Diesen Freitag startet mit der „TransTraditionale – Musikfest der globalen Gegenwart“ im Radialsystem Berlin ein neues Festival: Das Trickster Orchestra bringt unter der künstlerischen Leitung von Cymin Samawatie vom 24.–26. April 2026 gefeierte Solist:innen, Ensembles und Komponist:innen der postmigrantischen Musikszene zusammen und lässt eine Musik hörbar werden, die aus globalen Traditionen entsteht und zugleich radikal in die Zukunft weist.
Im Mittelpunkt des Festivals stehen globale Klangsprachen, neue Arten des Zusammenspiels und Formate, die Nähe, Austausch und gemeinsames Erleben jenseits klassischer Konzertformen ermöglichen – für alle Neugierigen, die zeitgenössische Musik neu entdecken wollen. Ein musikalisches Fest für alle Beteiligten, auf der Bühne ebenso wie im Publikum.
Die TransTraditionale – Musikfest der globalen Gegenwart versammelt dazu eine neue Generation von Ensembles, Solist:innen und Komponist:innen, die Musik für das 21. Jahrhundert neu denken und Kunstmusik durch globale Instrumentierungen und Libretti-Sprachen anschlussfähig an eine vielfältige Gesellschaft machen. Die Musiker:innen entwickeln aus unterschiedlichsten musikalischen Traditionen heraus neue Klangwelten zwischen klassisch-traditionellen Musiken, Elektronik, Jazz, Hip Hop, Rock und zeitgenössischen Klangsprachen.
Freitag, 24. April, bis Sonntag, 26. April 2026
TransTraditionale – Musikfest der globalen Gegenwart
Radialsystem Berlin, Holzmarktstr. 33, 10243 Berlin
Vollständiges Programm: https://transtraditionale.berlin
Aus dem Musiklabor auf die Konzertbühne
Ein mehrjähriger künstlerischer Entwicklungsprozess im Trans-traditionellen Musiklabor führte diese Szene junger Ensembles erstmals zusammen. In offenen Begegnungsformaten entstanden neue Werke, Arbeitsweisen und Netzwerke, die im Festival erstmals in dieser Dichte öffentlich erfahrbar werden: Hier treffen transkulturelle Ensembles mit Gesang in Türkisch, Arabisch, Farsi und Swahili auf neue Klangsprachen, die überlieferte Traditionen in die Gegenwart übersetzen. Das Festival fragt danach, wie die globale Gegenwart die Orchester- und Musikpraxis verändert hat:
„Das Festival zeigt Klang so, wie er heute in Berlin, Deutschland und Europa wirklich ist: geprägt von vielfältigen Geschichten, Hintergründen und intensivem künstlerischem Austausch. Nach zwei Jahren gemeinsamer Recherche, Begegnungen und künstlerischer Prozesse ist dieser Moment unglaublich bewegend. Wir sind jetzt mitten in den Proben, hören zum ersten Mal, wie sich all diese Ideen verbinden – und spüren, wie daraus etwas völlig Eigenes abseits aller Klischees entsteht. Die Vorfreude auf das Festival ist riesig!“ — Cymin Samawatie, Künstlerische Leiterin
Auf dem Programm stehen herausragende Virtuos:innen unterschiedlichster Musiktraditionen aus ganz Deutschland: intime Konzerte in kleinen Besetzungen, freie Improvisationen in ganz neuen Zusammensetzungen, große Orchesterperformances, Porträtkonzerte renommierter Gruppen, sowie energiegeladene Club- und DJ-Sets. Den Kern des Festivals bildet die Premieren-Reihe: Seit dieser Woche laufen intensive Proben des Trickster Orchestra für sechs Uraufführungen von Werken für global instrumentiertes Kammerorchester, die erstmals im Rahmen der TransTraditionale präsentiert werden. Die Kompositionen stammen von den namhaften Komponist:innen Zara Ali, Cymin Samawatie, inti figgis-vizueta, Ketan Bhatti und Amen Feizabadi.
Fokus Iran: Solidarität und Verbindung durch Klang
Ein künstlerischer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr anlässlich des Krieges und der anhaltenden Proteste im Iran auf iranischen Musiker:innen. Darunter sind Cymin Samawatie, die Klarinettistin Mona Matbou Rihai mit ihrem Trio /kry, das Joolaee Trio um Misagh Joolaee, der Claviton-Virtuose Amir Ahmadi, der Komponist Amen Feizabadi (Uraufführung am 26. April), Mahan Mirarab und Kioomars Musayyebi mit dem Ensemble Beyond the Roots, die Theatermacherin und Musikerin Nazanin Noori sowie der Musikdramaturg Kian Jazdi:
„Es hat uns sehr bewegt und zugleich schockiert, dass uns die neue Komposition von Amen Feizabadi, ‚Lament Dance‘ aus einem Teheran mitten im Bombenhagel erreichte. Gerade jetzt ist es uns daher wichtig, Räume der Verbindung zu schaffen und diesen Klängen und damit Menschen Gehör zu verschaffen. Wir setzen einen Fokus auf iranische Künstler:innen in ihrer Verbindung mit anderen globalen Musik-formen als Zeichen für eine gemeinsame künstlerische Sprache in der Gegenwart.“ — Cymin Samawatie
Die TransTraditionale versteht diesen Schwerpunkt als künstlerisches Statement für eine offene, globale Gegenwartsmusik, die Vielfalt miteinander in Beziehung setzt, um kreativen Ausdruck, musikalische Exzellenz und globale Verbindungen zu stärken.
Ergänzt wird das Festival durch inklusive Formate für hör- und sehbeeinträchtigte Menschen, ein Kinderkonzert sowie ein World Café, in dem renommierte Wissenschaftler:innen wie Erol Yıldız und Nikita Dhawan mit Musiker:innen wie Rabih Lahoud und Korhan Erel und Vertreter:innen des Maxim Gorki Theaters zur Bedeutung der Musik in einer postmigrantischen und zugleich rechtem Druck ausgesetzten Gesellschaft diskutieren:
Mitwirkende Künstler:innen und Ensembles:
Amen Feizabadi, Amir Ahmadi, Antonis Anissegos, AsianArt Ensemble, Beyond the Roots, Cansu Tanrıkulu, Cymin Samawatie, DJ İpek, Erol Yıldız, Fiston Mwanza Mujila, Grgur Savić, inti figgis-vizueta, Joolaee Trio, Julia Biłat, Ketan Bhatti, Kian Jazdi, /kry, Li-chin Li, Masaa, Nick Dunston, Nikita Dhavan, Rabih Lahoud, Tobias Delius, Trickster Orchestra, Zara Ali