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Elbphilharmonie

Musik lockt Touristen und Fachkräfte nach Hamburg

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Elbphilharmonie startet mit Brahms in Jubiläumssaison

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In den kommenden Monaten steht die Elbphilharmonie noch mehr im Mittelpunkt als ohnehin schon. Das liegt nicht nur am Eintritt für die Plaza, der bald fällig wird, sondern vielmehr am Zehnjährigen.

Die Hamburger Elbphilharmonie startet am Abend mit Stücken von Johannes Brahms und Dmitri Schostakowitsch in ihre zehnte Saison. Das Eröffnungskonzert für die Jubiläumssaison beginnt am 1. September um 20.00 Uhr. Pianist Alexandre Kantorow spielt dabei zusammen mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra. Dirigent ist Manfred Honeck. Auf dem Programm stehen Brahms' Klavierkonzert Nr. 1 und die Sinfonie Nr. 5 von Schostakowitsch.

Das erste Klavierkonzert des Hamburgers Brahms gilt den Angaben zufolge als eines der bedeutendsten Klavierkonzerte des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich habe Brahms das Stück als Sonate für zwei Klaviere konzipiert, bald aber erkannt, dass in dieser Musik etwas Größeres stecke, heißt es dazu.

Die 5. Sinfonie von Schostakowitsch steht der Programmbeschreibung zufolge für aufwühlende Geschichte. Sie gehört bis heute zu den meistgespielten Werken des sowjetischen Komponisten. Er habe sie in einer Zeit geschrieben, in der er nach scharfer offizieller Kritik täglich befürchten musste, den «Säuberungsmaßnahmen» der Führung von Diktator Josef Stalin zum Opfer zu fallen. Während die Musik in triumphalen Gesten scheinbar Stalin huldige, lasse sie zugleich tiefste Verzweiflung und innere Zerrissenheit spüren.

Livestream in die Elbphilharmonie-Mediathek

Wer für das Eröffnungskonzert zum Start in die neue Saison keine Karten ergattern konnte, kann den Abend dennoch mitverfolgen: Das Konzert wird als Livestream in der Elbphilharmonie-Mediathek übertragen.

Die neue Saison steht auch im Zeichen von zehn Jahre Elbphilharmonie und 250 Jahre USA. So werden sieben Top-Orchester aus Übersee in Hamburg erwartet.

 

Von der Idee bis zur Eröffnung - eine «Elphi»-Chronologie

Weltstars, Welle und Weitblick: Seit fast zehn Jahren ist die Hamburger Elbphilharmonie Teil der internationalen Musikwelt und längst zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Der Weg dahin war durchaus lang, steinig - und teuer. Eine Chronologie von der Idee bis zur Eröffnung des berühmten Konzerthauses an der Elbe.

- Oktober 2001: Der Architekt Alexander Gérard tritt an den Hamburger Senat mit der Idee heran, eine neue Konzerthalle auf dem Kaispeicher A zu realisieren.

- Juni 2003: Die Schweizer Star-Architekten Herzog & de Meuron präsentieren den ersten Entwurf der Elbphilharmonie: eine «Gläserne Welle» auf dem alten Kaispeicher.

- Juli 2005: Die erste Machbarkeitsstudie geht von Gesamtkosten in Höhe von 186 Millionen Euro aus. Der Anteil der öffentlichen Hand soll bei 77 Millionen Euro liegen. Die geplante Eröffnung soll 2010 sein.

- November 2006: Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) gibt bekannt, dass die Elbphilharmonie teurer wird als geplant. Die Kosten steigen auf 241,3 Millionen Euro, der Anteil der Stadt auf 114,3 Millionen Euro.

- 2. April 2007: Die Grundsteinlegung der Elbphilharmonie findet statt.

- November 2008: Kultursenatorin Karin von Welck räumt ein, dass sich die Kosten für den Steuerzahler um 209 Millionen Euro auf 323 Millionen Euro erhöhen. Neuer Eröffnungstermin ist im Mai 2012.

