Berlin – Die Kultur- und Orchesterlandschaft in Baden-Württemberg steht unter wachsendem Druck: Kürzungen, eingefrorene Planstellen und zunehmender Spardruck bedrohen die künstlerische Infrastruktur und die Beschäftigten. Vor der Landtagswahl fordert UNISONO daher verbindliche finanzielle Zusagen des Landes, damit Orchester und Theater nicht zur verhandelbaren Restgröße öffentlicher Daseinsvorsorge werden.
„Erfolgreiche künstlerische Arbeit darf nicht durch fehlende Planungssicherheit entwertet werden“, so Julia Hofmann. „Wenn wirtschaftlich gesunde Häuser — trotz hoher Auslastung, stabiler Publikumsbindung und gestiegener Einnahmen — aufgrund kurzfristiger Haushaltsentscheidungen in ihrer Existenz bedroht sind, dann liegt ein systemischer Finanzierungsfehler vor. Wir brauchen verlässliche Landesmittel und verbindliche Finanzierungszusagen, die Kommunen in der Krise nicht zu pauschalem Kulturabbau zwingen.“ Dass das Land laut Steuerschätzung für 2025/26 mit Mehreinnahmen rechnet, macht zusätzliche Spielräume zumindest diskutierbar.
Als aktuelles Beispiel zeigt die Situation der Bodensee Philharmonie die Widersprüchlichkeit: Trotz gestiegener Auslastung (86 Prozent), wachsender Abo-Zahlen und positiver Drittmitteleinnahmen wurde der Wirtschaftsplan 2026 abgelehnt und zur Überarbeitung zurückverwiesen — ein Signal, das Beschäftigten und Öffentlichkeit Planungs- und Investitionssicherheit raubt.
UNISONO stellt drei zentrale Forderungen:
- Höhere und planbare Landesmittel für Kulturhaushalte, um Baden-Württemberg sowohl in
der Fläche als auch an der Spitze wieder zu einem exzellenten Kulturstandort zu machen.- Besetzung von Planstellen in Tariforchestern, um Arbeits- und Planungssicherheit für Be-
schäftigte zu gewährleisten.- Tarifverträge für die Musiker:innen der baden-württembergischen Kammerorchester.
„Wir fordern darüber hinaus eine tarifpolitische Gleichstellung für die Kammerorchester in Heilbronn, Mannheim, Pforzheim und Stuttgart“, ergänzt Hofmann. „Die Kammerorchester verbinden musikalische Exzellenz mit gesellschaftlicher Wirkung – als mobile Kulturvermittler, die Bildung fördern, künstlerisch neue Wege gehen und Menschen zusammenbringen. Sie müssen verbindlich in die tarifliche Einstufung nach TVK A überführt werden, denn nur so können faire Arbeitsbedingungen, tarifliche Gerechtigkeit und die nachhaltige Sicherung künstlerischer Qualität gewährleistet werden.“
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NISONO fordert verlässliche Orchesterfinanzierung
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