Hauptbild
Winnie Brückner. © Annika Weinthal

Winnie Brückner. © Annika Weinthal

Hauptrubrik
Banner Full-Size

Auftaktkonzerte am 20. und 21. Mai zum 9. „Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival

Publikationsdatum
Body

Unter dem Motto „Mittelpunkt“ steht das 9. „Kommen und Gehen“ - Das Sechsstädtebundfestival! vom 12. bis 23. August 2026. Bereits am 20. Mai um 19:30 Uhr eröffnet eine Auftaktveranstaltung im Kühlhaus Görlitz das Festivaljahr. Barock trifft Beat: Mit „Hammerschmidt recomposed“ werden neue Hörperspektiven auf ein historisches Repertoire eröffnet. Die Musik des Zittauer Komponisten Andreas Hammerschmidt (1611–1675) erklingt sowohl im Original als auch in zeitgenössischen, genreübergreifenden Neukompositionen. Das Ensemble um Mezzosopranistin Winnie Brückner und Pianist Benedikt ter Braak übersetzt den Klang der Barockzeit in die Gegenwart. Die Veranstaltung wird als Live-Recording realisiert.

Im Rahmen der Reihe „Via Regia – jüdisch – unterwegs“ und als Teil von TACHELES 2026 laden Sibylle Kuhne und Yoed Sorek am 21. Mai um 19:30 Uhr in die Alte Synagoge Görlitz zur musikalischen Lesung „Schicksalhafte Saiten“ ein. Karten sind ab sofort erhältlich.

Seit 2018 gestaltet das Festival ein klangliches Experimentierfeld in der Oberlausitz: Klassik trifft auf Klangkunst, Alte Musik auf Elektronik, Archivarbeit auf Improvisation. Es ist ein Klassik-, aber kein klassisches Musikfestival und stellt immer wieder neu die Frage: Wie klingt die Region? 2026 rückt Löbau ins Zentrum, einst Konventstadt des historischen Sechsstädtebundes und Ort politischer Verständigung. Unter dem Motto „Mittelpunkt“ fragt das Festival nach Verantwortung, Zusammenhalt und kultureller Identität: Was heißt Mitte in einer Zeit der Zersplitterung? Zwischen Renaissance, Barock und Post-Pop, zwischen regionaler Tradition und internationalen Perspektiven entsteht eine vielstimmige musikalische Auseinandersetzung.

Mit der Veranstaltung „Löbau, wie klingst du?“ wird das 9. „Kommen und Gehen“ - Das Sechsstädtebundfestival! am 12. August im Haus Schminke in Löbau eröffnet. Die Stadt selbst wird zum Ausgangspunkt: David Brand schafft ein akustisches Porträt, das urbane Räume, Architektur und Alltagsklänge in Musik übersetzt. Von hier aus öffnet sich das Festival in die Region. Am 13. August, ist im Rahmen von „Via Regia – jüdisch – unterwegs“ das Caravan-Orchester in der Weinau Zittau zu Gast. Es ist ein internationales Ensemble junger Musikerinnen und Musiker aus unterschiedlichen Kulturen, das jüdische, arabische und europäische Musik verbindet und den interkulturellen Austausch in den Mittelpunkt stellt. Ins Reich der Melancholie wird am 16. August um 21 Uhr ins Nostromo Görlitz geladen. 

Zum 400. Todestag des englischen Renaissance-Komponisten John Dowland werden unter dem Motto: „Semper Dowland, semper dolens“ von The Schoole of Night sowie von Eric Fish (Subway to Sally), Chris Fischer oder Herbst in Peking neu arrangierte und rekomponierte Lieder zu hören sein. Am 18. August um 19:30 Uhr ist im Kultour Gleis 1 Görlitz das szenische Konzert „Hans Frenzel, Der Reiche – Eine Familiengeschichte in Liedern“. Das Leben und Wirken der historischen Figur des Görlitzer Kaufmanns und Bauherrn Hans Frenzel (1463-1526) wird in Musik der Reformationszeit vom Leipziger Ensemble Sospiratem auf historischen Instrumenten dargeboten. In die dunklen Gassen von Kamenz geht es am 19. August um 21 Uhr bei einem musikalischen Stadtspaziergang mit Frank Pschichholz. Anschließend folgt ein Nachtkonzert des Ensembles The Schoole of Night in der Alten Baderei. 

Ein sommerliches Open Air gibt es am 21. August in der Weinau Zittau: Zum 100. Geburtstag von Miles Davis zeigen die Zittauer Filmnächte den Film „Miles Ahead“, bevor das SIGNUM saxophone quartet unter freiem Himmel den unwiderstehlichen Charme seiner Musik entfaltet. Mit dem Abend „Marilyn und…? – Weibliche Stimmen in Kunst und Politik“ am 22. August ab 17 Uhr im Kühlhaus Görlitz setzt das Festival weitere Akzente. Zu Gast sind die Sängerin Isimbi Dee, die Schriftstellerin Julia Malik und das Ensemble Neue Kammer. Im Programm „Murals & Music“ hinterfragt das interdisziplinäre Ensemble Sichtbarkeiten in öffentlichen Räumen. Ein zweiter Schwerpunkt widmet sich jüdischen Komponistinnen und Songwriterinnen der 1940er und 1950er Jahre ins Zentrum. Sie rücken Künstlerinnen ins Licht, deren von Verfolgung, Exil und Neuanfang erzählenden Werke das musikalische Leben des 20. Jahrhunderts entscheidend prägten, jedoch bis heute aktive Wiederentdeckung einfordern.

Mit zwei musikalischen Märchenlesungen auf Schloss Klippenstein in Radeberg endet am 23. August das Festival. In Kooperation mit der Reihe Via Regia – jüdisch – unterwegs gestalten Sibylle Kuhne (Stimme) und Lewin Krumpschmid (Klavier) um 15 Uhr die Märchenlesung für Kinder „Der Ring des Propheten“ und andere Märchen von Ilse Weber. Um 19.30 Uhr folgt die musikalische Lesung „Schicksalhafte Saiten: Zwischen Kindermärchen und Krematorium“.

Ort
Musikgenre