- Mai 2010: Der von der Hamburger Bürgerschaft eingesetzte parlamentarische Untersuchungsausschuss nimmt seine Arbeit auf, um die Ursachen der Kostensteigerungen herauszufinden.

- 28. Mai 2010: Richtfest auf der Baustelle der Elbphilharmonie. Die Feierlichkeiten werden von Protesten begleitet.

- Juli 2011: Der Baukonzern kündigt erneut eine Verzögerung an. Nun soll die Elbphilharmonie am 15. April 2014 übergeben werden.

- November 2011: Stillstand auf der Baustelle: Hochtief stellt die Arbeiten am Dach wegen Sicherheitsbedenken ein.

- 2. Februar 2012: Ex-Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sagt vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss aus. Er übernimmt die politische Verantwortung, würde aber wieder so entscheiden.

- 14. April 2012: Der Senat legt einen Plan zum Weiterbau der Elbphilharmonie vor. Gleichzeitig setzt die Stadt Hochtief ein Ultimatum, das Dach bis zum 31. Mai abzusenken.

- 23. November 2012: Das Saaldach der Elbphilharmonie wird erfolgreich abgesenkt, das heißt mit dem Gebäude verbunden. Der Streit darüber war einer der wesentlichen Gründe für den Baustillstand.

- 15. Dezember 2012: Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verkündet, dass die Stadt die Elbphilharmonie mit Hochtief zu Ende bauen will. Dafür erhält der Baukonzern erneut 200 Millionen Euro, übernimmt aber auch sämtliche Risiken. Der Fertigstellungstermin fällt nun auf Oktober 2016.

- Juni 2013: Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) gibt bekannt, wie viel die Elbphilharmonie insgesamt - mit Hotel und Parkhaus - die Stadt kosten wird: 789 Millionen Euro, zehnmal so viel wie geplant.

- April 2014: Der Untersuchungsausschuss legt seinen Abschlussbericht vor. Danach sind eine unfertige Planung, Chaos auf der Baustelle und überforderte Politiker für das Baudesaster verantwortlich.

- 26. Juni 2015: Die öffentliche Plaza in 37 Metern Höhe wird der Presse vorgestellt. Kommentar von Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos): «Da bleibt einem die Spucke weg».

- 3. Februar 2016: Die «Weiße Haut» des japanischen Akustikers Yasuhisa Toyota im Großen Saal ist fertig. Die innovative Wandverkleidung soll auf 2.100 Plätzen vollen Klanggenuss ermöglichen.

- 11. April 2016: Generalintendant Christoph Lieben-Seutter stellt das Programm für die erste Saison in der Elbphilharmonie vor. Das «Who is Who» der klassischen Musik will in dem Konzerthaus auftreten.

- 30. Juni 2016: Der große Konzertsaal mit 2.100 Plätzen wird vom Bauunternehmen Hochtief an die Stadt übergeben. Neben Restarbeiten stehen nun die Abnahme des Saals und der technische Probebetrieb an.

- September 2016: Die erste Geheimprobe des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter Leitung von Thomas Hengelbrock erfolgt. Sein Kommentar: «Prima, Herr Toyota. Den nehmen wir!»

- 31. Oktober 2016: Der Baukonzern Hochtief übergibt intern das fertige Gebäude an die Stadt Hamburg. Auf der gläsernen Fassade erscheint durch erleuchtete Fenster das Wort «FERTIG».

- 4. November 2016: Der Festakt zur Übergabe des Gebäudes steht an. Die Plaza, das Hotel und die Gastronomie werden für die Besucher geöffnet.

- 1. Januar 2017: Die Performance «Figure Humaine» von Sasha Waltz & Guests wird in den Foyers der Elbphilharmonie uraufgeführt.

