Mit großer Besorgnis und Irritation nimmt die GMD-Konferenz die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um ein neues System der Kulturförderung innerhalb der GEMA wahr und befürchtet, dass dabei der bisher unter dem Label „E-Musik“ fungierenden Sparte erheblicher Schaden zugefügt wird.
Als Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Theater und Orchester ist diese Sparte unsere tägliche Arbeit. Wir stehen an der Spitze von Ensembles, die von der nationalen UNESCO-Vertretung zum immateriellen Kulturerbe erklärt worden sind, unsere Programme, Konzerte, Aufführungen leben von dem Repertoire, das mit der Sparte „E“ in Verbindung steht.
Insbesondere teilen wir die Sorgen der deutschen Musikhochschulen, deren Rektorate auf einige Grundprobleme der geplanten Reform aufmerksam gemacht haben, wozu insbesondere die hohen Einstiegshürden zur Mitgliedschaft, die Verringerung der Förderung der E-Musik und die Entkernung des bisherigen Solidarprinzips gehören. Auch wir sehen den Reformbedarf und anerkennen alle Bemühungen, der Vielfalt aktueller Entwicklungen gerecht zu werden. Sie sollten indessen nicht zu Lasten ausgerechnet einer Kultur gehen, die zum Besten gehört, was aus Deutschland zu hören ist und es noch immer zu einem in aller Welt bewunderten Musikland machen mit der weltweit größten Anzahl von Theatern und Orchestern.
Wir appellieren an den Vorstand und Aufsichtsrat der GEMA, die geplante Umstrukturierung zu überdenken, einen von breitem Konsens getragenen transparenten Weg der Kommunikation einzuschlagen und Ideen zu entwickeln, welche die Einzigartigkeit experimentellen, individuellen Gedankenguts und den Wert der Inspiration und Originalität in allen Sparten gleichermaßen wertschätzt und fördert.
Die GMD- und ChefdirigentInnenkonferenz e.V.
Marcus Bosch, Vorsitzender – Eckehard Stier, Geschäftsführer