produktion 1959) die Bayerische Staatsoper nun zum zweiten Mal. Juan Martin Koch berichtet von einem umjubelten Premierenabend.

Von Moses, Flucht und Ankommen – Jugendprojekt der Bayerischen Staatsoper

17.12.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Titelseite des Programmhefts ist voll mit hierzulande üblichen Paragraphenkürzeln. Nur mühsam lässt sich dazwischen der Name „MOSES“ buchstäblich „entziffern“. Das ist ein gelungener Einstieg in die mit „NOAH“ 2016 begonnene Zusammenarbeit von jugendlichen Migranten mit Münchner Youngstern (vgl. nmz.de/online vom 13.05.2016). Nicht nur, dass Moses in Bibel wie Koran eine Rolle spielt, da sind eine ganze Menge weiterer Parallelen zu entdecken.

Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs: Mozarts „Le nozze di Figaro“ an der Münchner Staatsoper

27.10.17 (Juan Martin Koch) -
Figaro traut seinen Augen nicht. Was anfangs noch eine überschaubare Puppenbühne war, ein Nationaltheater en miniature, hat sich Akt für Akt zu einem Mammutbühnenbild (von Johannes Leiacker) ausgewachsen. So wie dieser „tolle Tag“ ihm und allen anderen zunehmend über den Kopf wächst.

Rossini als politische Entlarvung –„Semiramide“ an der Bayerischen Staatsoper

14.02.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Lord Actons Diktum „Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely“ erweist sich auch in unseren Tagen als zeitlos gültig. Das mag das Team um Regisseur David Alden bewogen haben, Rossinis herausforderndes und daher selten gespieltes Werk um die so legendäre wie berüchtigte assyrische Königin Semiramis in einer Diktatur zwischen dem antiken Babylon und dem heutigen Nordkorea anzusiedeln.

Sünder zwischen mächtigen Türmen – Die Bayerische Staatsoper mit Donizettis „La Favorite“

25.10.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Scheiterndes privates Glück inmitten unmenschlicher Machtstrukturen; Liebende, die erst im Tod zueinander finden – beides ist klassischer Tragödienstoff, auch auf der Opernbühne. Dreizehn Jahre vor Verdis „Traviata“ haben Gaetano Donizetti und eine Autorentrias gezeigt, wie eine „sündig“ liebende Frau in Männersystemen zugrunde geht.

Expedition ins ewige Eis der Breitwandoper

01.03.16 (Juan Martin Koch) -
Im ewigen Eis erwartet uns vor allem eines: unser eigenes Ich. Zu diesem wenig überraschenden Schluss kommen Miroslav Srnka und sein Librettist Tom Holloway bei ihrem Blick auf die konkurrierenden Antarktis-Expeditionen Robert Scotts und Roald Amundsens. Ihre Oper „South Pole“, die in München uraufgeführt wurde, hat dort ihre überzeugenden Momente, wo sie sich auf die Innenschau konzentriert und klar zu machen versucht, was eine solche Extrembelastung mit einem anstellt.

Antarktisches Kammerspiel im Breitwandformat: „South Pole“ von Miroslav Srnka an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt

01.02.16 (Juan Martin Koch) -
Hampson, Villazón, Neuenfels, Petrenko: Große Namen warf die Bayerische Staatsoper für ihr jüngstes Auftragswerk „South Pole“ in die Waagschale. Wie Miroslav Srnkas und Tom Holloways antarktische „Doppeloper“ rund um das Südpol-Rennen Scott-Amundsen gelungen ist, hat Juan Martin Koch erkundet.

Ausgerechnet: „Arabella“ in München von Philippe Jordan und Andreas Dresen „entsüßt“

07.07.15 (Wolf-Dieter Peter) -
Erstaunlicherweise in der „Strauss-Stadt“, wo seit den 1960ern Lisa della Casa und Dietrich Fischer-Dieskau das gleichsam ultimative Traumpaar Arabella-Mandryka bildeten, nun dies: herbe Realitäten der Entstehungszeit vor dem Schicksalsjahr 1933, keine selig-süße Beschwörung der „K.u.K.“-Oberfläche – und am Ende doch fast ungetrübter Jubel.

Sinnentleerter Symbolismus – Münchens Opernfestspieleröffnung „Pelléas et Mélisande“ endet in einem Buh-Sturm

29.06.15 (Wolf-Dieter Peter) -
Schön, dass die Bayerische Staatsoper einen der besten „Sänger-Scouts“ der Opernwelt hat. Pål Moe gelang prompt die Zusammenstellung einer kaum besser vorstellbaren Besetzung für Debussys „Anti-Tristan“. Auch Dirigent Constantinos Carydis überzeugte mit dem Staatsorchester im Graben des Prinzregententheaters in einer anfangs feinsinnig lyrischen, dann zunehmend dramatischen Deutung der Partitur. Für sie alle uneingeschränkte „Bravi!“ – und ansonsten vehementes „Buh!“.

Die Welt im Labyrinth – Marlis Petersen und Kirill Petrenko setzten in München mit Alban Bergs Lulu auf musikalische Überwältigung

26.05.15 (Joachim Lange) -
In München ist die neue „Lulu“ ein musikalisches Ereignis! Im Ganzen und auf die Interpretin der Titelrolle bezogen. Dass sich Marlis Petersen mit dieser bei Wedekind (1864–1918) und dann bei Berg (1885–1935) allemal skandalumwitterten Femme fatale eine blutige Nase holte, war als kleiner Premierenunfall (nur) ganz wortwörtlich zu verstehen. Im Eifer des Gefechts verfehlte sie nämlich im zweiten Akt einen der Durchgänge im vollverglasten Labyrinth, mit dem der russische Regisseur und Ausstatter Dmitri Tscherniakov die Bühne vollgestellt hatte, und knallte gegen eine Glaswand. Mit einem geistesgegenwärtig gereichten Taschentuch und einer Live-Improvisation vom Feinsten (inklusive der kleinen Textkorrektur zu einem „mir geht es nicht gut“) überspielte sie das so, als würden die Blutspritzer auf dem weißen Kleid dazu gehören.
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