- 11. Januar 2017: Eröffnung der Elbphilharmonie mit einem Festakt und einem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter Leitung von Thomas Hengelbrock. Erwartet werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

- September 2026: Bislang 27 Millionen Menschen haben die Plaza, die öffentliche Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe, seit Ende 2016 besucht. Sie liegt genau zwischen der Ziegel- und der Glasfassade des imposanten Konzerthauses mit dem wellenförmigen Dach. 7 Millionen Gäste haben die Konzerte in der «Elphi» besucht.

 

Die Hamburger Elbphilharmonie in Zahlen

Sie ist mehr als 100 Meter hoch, hat 2.200 Glasscheiben, 1.000 Leuchten und 2.100 Sitzplätze im Großen Saal. Es gibt Fakten zur Elbphilharmonie, die sind seit Jahren gut bekannt. Seit zehn Jahren, um genau zu sein. In diesem Monat startet die «Elphi» in ihre Jubiläumssaison. Seit einem Jahrzehnt begeistert das Konzerthaus mit dem imposanten Wellendach nicht nur Klassikfans und Weltstars, sondern auch Millionen von Touristen aus aller Welt. Einige Zahlen, die vielleicht weniger bekannt sind:

- 520 Parkplätze gibt es unter der Elbphilharmonie. Außerdem befinden sich im oberen Bereich der Glasfassade 45 Wohnungen und 244 Hotelzimmer.

- Das gesamte Gebäude ist etwa 200.000 Tonnen schwer. Es steht auf 1.745 Beton- und Stahlbeton-Pfählen. 1.111 davon gab es vorher schon, denn die «Elphi» ist auf den denkmalgeschützten Kaispeicher A gebaut. Das Lagerhaus wurde 1875 gebaut, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1963 wieder aufgebaut.

- Bling, Bling: Entlang der 80 Meter langen Bogenrolltreppe hinauf in das erste Foyer der Elbphilharmonie glitzert es ordentlich. Etwa 8.000 Pailletten sind an den Wänden angebracht. Die kann man entspannt bestaunen - die Fahrt dauert etwa 4,4 Minuten.

- Auch auf dem Dach gibt es Pailletten. Und zwar 5.800 Stück, die jeweils etwa einen Durchmesser von einem Meter haben. Sie sind auch betretbar. Das darf nur fast keiner. Manchmal gibt es Ausnahmen: Zuletzt hatte Extremsportler und Mountainbiker Fabio Wibmer mit seinem Rad auf dem Dach mehrfach Rückwärtssaltos gemacht. Und auch die Band Meute hatte dort einen Auftritt.

- Hoch hinaus im Großen Saal: Etwa 17 Meter nach oben geht es vom Beginn der Ränge bis zum Ende der Ränge. Gäste können bis zu 30 Meter entfernt zur Bühne sitzen, das ist die maximale Entfernung zum Dirigenten. Insgesamt ist der Große Saal 25 Meter hoch.

- Eine Art schwebender Bienenstock: Fast jedes Detail der Elbphilharmonie ist einzigartig und wurde so noch nie gebaut - angefangen von der Wandverkleidung, der sogenannten Weißen Haut, bis zur gläsernen Fassade. Der Konzertsaal «schwebt» aus Schallschutzgründen auf 362 Stahlfederpaketen und ist vom restlichen Gebäude entkoppelt, damit keine Geräusche vom Hafen in den Saal dringen können.

- Nach oben und unten geht es in der «Elphi» auf verschiedensten Wegen. Es gibt elf Treppenhäuser und 29 Aufzugsanlagen.

- Die Scheiben der Glaselementfassade sind 48 Millimeter dick. Es gibt 1.605 gerade Scheiben und 595 sphärisch gebogene.

- Bislang rund 27 Millionen Menschen haben die Plaza, die öffentliche Aussichtsplattform in etwa 37 Metern Höhe, seit Ende 2016 besucht. Sie liegt genau zwischen der Ziegel- und der Glasfassade des imposanten Konzerthauses mit dem wellenförmigen Dach. Noch ist der Besuch kostenlos. Von Oktober an sind fünf Euro fällig.

- 7 Millionen Gäste haben die Konzerte in der «Elphi» bisher besucht.

 

 

 

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