Was hörten Menschen vor Jahrhunderten? Antworten gibt das Festival «montalbâne». Musiker aus Europa und den USA präsentieren mittelalterliche Musik auf historischen Instrumenten-Nachbauten.
Fremd klingt Jahrhunderte alte Musik im Zeitalter von Rock und Pop in vielen Ohren. Instrumente aus dem Mittelalter wie die Harfe haben indes bis heute ihren ganz eigenen Klang. Freunde historischer Klänge kommen vom 19. bis 21. Juni beim internationalen Festival «montalbâne» in Freyburg (Burgenlandkreis) auf ihre Kosten.
Zum 36. Mal treffen sich auf Schloss Neuenburg und in der Freyburger Stadtkirche Musiker und Liebhaber mittelalterlicher Musik aus verschiedenen Ländern Europas und den USA. Das Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto «Das Unbekannte» und beschäftigt sich mit verborgenen, mystischen und rätselhaften Aspekten mittelalterlicher Musik und Kultur.
«Auf dem Programm stehen fünf Konzerte, ein Vortrag mit Musik, eine Lesung mit Musik sowie ein Festgottesdienst mit Musikerinnen und Musikern des Festivals», sagte Festivalleiterin Susanne Ansorg der Deutschen Presse-Agentur. «Hinzu kommt die Möglichkeit für Besucher, mit Künstlern und Experten ins Gespräch zu kommen und mehr über mittelalterliche Musik und ihre Aufführungspraxis zu erfahren.»
Konzerte mit besonderen, rekonstruierten Instrumenten
Die Musiker spielen auf originalgetreuen Rekonstruktionen mittelalterlicher Instrumente. Darunter sind verschiedene Flöten, wie Einhand- und Knochenflöten sowie Block- und Traversflöten. Dieses Jahr erklingt sogar eine Rekonstruktion einer 5.000 Jahre alten Tonflöte auch China.
Ansorg betonte, dass «montalbâne» nichts mit den vielerorts beliebten Mittelaltermärkten oder historischen Stadtfesten zu tun habe. Im Mittelpunkt stehe vielmehr die wissenschaftlich fundierte Beschäftigung mit mittelalterlicher Musik, ihren Wurzeln und Aufführungspraktiken. «Diese Musik hat ihre Wurzeln in sakralen, kirchlichen und volkstümlichen Traditionen», erläuterte die Festivalleiterin.
Ein Höhepunkt des Festivals ist das Konzert «El Cant de la Sibil·la & Draumkvedet» am Sonnabendabend in der Stadtkirche St. Marien. Dabei erklingen sibyllinische Gesänge aus Katalonien sowie ein altnorwegisches Traumlied unter der Leitung von Arianna Savall und Petter Udland Johansen. Erstmals wirkt bei diesem Konzert zudem ein eigens gebildeter zwölfköpfiger Chor aus dem Kreis der Festivalmitwirkenden mit.
Rund 1.200 Menschen werden erwartet
Die Veranstalter rechnen über die drei Festivaltage hinweg mit rund 1.200 Besuchern aus ganz Deutschland. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Festivals etwa 1.100 Menschen nach Freyburg. Die Besucherzahlen seien seit Jahren relativ stabil.
Schloss Neuenburg als Aufführungsort mit historischem Ambiente
Der Titel «montalbâne» stehe für «weißer Berg». Auf einem hellen Felsen steht die mittelalterliche Burg Schloss Neuenburg, hoch über dem Winzerstädtchen Freyburg und der Unstrut, die mit ihren historischen Räumen einen authentischen Aufführungsort bietet.
Die Gesamtkosten des Festivals belaufen sich in diesem Jahr auf rund 60.000 Euro. Zu den wichtigsten Förderern zählen das Land Sachsen-Anhalt, die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt sowie die Sparkasse Burgenlandkreis.