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Weltrekordversuch im Warten auf die Zukunft. Musikmesse 2000. Foto: Hufner
Weltrekordversuch im Warten auf die Zukunft. Musikmesse 2000. Foto: Hufner
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Die Musikmesse in Frankfurt und ein Weltrekord von und mit Lang Lang

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Ein Blick in die aktuelle Musikwelt, wie man sie gerne hat, gerne gehabt hätte oder zu haben gewollt gewünscht sich denken möchte. Oder so. Hauptdarsteller: Lang Lang und eine Musikmesse in Frankfurt, 88 Tasten für China und eine Vision.

Der „Sondernewsletter“ der Deutschen Grammophon als Tochter des Musikindustrie-Giganten Universal berichtet aus der Welt des Wahren, Schönen und Guten: „Der Guinness-Wettbewerb, das Ereignis der Superlative, fand in Lang Langs Heimatland China statt. 777 Klaviere wurden in das Xiamen Center Sports Stadium verfrachtet. 1554 Pianisten kamen zusammen und spielten Schuberts Militärmarsch Nr. 1. Teilnehmer des Projekts waren ‚Klavierbotschafter‘ aus Schulen in fünf großen Regionen Chinas, darunter auch Kinder aus Taiwan. Lang Lang übernahm die Leitung der beeindruckenden Aufführung und bewies seine Begabung als charismatischer Musiker, Kommunikator und Pädagoge – und auch seinen Sinn für Humor.“

Der Erfolg in China drückt die Stimmung auch in Frankfurt. Alle Klaviere der Welt im Xiamen Center Sports Stadium in den Duschräumen verschwunden. Das hat Auswirkungen für Frankfurt wie beim sprichwörtlich umfallenden Sack Reis: Ziemlich leer, breite Gänge, nix los. So beschreiben verschiedene Leute die aktuelle Musikmesse in Frankfurt und belegen dies mit Fotos und Erzählungen. Anscheinend sind sogar einige Ausstellerinnen dazu übergegangen, Suiten in nahegelegenen Hotels den Hallen der Messe vorzuziehen und ihre Geschäfte in gemütlicher Atmosphäre abzuhalten. Laufpublikum gibt es dann auf dem Weg zum hoteleigenen Swimmingpool oder in der Sauna, wo dann die Geschäftspartner mal die Hosen runterlassen müssen. Was ist nur geworden aus diesem Juwel des Musikinstrumenten- und Musikverlagshandels. Vor allem, wie wird es wohl weitergehen. Mit Hologrammen?

Damit kommen wir zu Lang Lang zurück, der hat jetzt auch Erfahrungen mit Hologrammen, informiert der wie immer aufgeklärte Newsletter von Universal: „Eine weitere Weltpremiere verbuchte Lang Lang in Schanghai. Ohne Scheu vor Experimenten setzte er sich für das Klavierspiel ein. Als erster klassischer Musiker überhaupt arbeitete er mit der holographischen Sängerin Luo Tianyi zusammen, Chinas populärstem virtuellen Idol. Die Aufführung im ausverkauften Stadion begeisterte das Publikum mit einer Mischung von klassischen Hits, beliebten Songs und der unterhaltsamen Interaktion zwischen beiden Künstlern.“

Ja, Humor muss man schon haben und ein medialer Schlawiner ebenso. Wir wünschen natürlich der Deutschen Grammophon viel Erfolg mit ihrem Superstar an den 88 Tasten. Im zweiten Leben hatte es ja leider nicht so ganz geklappt. Auch da war er Vorklimperer, denn er war der erste klassische Musiker, der ein Exklusivkonzert in der digitalen Welt von Second Life gespielt hat.

Und das könnte vielleicht die Zukunft der Musikmesse Frankfurt sein. Ab ins „Third Life“, wo AI KI auf Lang Lang trifft und mit „Für Elise“ nicht nur die Charts in China, sondern auch europaweit bezwingt. Sofern das durch den Upload-Filter von Third Life-YouTube passt. So berichtet es auch unser Chefredakteur eilends per Mail von der Musikmesse „Alte Geschäftsmodelle haben ausgedient. Für Noten und Klassik ist in Frankfurt nur wenig Interesse vorhanden. Auch von Publikumsseite. Die Musikmesse wird digital und immersiv.“

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