Nach Mona Lisa, Elizabeth I. und der Gräfin Erszébet Báthory-Nádasdy widmet sich das Ensemble für Alte Musik im vierten Teil der Reihe „The Power of Female Art“ der mystischsten aller Frauengestalten – Jungfrau, Mutter, Inspirationsquelle – Maria. In diesem Konzert öffnet die Capella de la Torre abermals neue Perspektiven auf ein Meisterwerk. Am 20.09. ist das Programm in der Berliner St. Matthäus-Kirche zu erleben.
Italienischer Glanz mit Frauengestalt – Die Marienvesper (1610) ist wahrscheinlich das bekannteste geistliche Werk von Claudio Monteverdi, in dem er mit allen Facetten seines kompositorischen Könnens aufwartet.
Diese prachtvolle Musik zum Lob der Jungfrau Maria widmete er Papst Paul V. auf der Suche nach einer neuen Anstellung, um seine ungünstige Situation am Hof von Mantua hinter sich zu lassen. In verschiedenen Psalmen, Concerti und einem abschließenden Magnificat vereint Monteverdi weltliche und geistliche Elemente – von mehrstimmigen Motetten über einem Cantus Firmus bis zur neuen Sprache der Oper. Die vokale und instrumentale Virtuosität, die reichen Klangfarben und die stilistische Vielfalt der Marienvesper faszinieren Interpretierende und Publikum. Capella de la Torre nähert sich in der MARIENVESPER REVISITED dem musikalischen Kosmos dieses genialen frühbarocken Komponisten auf neue Weise mit dem Blick der Renaissance „nach vorne“ in der Geschichte.
Musik von Claudio Monteverdi, Vespro della Beata Vergine, neu interpre/ert und kontextualisiert mit Werken des jüdischen Komponisten und Monteverdi-Schülers Salomone Rossi.