Im dritten Konzert der Reihe "The Art of Female Power" geht das Renaissance-Ensemble Capella de la Torre der Geschichte einer blutrünstigen ungarischen Gräfin auf den Grund. War sie wirklich eine „Gräfin Dracula“ oder das Opfer einer politischen Verschwörung?
Erzsébet Báthory-Nádasdy (1560–1614) hat bis heute einen zweifelhaften Ruf. Die sogenannte „Gräfin Dracula“ soll in ihren zahlreichen Schlössern, Anwesen und Residenzen rund 600 junge Mädchen gefoltert und getötet haben. Nach dem Tod ihres Mannes erbte Erzsébet sein gesamtes Vermögen. Sie übernahm daraufhin die Rolle des Familienoberhaupts – für eine Frau zu jener Zeit ungewöhnlich – und zeigte unmenschliche Grausamkeit, insbesondere gegenüber ihren weiblichen Untertanen. Aber ist daran überhaupt etwas wahr, oder haben politische Intrigen die Gräfin zu einem wehrlosen Opfer von Verleumdung gemacht?
Die historische Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen Mythos, einer Geschichte der Gewalt und politischer Manipulation. Die Capella de la Torre führt mit ihrem Programm nach Ungarn, in die dunklen Verliese einer tiefschwarzen Witwe. Gespielt wird Renaissancemusik aus Ungarn und Europa, Kompositionen von Balint Bakfark, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Giuseppa da Biabo, Jacobus Gallus, aus dem Codex Caioni und anderen. Zu hören ist das Konzert am Sonntag, den 28.06., um 19 Uhr, in der Villa Elisabeth in Berlin.