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Göttingen: Kommunale Theater richten wegen Finanznot Hilferuf an Landesregierung

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Göttingen - Die sechs niedersächsischen Kommunaltheater und das Göttinger Symphonieorchester haben angesichts ihrer Finanznot einen Hilferuf an die Landesregierung gerichtet. In einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) fordern sie unter anderem einen einfachen Zugang zu den Corona-Sondermitteln und die sofortige anteilige Übernahme der Tarif-Steigerungen.

Wie die Stadt Göttingen am Mittwoch mitteilte, stehen die Kommunaltheater in Celle, Göttingen, Hildesheim, Lüneburg, Osnabrück und Wilhelmshaven sowie das Göttinger Orchester für die kulturelle Vielfalt Niedersachsens. Sie spielten in nahezu allen niedersächsischen Landkreisen und erreichten jährlich mit mehr als 3000 Veranstaltungen rund 800 000 Besucherinnen und Besucher.

Es sei nicht nachvollzuziehen, dass sich das Land seit Jahren immer wieder aus seiner in der niedersächsischen Verfassung verankerten Verantwortung zurückziehe, zuletzt durch den Ausstieg aus der Mitfinanzierung von Tarifsteigerungen, kritisierten die Theater und das Orchester. Es drohten Insolvenzen von städtischen Bühnen. Die Ursachen hierfür seien die Pandemie und ihre Nachwirkungen, steigende Personalkosten und Energiepreise sowie ein Sanierungsstau an etlichen Theatergebäuden, hieß es.

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) ist Verhandlungsführerin gegenüber der Landesregierung. Sie bezeichnete die kommunalen Bühnen als «unverzichtbare Orte». In der aktuellen Umbruchsituation ermöglichten sie eine Verständigung über gesellschaftliche Werte und Ziele. «Damit tragen die kommunalen Theater auch wesentlich zum Erhalt unserer Demokratie bei», betonte Broistedt.

In Reaktion auf den Hilferuf verwies das Kulturministerium in Hannover darauf, dass Theater und Orchester in kommunaler Trägerschaft dieses Jahr vom Land mit rund 29 Millionen Euro unterstützt würden. Seit 2017 sei die jährliche Förderung vom Land um rund 3,6 Millionen Euro gestiegen. Eine weitere Erhöhung für 2023 um 440 000 Euro ist dem Ministerium zufolge schon im Landeshaushalt verankert.

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